Ludwig II.

Das phantastische Leben des Königs von Bayern
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Bayern im Buch-Rezension
Solide Darstellung zu König Ludwig II. und seiner von Utopien bestimmten Bautätigkeit.
"Hier werden keine Märchen erzählt" betont die Autorin im "Prolog", umso mehr überzeugen ihre sachlichen, gut begründeten Ausführungen, die Auswahl der Themen, die Art ihrer Annäherung an die Gestalt Ludwigs. Zur Gestalt des Königs, zu seinem Leben und zu seinem tragischen Tod, hat die Autorin keine eigenen Theorien. Sie erklärt die Tragik seines Lebens und das Scheitern seines Königtums aus seiner Umwelt; bestimmt durch die Familie, dem Vater und Großvater vor allem, entscheidend beeinflusst auch durch seinen höchst problematischen, ja "verderblichen" Umgang mit Richard Wagner und dessen Frau Cosima; bedingt schließlich durch die politischen Umwälzungen im 19. Jh., und nicht zuletzt aus seiner persönlichen Veranlagung, zu der ganz entscheidend auch die den König beherrschende Bautätigkeit und die Ausstattung der Schlösser gehört. Alle diese Aspekte behandelt die Autorin mit ihrem vielseitigen Wissen, geschöpft aus einer gründlichen Kenntnis der Literatur und der Quellen. Der Anhang bringt eine Zeittafel und einen Stammbaum, ein geradezu erschöpfendes Literaturverzeichnis sowie ein Personenregister. So ist ein neues, ein wichtiges Buch zu König Ludwig entstanden und darüber hinaus zur geistigen und politischen Welt des 19. Jh., zur bayerischen und deutschen Geschichte.
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Artikelbeschreibung

Schlösser auf einsamen Inseln und Bergeshöhen wurden zunehmend zum Lebens- und Herrschaftsinhalt des bayerischen Königs. Christine Tauber hat sich diese Fluchtburgen genauer angesehen und erzählt erstmals das Leben Ludwigs II. im Spiegel seiner Bauten. Ihr meisterhaft geschriebenes Buch ist zugleich ein einzigartiger Führer durch die Schlösser und die Traumwelt des "Kini".
Ludwig II. (1845 1886) gehörte zu den glücklosen Herrschern des 19. Jahrhunderts, die an der Aufgabe scheiterten, in Zeiten politischer Modernisierung Monarchen sein zu müssen. Das Buch schildert anschaulich, wie der lichtscheue König versuchte, sein Leben mit Hilfe von Idealvorstellungen zu meistern, die ihm Richard Wagner einflüsterte. In Schlössern wie Neuschwanstein, Linderhof oder Herrenchiemsee mit ihren mittelalterlichen, französisch-absolutistischen, byzantinischen oder auch orientalischen Architekturen schuf er sich eine entrückte Gegenwelt zur politischen Realität. Nur in dieser selbstgeschaffenen Utopie konnte er noch als legitimer Alleinherrscher regieren. Christine Tauber gelingt es eindrucksvoll, die faszinierenden und verstörenden Phantasien des Königs wieder lebendig werden zu lassen. Wer ihr Buch gelesen hat, wird Ludwigs Schlösser und Parks mit anderen Augen sehen.

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Personeninformation

Christine Tauber, geb. 1967, ist Verantwortliche Redakteurin der Kunstchronik am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München und lehrt als Privatdozentin an der Ludwig-Maximilians-Universität. Zahlreiche Publikationen zur italienischen und französischen Renaissance, zur Kunstpatronage und zur französischen Kunst der Revolutionszeit.
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