Ökumenischer Kirchentag in München
Im Mai 2010 war München der Schauplatz für den Zweiten Ökumenischen Kirchentag. Die Münchner Kirchenzeitung deutet das Ereignis als gelebte Zusammenarbeit: im gemeinsamen Kirchentagsradio ebenso wie in Begegnung, Austausch und der Hoffnung auf mehr christliche Einheit.
Foto: © IMAGO / epd
Gemeinsames Radio, gemeinsame Hoffnung: Die Münchner Kirchenzeitung zeichnet ein zuversichtliches Bild des Zweiten Ökumenischen Kirchentags in München. Karin Hammermaier stellt in „Ökumene für die Ohren“ vom 9. Mai 2010 das erste konfessionsübergreifende Kirchentagsradio als Beispiel praktischer Zusammenarbeit vor. Johannes Schießl zieht in „Die Hoffnung bleibt“ vom 23. Mai 2010 eine positive Bilanz: Begegnungen und gemeinsames Feiern stärken die christliche Einheit. Beide Beiträge zeigen Ökumene als gelebte Gemeinschaft und rücken das Verbindende stärker in den Blick als kirchliche Konflikte.
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Die Hoffnung bleibt
Eine Botschaft des Zweiten Ökumenischen Kirchentags in München
Der Himmel zeigte sich nicht in den bayerischen Landesfarben Weiß und Blau. Die meiste Zeit hingen ziemlich schwere Wolken über dem Zweiten Ökumenischen Kirchentag in München, was viele Redner als Symbol für den Zustand der Kirche deuteten. Doch solches Denken grenzt an Aberglauben. Denn ein ganz anderes Bild gaben die Gesichter der 130.000 Christen-Gäste ab: Deren Mienen spielten zwischen freundlich und (im guten Sinne) fromm. Diese Augenhöhe meinte auch der deutsche Barock-Dichter Angelus Silesius in seinem Vers: »Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir.«
Die Ökumene der Christen ist keine »Nebensache«, sondern eine »Hauptsache«, wie es Erzbischof Reinhard Marx formulierte. In München bekam sie einen besonderen Akzent durch die Präsenz der Orthodoxen – neben dem in Deutschland üblichen Doppel aus Katholiken und Protestanten. Und es wurde deutlich, dass Ökumene nicht bloß aus Disputen besteht, sondern im gegenseitigen Kennenlernen und im gemeinsamen Feiern wurzelt. Nur so können der Respekt und die Einheit wachsen. Und wenn der Zweite Ökumenische Kirchentag in München die gemeinsame Hoffung bestärkt hat, dann hat er heuer schon etwas vom Pfingstfest vorweg genommen.
Johannes Schießl
Ökumene für die Ohren
Zum ÖKT entsteht das erste überkonfessionelle Kirchentagsradio
MÜNCHEN. Beim 2. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) in München geht erstmals ein konfessionsübergreifendes Kirchentags-Radio auf Sendung. Betrieben wird das ÖKT-Radio von den beiden Kirchenfunkredaktionen der Gastgeber dieser Großveranstaltung, der Radioredaktion des Sankt Michaelsbunds und der evangelischen Funk-Agentur. Unterstützt werden die Münchner Hörfunkredakteure von jungen Kollegen aus der katholischen Journalistenschule, dem Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses, sowie durch Mitarbeiter anderer evangelischer Landeskirchen. Gemeinsam machen die etwa 25 Radioleute den Ökumenischen Kirchentag für Teilnehmer wie Daheimgebliebene zu einem Hör-Erlebnis.
Das Programm startet jeden Morgen um 7 Uhr. Um halb acht sollen Service- und Verkehrsmeldungen den Kirchentagsbesuchern das Erreichen der Veranstaltungsorte erleichtern. Literarisch stimmt um 8.40 Uhr ein Gedicht aus dem im Sankt Michaelsbund erschienenen Band »Die Hoffnung fährt schwarz« auf den Tag ein. Ein weiterer Kulturbeitrag wartet um die Mittagszeit auf. »Kunst und Kirche« ist der Sendeplatz um 12.40 Uhr überschrieben.
Junge Kirchentagsbesucher greifen um 14.20 Uhr zum Mikrofon, wenn es heißt: »Neues aus der Arche«. Unter professioneller Anleitung machen Schüler diese Sendung im ÖKT-Jugendzentrum auf dem Olympiagelände selbst. Um 14.30 Uhr schließt sich ein akustisches Fundbüro an, bei dem Verlorenes ausfindig gemacht oder Personen gesucht werden können. Und natürlich berichtet das ÖKT-Radio ausführlich über die Veranstaltungen des Kirchentags, lässt prominente Gäste zu Wort kommen und präsentiert auf dem Messegelände ein eigenes Bühnen-Programm.
Zu empfangen ist das ÖKT-Radio im Stadtgebiet München über die UKW-Frequenz 94,5 des Aus- und Fortbildungskanals, und zwar vom Donnerstag, 13., bis Samstag, 15. Mai, zwischen 7 und 9 Uhr, 11 und 13 Uhr sowie 14 und 16 Uhr. Auch am Mittwoch, 12. Mai, wird nachmittags gesendet. Außerhalb Münchens kann das Programm fortlaufend unter www.oekt-radio.de verfolgt werden. Viele Sendungen gibt es auf der Internetseite zudem zum Nachhören.
Karin Hammermaier
Foto: © Archiv
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