»Also dann in Berlin ...«

Artur und Maria Brauner - Eine Geschichte vom Überleben, von großem Kino und der Macht der Liebe
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Buchprofile - Rezension
Biografie des leidenschaftlichen deutschen Filmproduzenten (1919-2019).
Artur Brauner schuf als Produzent mehr als 500 Filme, wovon die Mehrzahl dem Genre der "leichten Unterhaltung" zuzuordnen sind. Zeitlebens aber widmete er sich mit Leidenschaft den Erinnerung an Judenverfolgung und NS-Zeit. 1918 als Abraham Brauner im polnischen Lodz geboren, war Artur Brauner selbst Sohn jüdischer Eltern. 1940 flüchtete er vor dem drohenden Ghetto in die Sowjetunion und gelangte auf seiner Flucht bis nach Taschkent. Bei seiner Odyssee hatte er in Stettin bereits eine ehemalige Zwangsarbeiterin, die Maria genannte Theresa Alberti, kennengelernt und für die Zeit nach dem Krieg verabredet: "Also dann in Berlin!" Mit Hartnäckigkeit, Mut und Einfallsreichtum gelang es ihm stets, Nachstellern ein Schnippchen zu schlagen und auch sein Berufsziel, das er schon seit Jugendtagen hegte, zu erreichen. Als Filmproduzent zeichnete sich der 2019 im Alter von 100 Jahren verstorbene Artur Brauner durch Akribie, Fleiß und zuweilen auch Despotismus aus, der gerne mal während eines Drehs den Regisseur auswechselte, wenn ihm das Resultat nicht gefiel. Mit seiner CCC-Produktionsgesellschaft drehte er "massentaugliche" Streifen, die den Zeitgeist trafen und die Kinokassen klingeln ließen. Viele Karl-May- und Edgar-Wallace-Streifen tragen seinen Namen. Seine Tochter Alice Brauner setzt ihrem Vater mit diesem Buch ein würdiges Denkmal, das sein Leben und Werk ausführlich beleuchtet. Sie schöpft dabei aus eigenen Erinnerungen, wie auch aus den Memoiren ihres Vaters und auch des Großvaters Moshe Brauner. Illustriert mit vielen Schwarzweiß- und Farbfotos zeigt das Buch Stationen des Filmmoguls und Privatmenschen und gewährt ebenso einen tiefen Einblick in das Schicksal von Flucht und Vertreibung sowie - konträr - hinter die Kulissen der schillernden Filmwelt. Empfehlenswert!
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Artikelbeschreibung

Das Leben des legendären Filmproduzenten Artur 'Atze' Brauner und seiner Frau Maria: Eine Geschichte vom Überleben im Krieg, von einer großen Liebe und dem Traum, Hollywood nach Berlin zu holen.
Stettin 1945. Zurückgekehrt aus den Weiten Russlands und Usbekistans, wo seine Familie den Krieg und die Verfolgung durch die Nazis überlebt hat, schmiedet Artur Brauner Zukunftspläne. Auf dem Bahnhof begegnet er einer jungen Frau: Maria, die mit blond gefärbten Haaren und einer falschen Identität der Deportation aus dem Ghetto von Lemberg entgangen war - und in Hannover in einem Lagerkrankenhaus gearbeitet hatte. Jetzt ist sie auf dem Weg nach Warschau, in der Hoffnung, dort noch Überlebende ihrer Familie zu finden.
Es sind nur wenige gemeinsame Stunden, die die beiden miteinander verbringen, inmitten einer Trümmerwüste, aus denen die wenigen unbeschädigten Häuser in gespenstischer Sinnlosigkeit herausragen, wie Artur später schreibt. Er verliebt sich in Maria, und ruft ihr zum Abschied zu: 'Also dann in Berlin...' Sie sehen sich tatsächlich wieder und heiraten im November 1946, in einem Displaced Persons-Lager im schwäbischen Heidenheim.
Schon im September hatte Artur eine Filmproduktions-Lizenz beantragt, beginnt, seine ersten Filme zu drehen und eröffnet nur drei Jahre später seine CCC-Filmstudios in Berlin-Spandau. Artur Brauner wird zu einem der größten Filmproduzenten Deutschlands, er holt Regisseure wie Fritz Lang und Robert Siodmak zurück nach Berlin, arbeitet mit den großen Stars seiner Zeit. Immer an seiner Seite: 'Die beste Ehefrau der Welt', Maria Brauner.
Doch die Vergangenheit lässt ihn, den Sohn eines jüdischen Holzhändlers, nicht los. Der Holocaust wird zu einem Lebensthema, das er immer wieder aufgreift - von seinem ersten Film 'Morituri', bis zu 'Die Spaziergängerin von Sanssouci', dem letzten Film mit Romy Schneider.
Jetzt erzählt seine Tochter Alice Brauner die Geschichte ihrer außergewöhnlichen Eltern und spannt den Bogen dabei von der Kindheit in Polen über die Wirren des Krieges und den Neuanfang ausgerechnet in Deutschland bis hin zur jüngeren Vergangenheit. Eine Geschichte über die Macht der Liebe, über großes Kino und darüber, wie Träume wahr werden - trotz allem. Berührend, voller Magie und Lebensfreude.

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Pressestimmen

Es ist ein hochemotionales und historisch spannendes, geschichtlich wichtiges Buch. Moritz Wulf arte Kultur News 20220520
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