Unmöglicher Abschied

Roman | Nobelpreis für Literatur 2024
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Buchprofile - Rezension
Die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Frauen vor dem Hintergrund der koreanischen Geschichte.
Han Kang verwebt in "Unmöglicher Abschied" die Geschichte zweier Freundinnen mit einem lange verschwiegenen Kapitel der koreanischen Geschichte. Und dies auf eine verstörend poetische Art und mit beinahe chirurgischer Präzision in der Schilderung der Wahrnehmung der Protagonistinnen. Aus heiterem Himmel schickt Inseon ihrer Freundin Gyeongha eine Nachricht, dringend zu ihr ins Krankenhaus zu kommen. Sie hatte einen schweren Unfall und bittet ihre alte Freundin darum, umgehend zu ihr nach Hause zu fahren auf die Insel Jeju, weil ihr kleiner weißer Vogel sonst sterben wird. Über ein Filmprojekt lernten sich die beiden vor langer Zeit kennen, aber im Laufe der Jahre wurde der Kontakt loser: Inseon ging in ihre Heimat zurück, um die Mutter zu pflegen und eine Holzwerkstatt zu betreiben, und Gyeongha ist in ihrer eigenen Lebenskrise gefangen. Aber sie kommt der Bitte nach, macht sich wie sie ist direkt auf den Weg und kommt am späten Abend in einem Schneesturm an, der es ihr fast unmöglich macht, das Haus zu finden. Doch die inständige Bitte der Freundin treibt sie voran. Sie schafft es, am Ende ihrer Kräfte, und stößt in dem einsamen Haus auch auf die verschüttete Geschichte von Inseons Familie. – So fein Han Kang die Bande der beiden Frauen zeichnet in ihren unterschiedlichen Charakteren, im Wesen ihrer Freundschaft – in der Kunst und der Krise -, in einer mit reinem und kaltem Schnee bedeckten Landschaft, so gnadenlos richtet sie das Licht auf die historischen Ereignisse, die über Generationen hinweg nachwirken und Menschen wie Orte traumatisiert zurücklassen. Auf absurd-grausame menschliche Gewalt und Leichenberge legt sie die Zartheit einer Schneeflocke und eines federleichten Vogels, dass es einem Gänsehaut bereitet. Die Geschichte übt einen regelrechten Sog aus, man hastet voran und taumelt zwischen Realität und (Alb)traum. An die Hoffnung, dass der Vogel und seine Besitzerin überleben, klammert man sich bis zuletzt, bis das Licht der Kerze erlischt.
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Artikelbeschreibung

Nobelpreis für Literatur 2024

Der neue große Roman von Han Kang

»Unmöglicher Abschied« erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei Frauen und beleuchtet zugleich ein jahrzehntelang verschwiegenes Kapitel koreanischer Geschichte

Eines Morgens ruft Inseon ihre Freundin Gyeongha zu sich ins Krankenhaus von Seoul. Sie hatte einen Unfall und bittet Gyeongha, ihr Zuhause auf der Insel Jeju aufzusuchen, weil ihr kleiner weißer Vogel sterben wird, wenn ihn niemand füttert. Als Gyeongha auf der Insel ankommt, bricht ein Schneesturm herein. Der Weg zu Inseons Haus wird zu einem Überlebenskampf gegen die Kälte, die mit jedem Schritt mehr in sie eindringt. Noch ahnt sie nicht, was sie dort erwartet: die verschüttete Geschichte von Inseons Familie, die eng verbunden ist mit einem lang verdrängten Kapitel koreanischer Geschichte. Han Kangs neuer Roman ist eine Hymne an die Freundschaft und das Erinnern, die Geschichte einer tiefen Liebe im Angesicht unsäglicher Gewalt - und eine Feier des Lebens, wie zerbrechlich es auch sein mag.

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Personeninformation

Han Kang wurde 1970 in Gwangju, Südkorea, geboren und ist die wichtigste literarische Stimme Koreas. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für »Die Vegetarierin« wurde sie dafür gemeinsam mit ihrer Übersetzerin 2016 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet, für »Menschenwerk« mit dem renommierten italienischen Malaparte-Preis. »Weiß« war ebenfalls für den Booker Prize nominiert. 2024 erhielt Han Kang den Nobelpreis für Literatur. Sie lebt in Seoul. 

Zuletzt erschienen im Aufbau Verlag ihr Roman »Unmöglicher Abschied« und in Die Andere Bibliothek ihr Kinderbuch »Donnerfee und Blitzfee«.

Alle lieferbaren Titel der Autorin sehen Sie unter aufbau-verlage.de.

Mehr zur Autorin unter han-kang.net.

Ki-Hyang Lee, geboren 1967 in Seoul, studierte Germanistik in Seoul, Würzburg und München. Sie lebt in München und arbeitet als Lektorin, Übersetzerin und Verlegerin. Für ihre Übersetzungen wurde sie 2024 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Han Kang legt keinen Faden aus der Hand. Auch darin zeigt sich ihr schriftstellerisches Können« Enrico Ippolito Enrico Ippolito SPIEGEL Online 20241218
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