Der Kartograf des Vergessens

Roman
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Buchprofile - Rezension
Ein Roman aus Mosambik, der Zeitgeschichte und persönliche Schicksale in eindringlicher Form verwebt.
Diogo Santiago, ein anerkannter Schriftsteller, kehrt in seine Heimatstadt Beira zurück. Mit seiner Familie gehörte er damals zur dominierenden weißen Minderheit. Portugal führte einen langjährigen Krieg gegen die Unabhängigkeitsbewegungen. Zwei Zeitebenen wechseln sich ab: einmal die Tage im März 2019, kurz bevor ein verheerender Zyklon über diese mosambikanische Region tosen wird. Und dann das Jahr 1973. Liana, die Enkelin eines Geheimpolizisten, beschafft Santiago ein Konvolut von Polizeiakten, Tagebüchern und Verhörprotokollen. Militär und Geheimdienst hatten damals das Sagen und verübten im Landesinneren Massaker. Diogos Vater, ein beliebter Dichter, schrieb gegen das diktatorische Regime, landete im Gefängnis und starb dort. In der Familie lebte auch Benedito, Spross einer Dorffamilie, als Hausangestellter, sein Bruder war Priester, ein Schwarzer, der mit der Geheimpolizei kollaborierte, seine Mutter eine mutige Frau, die den Traditionen trotzte. In einer Nachbarsfamilie liebte die Tochter einen Schwarzen, was nicht sein durfte. Angeregt durch die Dokumente laufen Gespräche, die die Vergangenheit heraufbeschwören. Vor allem Santiago versucht, die große Geschichte und seine eigene zu kartografieren. Dabei stößt er auf Widersprüche und vielfältige Versionen, sodass es ihm schwerfällt, sein eigenes Schicksal in den Griff zu bekommen. – Mia Couto gelingt wieder ein großartiger Roman. Die poetische Sprache spiegelt die nicht rational zu erklärende, magische Ebene eines jeden Lebens. Alle Figuren sind wichtig, nichts ist nebensächlich, aus den Ereignissen von vor 40 Jahren ergeben sich Abwesenheiten und die heutigen Lebensentwürfe in einem vom Klimawandel gebeutelten Land. Ein Roman, der über persönliche Erzählungen, in feinster literarischer Prosa (auch in der Übersetzung), Zeitgeschichte nahebringt.
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Artikelbeschreibung

Der Dichter Diogo Santiago kehrt in seine Heimatstadt Beira zurück. Alle verehren ihn, doch als er Einsicht erhält in alte Akten der Geheimpolizei, gerät seine Welt ins Wanken.Während der Zyklon Idai drohend über Beira aufzieht, stürzen neue Wahrheiten auf ihn ein. Sein Vater, auch ein Poet, versuchte, im Geheimen die Verbrechen der Kolonialtruppen zu dokumentieren. Sein Cousin, der eines Tages plötzlich verschwand, war nie der, für den ihn alle hielten. Und was steckt hinter der tragischen Legende des schwarzen Jungen und des weißen Mädchens, die den Tod wählten, weil ihre Liebe verboten war?Die junge Frau, mit der sich Diogo rätselhaft verbunden fühlt, scheint Teil dieser Geschichten zu sein. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Antworten, die unter dem Tosen des hereinbrechenden Sturms alle Gewissheiten vernichten.

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