Waisenkind

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Buchprofile - Rezension
Die Suche einer jungen Frau nach ihrem Platz in der Gesellschaft.
Avital wächst in mehr als prekären Verhältnissen bei ihren Großeltern auf dem Land auf. Die Großmutter ist Alkoholikerin, der Großvater missbraucht sie. So nimmt Avital Reißaus, möchte ihren leiblichen Vater suchen, doch gerät sie von einem Desaster ins nächste. Nur wenige Menschen helfen ihr bedingungslos, meist sind es Männer. So scheint sie im alten Mossad-Agenten Achituv Porat einen ihr zugewandten Menschen gefunden zu haben. Oder trügt der Schein? – „Waisenkind“ von Galit Dohan Carlibach ist ein sehr widerspenstiger Roman, den man sich als Leser:in mühsam erschließen muss. Die Autorin ist in Sderot, Aschdod und Jerusalem aufgewachsen und kennt das Land von innen. Das Buch zeichnet das Porträt einer zwiespältigen Gesellschaft zwischen Armut und Reichtum. In ihr versucht die erstaunlich resiliente Protagonistin Avital, ihren Platz zu finden. Der Schreibstil wirkt auf mich konstruiert, der Lesende verheddert sich durch "falsch gelegte Fährten", die den Erzählfluss des Romanes mühsam erscheinen lassen. Für eine erfahrene Leserschaft, die den kreativen Schreibstil schätzt.
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Artikelbeschreibung

Avitals Kindheit und Jugend verlaufen alles andere als glatt. Sie wächst am Rande Jerusalems bei ihren Großeltern in prekären Verhältnissen auf. Auch als sie Reißaus nimmt, wendet sich zunächst nichts zum Besseren: Avital schlittert von einem Unglück ins nächste und träumt dabei unermüdlich von einem Vater, der kommt und sie rettet - wie in den Waisenkindergeschichten, die sie so gerne liest. Und tatsächlich taucht eines Tages der ehemalige Mossad-Agent Achituv Porat auf und nimmt sie unter seine Fittiche. Endlich scheint Avitals Leben eine gute Wendung zu nehmen, doch war die Begegnung mit Achituv wirklich so zufällig, wie er vorgibt?

Mit Mut, Witz und Unerschrockenheit trotzt die junge Heldin allen Rückschlägen. Spannend und voller unerwarteter Wendungen - ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann.

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Personeninformation

Galit Dahan Carlibach ist 1981 geboren und in Sderot, Aschdod und Jerusalem aufgewachsen. Sie ist Autorin mehrerer Romane und Novellen. Ihre Essays, Gedichte und Erzählungen erschienen in israelischen Zeitungen und internationalen Magazinen wie Haaretz, Maariv, Tablet, Lilith und anderen. Ihr Werk wurde mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt 2025 mit dem ACUM-Preis für ein Werk in Arbeit. Galit Dahan Carlibach liest, hält Vorträge und lehrt kreatives Schreiben. Sie lebt in Jerusalem.

Ruth Achlama, 1945 in Deutschland geboren, übersetzt hebräische Literatur renommierter Autorinnen und Autoren ins Deutsche. Für Kein & Aber hat sie mehrere Romane von Ayelet Gundar-Goshen, Yishai Sarid, Dori Pinto sowie Daria Shualy ins Deutsche übertragen. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Ruth Achlama lebt in Tel Aviv.

Pressestimmen

»Die Sprache ist frisch, die Hauptfigur gewitzt, frech, leidenschaftlich, rebellisch und feurig... es reißt einen mit, die Spannung bleibt.« Carsten Hueck, Deutschlandfunk Kultur Lesart, 04.05.2026 Deutschlandfunk Kultur 20260504

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