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Buchprofile - Rezension
Roman über die Geschichte eines Berliner Mietshauses und seine Bewohner.
In einer erzählerisch ausgeschmückten Romanrecherche zeichnet Shelly Kupferberg das Leben der Hausmeisterin Martha nach. Sie wird als junge Frau Ende der 1920er Jahre von den Brüdern Berkowitz engagiert, um sich um deren Mietshaus in Berlin-Schöneberg zu kümmern. Sie kassiert die Mieten, hält das Haus sauber und beauftragt Handwerker für Reparaturen. Auch als sie den Postboten Willy heiratet, bleibt sie im Haus wohnen. Zu ihrem Chef Henry Berkowitz entwickelt sich eine fast familiäre Beziehung. Die kinderlose Martha beschäftigt sich liebevoll mit der kleinen Tochter Liane. Herny Berkowitz entkommt 1938 in letzter Minute den Nazis, er lässt seine Frau und sein Kind zurück und übergibt das Haus in Marthas Obhut. Die blutjunge Liane Berkowitz kommt über ihre Schule in Kontakt mit dem Widerstandskreis um die "Rote Kapelle", wird beim Plakatkleben erwischt und kommt – schwanger – in Haft. Sie entbindet das Kind und wird ein paar Monate später in Plötzensee hingerichtet. Eine Tafel erinnert heute an sie am Berliner Viktoria-Luise-Platz. Martha vererbt das Schöneberger Haus nach ihrem Tod an die jüdische Gemeinde in Berlin. – Eine exemplarische Recherche und ergreifende Schicksale, ein Denkmal für eine unerschütterliche, einfache Frau. Zum breiten Einsatz gerne empfohlen.
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In allerletzter Sekunde kann Henry Berkowitz 1938 aus Nazi-Deutschland fliehen. Er vertraut sein großes Berliner Mietshaus seiner Hausmeisterin Martha an, die bereits seit 20 Jahren für ihn und seinen Bruder arbeitet und mit der er scih familiär verbunden fühlt. Während Martha das Haus wie ihr eigenes hütet und am Ende sogar erbt, engagiert sich Berkowitz‘ Tochter Liane in der Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“, was sie das Leben kosten wird.

Shelly Kupferberg erzählt in ihrem zweiten Roman nicht nur die reale Geschichte des Mietshauses und seiner Bewohner nach, sondern erschafft vor allem das einfühlsame Porträt einer Frau, die in einer schweren Zeit mutig über sich hinauswächst. Nach dem Krieg tat sie alles dafür, das Haus der rechtmäßigen Erbin, Henrys russischer Ex-Ehefrau, zurückzugeben, doch es blieb in ihrem Besitz. Ebenso bewegend ist Kupferberg Lianes kurze und tragische Lebensgeschichte gelungen. Ein hervorragender, zeitgeschichtlicher Roman, den ich herzlich gerne empfehle.

Martha hat das Haus, das sie zu einer unglücklichen Millionärin wider Willen machte, der jüdischen Gemeinde in Berlin vererbt.

Susanne Steufmehl, Medienberaterin Belletristik und Sachbuch

Artikelbeschreibung

Berlin, in den 1940er-Jahren: Martha E. ist fleißig und äußerst sparsam. Gute Eigenschaften für die Stelle als Hausbesorgerin, die sie im Schöneberger Mietshaus der Brüder Berkowitz innehat. Liane Berkowitz kommt aus gutem Hause, ein neugieriges und lebenslustiges Mädchen, das mitten im Krieg die Liebe kennenlernt - und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Jahrzehnte später wandert Martha die Straßen Schönebergs entlang, zerlumpt und abgerissen. Jeder kennt sie, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist: eine Millionärin und Zeugin von Lianes schicksalhaftem Leben.

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Personeninformation

Shelly Kupferberg, geboren 1974 in Tel Aviv, ist in Westberlin aufgewachsen und hat Publizistik, Theater- und Musikwissenschaften studiert. Sie ist Journalistin und moderiert für 'Deutschlandfunk Kultur' und 'RBB radio3' Sendungen zu Kultur und Gesellschaft. Ihr erstes Buch 'Isidor' war ein Erfolg bei Publikum und Presse. Shelly Kupferberg lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Pressestimmen

»Ein denkwu¨rdiger Roman u¨ber die Arten des Widerstands.«

Susanne Zobl / News News
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