Flamme sein!

Hans Scholl und die Weiße Rose
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Buchprofile - Rezension
Wer war Hans Scholl und was trieb ihn zum Widerstand?
Am 22. Februar 1943 wurden Hans und Sophie Scholl gemeinsam mit Christoph Probst wegen Widerstands gegen die NS-Diktatur hingerichtet. In seiner detaillierten und sorgsam recherchierten Biografie Hans Scholls (1918-43) zeichnet der evangelische Theologe Robert M. Zoske ein differenziertes Bild dieses jungen Mannes, des intellektuellen, aber auch mutig handelnden Impulsgebers der studentischen Widerstandsgruppe der "Weißen Rose". In einem stark religiös orientierten Elternhaus aufgewachsen, liberal und zu eigenständigem Denken erzogen, war er als Jugendlicher überzeugt, seine weltanschaulichen Auffassungen in der Hitler-Jugend wie auch in der verbotenen "deutschen autonomen Jungenschaft" verwirklichen zu können. Doch seine Beziehungen zu jungen Männern, seine Verurteilung wegen homosexueller Übergriffe hinterließen tiefe Erschütterung und Unsicherheit. Der Verfasser sieht in dieser persönlichen Krise den Wendepunkt in Scholls Leben. Zur Bewältigung dieser düsteren Lebenssituation verfasste er zahlreiche Gedichte, in denen er Liebe, Leid, Einsamkeit, Gott, Glauben, Natur und Schöpfung thematisiert. Akribisch beschreibt Zoske die Abkehr Scholls vom NS-Gedankengut - verstärkt durch traumatische Erfahrungen an der Front -, berichtet von der Hinwendung des Medizinstudenten zur Philosophie und von kurzen, schnell wechselnden Beziehungen zu Frauen sowie von der starken Beeinflussung durch die Radioansprachen von Thomas Mann aus dessen US-amerikanischem Exil. Im Mittelpunkt stand jedoch die Beschäftigung mit Religion und Glauben, die ihm letztlich die Kraft zum Widerstand gaben, zum Verfassen und Verteilen von Flugblättern, die ihm schließlich den Tod brachten. An das umfassende, aufschlussreiche und beeindruckende Lebensbild schließen sich die einzelnen Flugblätter sowie sämtliche Gedichte Scholls an. - Rundum sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

Erstveröffentlichung sämtlicher Gedichte von Hans Scholl und mit dem Text sämtlicher Flugblätter.

Ohne Hans Scholl hätte es die Weiße Rose nicht gegeben. Aber wie kam der 23-Jährige dazu, sein Leben im Kampf gegen Hitler zu riskieren? Robert Zoske zeichnet auf der Grundlage von bisher unbekannten Dokumenten ein neues, faszinierendes Bild von einem jungen Mann, den der Heroismus des Nationalsozialismus ebenso anzog wie eine naturmystische Frömmigkeit, dessen Freiheitsdrang aber seine größte, kompromisslose Leidenschaft war. „Ganz leben oder gar nicht!“, notierte Hans Scholl, und es ist erstaunlich, welche Erfahrungen sich in seinem kurzen Leben verdichten. Während er zum Fähnleinführer in der Hitlerjugend aufstieg, leitete er eine verbotene Jugendgruppe, die abenteuerliche Fahrten unternahm und verpönte Schriftstellerlas. Er liebte Jungen und Mädchen, schrieb Gedichte und Erzählungen. Als Medizinstudent interessierte er sich vor allem für Philosophie und erlebte als Sanitätssoldat das Grauen an der Front. Er war mit Künstlern und Schriftstellern befreundet, verehrte Stefan George und zunehmend Thomas Mann. Robert Zoske zeigt, wie sehr dessen Rundfunkansprachen die Flugblätter der Weißen Rose beeinflussten, die Hans Scholl verfasste und zusammen mit seinen Mitstreitern verbreitete. „Es lebe die Freiheit“, waren seine letzten Worte. Das fesselnd geschriebene Buch lässt dieses Vermächtnis eindrucksvoll lebendig werden.

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