Psychopompos

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Buchprofile - Rezension
Autobiografischer Roman über eine heimatlose junge Frau, die erst im Schreiben zu sich selbst findet.
Die Autorin hat schon in einigen ihrer Bücher ("Die Passion" BP/mp 21/159; "Der belgische Konsul", BP/mp 23/1014) eine Position des Psychopompos (griechisch für "Seelenführer", Wegbegleiter eines Verstorbenen ins Jenseits) eingenommen. Amélie Nothomb hat bis zu diesem Punkt einen schwierigen Weg hinter sich: Der Vater wechselt als belgischer Diplomat mit seiner Frau und den drei Kindern ständig den Wohnsitz, sie hat deshalb keine festen Freunde und besucht nur unregelmäßig diverse Schulen. So gelingt es ihr weder als Kind noch als junges Mädchen, irgendwo Wurzeln zu schlagen. Einsam, auch von den Eltern nicht allzu sehr beachtet, sensibel, dabei hochintelligent, stopft sie sich mit Bildung voll (übersetzt z.B. mit 13 die Ilias aus dem Altgriechischen) und beobachtet obsessiv die Vogelwelt um sich herum. Und flieht damit in eine Traumwelt, in der auch sie das Fliegen beherrschen möchte. Diesem Zustand am nächsten kommt das Schwimmen und Tauchen im Meer. Doch eines Tages, als die Familie in Bangladesch Ferien macht, wird sie im Meer von vier jungen Männern attackiert und sexuell belästigt. Ihre Mutter rettet sie in letzter Sekunde vor dem Ertrinken. Nach diesem traumatischen Erlebnis fängt sie an zu hungern und wird magersüchtig. In ihrem Zustand vermeint sie die Stimmen der Toten zu hören und mit ihnen sprechen zu können. Um nicht zu sterben, beginnt sie zu schreiben. Sie fühlt sich als Bindeglied, das einen geliebten Menschen ins Totenreich begleiten kann, als Psychopomp. So entdeckt sie ihre Möglichkeit zu fliegen: das Schreiben. Seitdem gelingt es ihr nun, während des Schreibprozesses sozusagen "abzuheben" und sich frei zu fühlen. Das Buch lässt den Leser in romanhafter Form einen sehr intimen Einblick in die innere Welt der Autorin werfen. Eine Lektüre, die nicht ganz einfach zu lesen und zu verdauen ist.
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Artikelbeschreibung

Schon als Kind ist Amélie fasziniert von dem Märchen des Kranichs, der aus seinen eigenen Federn ein Gewebe macht, so schön, wie es noch nie jemand gesehen hat. Sie fühlt sich ihm verwandt und studiert fortan die Vögel all jener Weltteile, in die sie als Diplomatentochter kommt: Japan, China, USA, Bangladesch, Bhutan. Sie lernt von ihnen den Aufschwung, den Sturzflug, das Leben. Aber auch den Übergang ins Reich der Toten - und die Kunstflüge des Schreibens.

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Personeninformation

Amélie Nothomb, geboren 1967 in Kobe, Japan, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Ihre Romane erscheinen in über 40 Sprachen. Für 'Mit Staunen und Zittern' erhielt sie den Grand Prix de l'Académie française, für 'Der belgische Konsul' den Prix Renaudot 2021 und den Premio Strega Europeo. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel.

Pressestimmen

»Amélie Nothomb ist eine Meisterin darin, die dunklen Seiten des Menschen aufzuzeichnen, die Wunden, die wir einander zufügen.« Kronen Zeitung Kronen Zeitung
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