Frau Hempels Tochter. Roman

Eine Familiengeschichte aus dem Berlin der 1920er Jahre - Reclams Klassikerinnen
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Buchprofile - Rezension
Sozialer Aufstieg einer sehr tüchtigen Portiersfrau, die auch ihrer Tochter den Weg in die "bessere Gesellschaft" ebnet.
Die Erstausgabe dieses Romans erschien vor über einem Jahrhundert (1913) im S. Fischer Verlag. Der Reclam Verlag hat jetzt eine behutsam modernisierte Neuauflage herausgebracht. Das Buch war damals ein Kassenschlager. Und auch heute liest sich dieses sprachlich anspruchsvolle und gleichzeitig gut verständliche Werk ausgesprochen unterhaltsam. Dabei schildert die Autorin beachtlich breit viele Einzelheiten aus dem Leben der meist einfachen, armen Leute und einer kleineren Zahl von Menschen, denen es besser geht, in einem Vorort der großen Stadt Berlin. Im Mittelpunkt steht allerdings die Familie Hempel. Nicht die Tochter, wie es der Buchtitel suggeriert, sondern die Mutter: eine Frau, die stets zupackt, wenn man irgendwo helfen und sich dabei einige Taler verdienen kann (Herr Hempel geht im Hintergrund rechtschaffen seiner Arbeit als Schuster nach). Freilich hat die Portiersfrau Hempel fest im Sinn, dass es ihrer Tochter Laura – vielleicht schon bald – besser geht als ihr. Schließlich bahnt sich behutsam eine Liebesbeziehung Lauras zu einem nicht besonders begüterten Grafen an, die sich in einem zweiten Erzählstrang ausbreitet. Ob nun diese Geschichte spannender ist als der plötzliche Aufstieg Frau Hempels zur Besitzerin einer Badeanstalt (im Winter Eisbahn) mit entsprechenden Eintrittsgeldern, mag der Leser entscheiden. Die Ereignisse, die hier nicht vorweggenommen sein sollen, sind in jedem Fall bedeutsam. Und die Autorin hat zudem, beinahe Seite für Seite, eine kleine, kluge Lebensweisheit parat. – Ein lesenswerter Roman, der zwar im vorigen Jahrhundert spielt, sich aber auch auf "heutige Verhältnisse" übertragen lässt. Für Erwachsene in jedem Alter.
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Artikelbeschreibung

Ein Roman aus dem Berlin der JahrhundertwendeDie Schustertochter Laura lebt mit ihren Eltern in einem Berliner Mietshaus, in dem sich die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten begegnen. Seit sie als Kindermädchen für den Bankdirektor im gleichen Haus arbeitet, träumt sie von Besserem - besonders, als sie am Fenster gegenüber einen melancholisch dreinschauenden jungen Mann entdeckt. Wird es ein Happy End für Laura und ihren verarmten Grafen geben?

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Pressestimmen

»Man spürt eine Freude am Umgang mit Sprache, es gibt eine Komik, ohne dass Alice Berend auf Kalauer aus wäre.« DLF Büchermarkt, 20.02.2025 »Es ist das Zeitzeugnis der sozialen Aufstiegsmöglichkeiten einer sich mobilisierenden Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts, ohne die prekären Lebensverhältnisse in der Großstadt Berlin zu beschönigen.« epd, 17.02.2025
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