Das andere Tal

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Buchprofile - Rezension
Erzählerisch umgesetztes philosophisches Gedankenspiel zum Thema Zeit und Zeitreisen.
In einem nicht näher definierten Land gibt es abgeschottete Täler und Orte. Die sechzehnjährige Odile lebt in einer dieser Ansiedlungen. Die Führungseinrichtung, das Conseil, sorgt dafür, dass die Regeln des Gemeinschaftslebens strikt eingehalten werden. So darf niemand das Territorium des von viel Gendarmerie streng bewachten Tales verlassen und niemand darf hereinkommen. Odiles Ziel ist es, die Prüfungsverfahren für das Conseil zu bestehen. Bei Versagen allerdings droht die gefürchtete Einteilung zu den Grenzern. Odile freundet sich mit einem gleichaltrigen Jungen, Edme, an. Der Metzgersohn ist an der gleichen Schule wie Odile, will aber zum Ärger der Eltern ins Konservatorium aufgenommen werden. Odile hat eines Tages eine Wahrnehmung, die ihr den baldigen Tod des Jungen offenbart. Das verstört das Mädchen; sie wird ausgesondert. Durch eine zeitliche Verschiebung findet sich Odile 20 Jahre später, sechsunddreißigjährig, als einfaches Mitglied der Gendarmerie wieder. Nach verschiedenen Auseinandersetzungen mit männlichen Kollegen und Verstößen gegen das Reglement findet sich Odile als das junge Mädchen wieder, das die Schule abbrechen musste; es gibt einen Neuanfang in der wieder um 20 Jahre verschobenen Zeit. - Die Geschichte spielt in einer nicht festzustellenden Epoche, einer zeitlosen Welt. Die Leserschaft wird zum Überlegen angeregt: Würde man die Vergangenheit ändern, wie wäre die Gegenwart? Wäre die Gegenwart eine andere, würde man die Zukunft kennen? Diese Zeitreisegeschichte ist angesiedelt im Bereich Sci-Fi, Fantasie, Dystopie, ohne dass das Buch einem derartigen Genre direkt zugeordnet werden kann. Es geht um philosophische Fragen und spekulative Fiktionen. Es ist aber auch eine verträumte, gut erzählte Geschichte der Icherzählerin Odile. Ein sehr eindrucksvolles Buch, das durchaus auch Lesern gefallen könnte, die mit Erzählungen abseits von festgefügten Realitäten nichts zu tun haben wollen. Hier ist allein schon der Stil bemerkenswert.
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Podcast Ein Buch empfiehlt:
Ina Winkler empfiehlt:

Ein aufregendes Romandebüt, in dem es um Freundschaft, Liebe, um Schmerz, Verlust, Zeitreisen – und um die Gleichzeitigkeit aller Gefühle geht. Eine unbedingte Leseempfehlung!
Der faszinierende Coming-of-Age-Roman erzählt von Odile, die in einer ganz besonderen Welt lebt, in der drei Täler nebeneinander liegen, jeweils 20 Jahre voneinander getrennt. Wer besonders schwerwiegende Gründe geltend machen kann, erhält die Erlaubnis, einem benachbarten Tal einen kurzen Besuch abzustatten und in Vergangenheit oder Zukunft zu reisen, doch dies ist für alle anderen Bewohner der Täler mit einem großen Risiko verbunden, denn viele Reisende haben den Wunsch, in das Erleben einzugreifen. Und das kann sofortige Auslöschung von Menschenleben bedeuten. Als Odile sich in Edme verliebt, geschehen Dinge, die ihr Leben radikal verändern…

Ina Winkler, Buchhändlerin
Gabriele Hafner empfiehlt:

Was wäre, wenn wir unsere Vergangenheit ändern und unsere Zukunft beeinflussen könnten? In den parallel verlaufenden Tälern des Romans, zwischen denen ein Zeitunterschied von 20 Jahren liegt, ist das im Prinzip möglich, wenn auch streng verboten.

Odile weiß, dass ihr erste Liebe nicht alt werden wird. Sie hat einen Blick auf die Eltern des Jungen erhascht, als diese aus einem früheren Leben angereist sind, um ihn noch einmal zu sehen. Doch sie ahnt nicht, dass sein Tod schon so bald bevorsteht. Ihr eigenes Leben verändert Edmes Verschwinden radikal. Wird sie die Chance ergreifen um später, im nächsten Tal, das 20 Jahre in der Zukunft liegt, einzugreifen in ihrer beider Schicksal? Ein fesselndes Gedankenexperiment, das den Wert echter Freundschaft feiert und zu Zeitreisen in die eigene Vergangenheit anregt.

Artikelbeschreibung

Dieses Tal ist ein besonderer Ort. Geht man nach Osten oder Westen, stößt man auf die gleichen Häuser, Hügel, Straßen - doch alles ist zwanzig Jahre zeitversetzt. Nur in Trauerfällen dürfen die Grenzen passiert werden. Als die junge Odile in Besuchern aus der Zukunft die Eltern ihres Freundes Edme erkennt, weiß sie, dass er bald sterben wird. Was wäre, wenn Odile das ihr auferlegte Schweigen bricht? Ein bewegendes und außergewöhnliches Debüt über Freiheit und die Macht des Schicksals.

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Personeninformation

Scott Alexander Howard lebt in Vancouver, British Columbia. Er wurde an der Universität von Toronto in Philosophie promoviert und war Postdoktorand in Harvard, wo er sich mit der Beziehung zwischen Erinnerung, Emotionen und Literatur beschäftigte. Das andere Tal ist sein erster Roman.

Pressestimmen

»Alexander Scott Howards Debütroman ist ein gewaltiges Epos und ein Gedankenspiel zum Thema Zeit und Zeitreisen. Poetische Sprache und starke Bilder.« Aachener Zeitung Aachener Zeitung
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