Verwirklichte Visionen
Eine öffentliche Bücherei mitten im Münchner Hauptbahnhof – zugänglich für alle, mit einem breiten Medienangebot, das kostenlos genutzt werden darf. Soziologen würden heute von einem „third place“ sprechen: einem „dritten Ort“ ohne Kaufzwang, der neben Zuhause und Arbeitsplatz tritt. Eine Idee, die den katholischen Prälaten Georg Triller schon vor 125 Jahren bewegte. Er sah, wie sehr die moderne Massengesellschaft Vereinzelung fördern kann – und wollte dem Orte der Gemeinschaft entgegensetzen, die Menschen zusammenbringen und Bildung für alle ermöglichen.
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Verwirklichte Visionen
Der Sankt Michaelsbund steht seit 1901 für Büchereien, Bildung und Medienvielfalt
Eine öffentliche Bücherei mitten im Münchner Hauptbahnhof – zugänglich für alle, mit einem breiten Medienangebot, das kostenlos genutzt werden darf. Soziologen würden heute von einem „third place“ sprechen: einem „dritten Ort“ ohne Kaufzwang, der neben Zuhause und Arbeitsplatz tritt. Eine Idee, die den katholischen Prälaten Georg Triller schon vor 125 Jahren bewegte. Er sah, wie sehr die moderne Massengesellschaft Vereinzelung fördern kann – und wollte dem Orte der Gemeinschaft entgegensetzen, die Menschen zusammenbringen und Bildung für alle ermöglichen.
Auch wenn solche Orte bei Neu- und Umbauten von Bahnhöfen bis heute selten mitgedacht werden, ist Trillers Vision vielerorts Wirklichkeit geworden: Über 1.000 Büchereien gehören zum Sankt Michaelsbund. In vielen Dörfern sind sie eine zentrale kulturelle Einrichtung und ein wichtiger Treffpunkt – getragen von rund 12.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Neben den Büchereien engagierte sich der Michaelsbund von Anfang an auch journalistisch – „Preß“ stand für Presse. Bis heute setzt er sich für Meinungsvielfalt ein: mit dem Magazin [inne]halten, dem Münchner Kirchenradio MKR, Beiträgen für Partnersender sowie eigenen Online- und Social-Media-Angeboten. So wirkt Trillers Idee weiter: an einer vielfältigen Gesellschaft mitzuwirken und Zusammenhalt zu fördern – auch durch Debatte und Meinungsstreit. Heute nennen das Soziologen „demokratiefördernd“.
Georg Triller (1855–1926) war katholischer Priester und Bildungs-Pionier. 1901 gründete er in München den „Katholischen Preßverein für Bayern“ – den Ursprung des heutigen Sankt Michaelsbundes. Seine Vision: Menschen durch Medien, Büchereien und Bildung verbinden und Teilhabe für alle stärken.
125 Jahre Sankt Michaelsbund
Weil Medien Vielfalt brauchen.
Weil Bildung Zukunft bedeutet.
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Begrüßung von Stefan Eß
Seit 125 Jahren verbindet der Sankt Michaelsbund Menschen durch Bildung und Medien. Ein Jubiläum als Dank an Sie und Aufbruch in eine gemeinsame Zukunft.
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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde des Sankt Michaelsbundes,
2026 feiert der Sankt Michaelsbund einen besonderen Geburtstag: Seit 125 Jahren setzt er sich ein für Bildung, unabhängige Medien und gesellschaftliche Teilhabe für die Bürgerinnen und Bürger in ganz Bayern. Dieses Jubiläum begehen wir in herausfordernden Zeiten. Umso wichtiger sind Orientierung, Dialog und verlässliche Informationen. Unser Anspruch bleibt es, Menschen zu verbinden: mit Geschichten, Wissen und dem Aufzeigen von Perspektiven, verlässlich, offen und nah an ihrer Lebenswirklichkeit.
Dieses Jubiläum ist gleichzeitig ein guter Anlass für uns, Ihnen von Herzen zu danken. Sie sind Teil einer großen Gemeinschaft, die unsere Büchereien und unsere Medien nutzen. Die mitlesen, mitdiskutieren, mitgestalten und die wir mit unseren Angeboten verschiedentlich begleiten dürfen.
Lassen Sie uns gemeinsam Zukunft gestalten.
Herzliche Grüße
Ihr
Stefan Eß
Geschäftsführender Direktor
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125 Jahre bewegte Geschichte
Vom Preßverein zum Multimediahaus: Seit 125 Jahren gestaltet der Sankt Michaelsbund Bildung und Seelsorge – von der Zeitung bis zur Künstlichen Intelligenz.
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Prälat Georg Triller, Generalvikar im Bistum Eichstätt, gründet den „Katholischen Preßverein“ für Bayern e.V. Seelsorge bedeutet für ihn auch den Zugang zu Bildung und Medien zu ermöglichen. Sein Motto: „Hebung der Volksbildung auf christlicher Grundlage durch Schrift und Wort."
Der „Katholische Preßverein“ übernimmt das 1908 erstmals erschienene "Wochenblatt für die Katholischen Pfarrgemeinden Münchens“. Es ist Keimzelle für die „Münchner Katholische Kirchenzeitung“, wie sich ab 1919 mit bischöflicher Genehmigung nennen darf. Viele Jahrzehnte später wird daraus schlicht die „Münchner Kirchenzeitung“. Das publizistische Wirken des „Katholischen Preßverein“ reicht aber viel weiter: Bis zum Beginn der NS-Diktatur ist er an 12 bayerischen Verlagen mit 22 Zeitungen beteiligt und besitzt eigene Druckereien. Seine schon damals mehr als 1.000 Büchereien verzeichnen 1930 1,3 Millionen Ausleihen. Der Verein nutzt zudem damals topmoderne Medien wie Lichtbildervorträge für seine auf breiteste Schichten angelegte Bildungsarbeit.
Der NS-Staat zwingt den Verein zur fast vollständigen Aufgabe der Zeitungsbeteiligungen. Nur die Münchner Katholische Kirchenzeitung darf er behalten. Zudem verlangen die neuen Machthaber einen neuen Namen: aus dem „Katholischen Preßverein“ wird der „Sankt Michaelsbund zur Pflege des katholischen Schrifttums in Bayern“. Die Nationalsozialisten erheben zudem ein Monopol auf den Begriff „Volk“. Sie erzwingen die Umbenennung der katholischen „Volksbücherei“ in „Katholische Pfarrbücherei“. Deren Bestände werden kontrolliert und immer wieder beschlagnahmt. Zusätzliche Steuerbelastungen sollen den Verein zur Aufgabe bewegen.
Die „Münchner Katholische Kirchenzeitung“ äußert sich dem neuen Regime gegenüber zunächst sehr vorsichtig, später auch kritisch. Schriftleiter Erich Wewel erhielt zwischen 1938 und bis zum Verbot der Kirchenzeitung 1941 häufiger Gestapo-Vorladungen. Einen seiner Vorgänger, Prälat Michael Höck, sperrten die Machthaber vier Jahre lang in verschiedene Konzentrationslager, weil er Kritik am Nationalsozialismus geübt hatte.
Die „Münchner Katholische Kirchenzeitung“ erhält von der amerikanischen Militärregierung die Lizenz Nr. 6. Sie gehört zu den ersten gedruckten Publikationen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Bayern wieder erscheinen konnten. Bis Anfang der 1960er Jahre steigt die verkaufte Auflage auf 150.000 Exemplare. Freistaat und Kirche gleichen allmählich die massiven Buchverluste in den Büchereien des Sankt Michaelsbundes während der NS-Zeit aus. Die kriegsbeschädigten Häuser des Verbands in der Herzogspitalstraße und der Herzog-Wilhelm-Straße werden wieder auf- bzw. neu gebaut. 1948 erscheint erstmals eine Mitgliederzeitschrift für die Büchereien, die bis heute unter dem Titel „Treffpunkt Bücherei“ existiert.
Als Dienstleistungsunternehmen für die angeschlossenen Mitgliedsbüchereien entsteht die Landesfachstelle. Sie kooperiert zunehmend über die konfessionellen Grenzen hinaus mit kleinen wie großen Kommunen. Zusammen mit dem Borromäusverein in Bonn entwickelt er den Ausbildungsgang zum "Kirchlichen Büchereiassistenten" (KiBüAss).
Mit dem Aufbau der privaten Rundfunklandschaft in Bayern beginnt ein völlig neues Kapitel für den Sankt Michaelsbund. Er übernimmt die katholische Zulieferung an lokale und landesweite Privatsender wie „Antenne Bayern“. Damit erreichen kirchliche Beiträge wöchentlich ein Millionenpublikum, vor allem außerhalb des katholischen Kernmilieus.
Das Tätigkeitsfeld in den elektronischen Medien weitet sich beständig aus. Neben einer TV-Redaktion entsteht auch eine Online-Redaktion, die für das Erzbistum München und Freising Pionierarbeit leistet. 2008 gründet der Sankt Michaelsbund das „Münchner Kirchenradio“ (MKR) – zunächst als Internetseite mit Audiodienst. Daraus entsteht sechs Jahre später ein terrestrischer DAB+-Sender, der auch als Webradio abrufbar ist. Die Internetseite wandelt sich unter dem Namen „mk online“ zu einer kirchlichen Informationsplattform. Neben einer Buchhandlung nur für das Fachpublikum aus den Mitgliedsbüchereien entsteht eine auf Familien ausgerichtete Publikumsbuchhandlung, die auch über einen Onlineshop verfügt.
Der Verlag Sankt Michaelsbund stemmt die Veröffentlichung des neuen Gotteslob für die Erzdiözese München und Freising mit einer Auflage von rund zwei Millionen Exemplaren. Die „Münchner Kirchenzeitung“ wird 2024 in das 14-tägig erscheinende „[inne]halten. Magazin für Gesellschaft, gutes Leben und Spiritualität“ überführt, das in Kooperation mit 14 Bistümern und katholischen Verlagen in ganz Deutschland entsteht. Die Online-Plattform Innehalten.de ist die digitale Erweiterung des gedruckten Magazins. Selbstverständlich sind alle Bereiche des Sankt Michaelsbundes auch auf Social Media aktiv.
Der Sankt Michaelsbund arbeitet mit Künstlicher Intelligenz, in kritischer Distanz und ohne auf reale Menschen zu verzichten. Seine Redaktion besteht aus Multimedia-Experten, die am Puls der Zeit aus christlicher Grundhaltung das Bedürfnis nach Spiritualität, Gemeinschaft und Bildung begleitet. Seine Büchereien sind weiterhin ein third place, in denen Kinder, Frauen und Männer einen Ort des Austauschs und des Miteinanders finden, ein durch kein digitales Angebot zu ersetzender Begegnungs- und Lernraum. Ein Ort, der nicht allein Medien vorhält, sondern eine 24/7 Open Library - an dem Menschen zusammenkommen, egal ob zu Lesungen, zu einer Umweltschutzinitiative oder zu einem Schafkopfkurs mit anschließender Silent Disco. 2051 begeht er sein 150-jähriges Bestehen. Der Freistaat Bayern, die bayerischen Bistümer und viele andere Institutionen würdigen ihn als „einzigartig und unersetzlich“.
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Bildung liegt uns am Herzen
Testimonials

Über den Michaelsbund
Der Michaelsbund ist das katholische Medienhaus in Bayern. Wir produzieren eigene Medien wie Radiobeiträge und Podcasts, liefern kirchliche Inhalte an TV- und Radiosender und betreiben eine charmante Buchhandlung. Zudem unterstützen wir als ältester bayerischer Büchereiverband über 1.000 öffentliche Büchereien.


