Kinder der roten Erde

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Buchprofile - Rezension
Eindringliches Familien- und Zeitporträt aus der Geschichte Chinas nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Mittelpunkt des Romans steht das Schicksal der jungen Sina, deren Familie nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 als „Klassenfeind“ verfolgt wird. Die Mutter der Autorin fühlte sich erst ab 2017 nach der offiziellen Beendigung des permanenten Klassenkampfes unter dem Einfluss der Reformen von Deng Xiaoping als vollwertige Bürgerin und vertraute ihre Erinnerungen der Tochter an. Daraus macht Luo Lingyuan nicht nur eine Familiengeschichte, sondern zugleich ein Panorama der chinesischen Geschichte des 20. Jh. Im Mittelpunkt steht Xiao Sina, die in einem Dorf aufwächst. In einer Kleinstadt betreibt der tüchtige Vater eine gut gehende Ölpresse und verschafft der Familie Ansehen und ein angenehmes Leben. Mit Gründung der Volksrepublik China im Oktober 1949 starten vernichtende politische Kampagnen, die den Vater zur Flucht veranlassen. Sinas gütige und sanfte Mutter wird inhaftiert und verhungert. Sinas sozialer Absturz als Tochter sog. „Klassenfeinde“ bedeutet Verlust von Zukunftsperspektiven und Rechten. Wie Sina trotz aussichtsloser Lage eine Lehrerausbildung absolviert und zu einer geschätzten, gebildeten und anerkannten attraktiven Frau reift, erzählt dieser persönliche, emotionale und historisch aufschlussreiche Roman in unprätentiöser klarer Sprache. Wiederkehrende Motive sind schwere Schicksalsschläge, die mit Hoffnung auf eine bessere Zukunft in Freiheit und dem Glauben an Bildung und Anerkennung pariert werden. Der Erzählstil verwendet anschauliche Bilder aus der Natur, nüchterne Darstellung von Leid, empathische Schilderung von Personen ohne Idealisierung oder Betonung der Charakterfehler. Frei von politischen Thesen zeigt die Autorin, wie historische Entwicklungen menschliche Biografien unglücklich beeinflussen können. Als lange Jahre in Deutschland lebende Chinesin blickt sie distanziert und beobachtend auf die chinesische Kultur. Der Roman entwickelt seine Wirkung langsam und nachhaltig und lässt Leser*innen ihr eigenes Urteil bilden.
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Artikelbeschreibung

Xiao Sina zieht als achtjähriges Mädchen mit ihrer Familie vom Dorf in eine kleine Stadt, in der ihr Vater, ein angesehener Mann, eine gut laufende Ölpresse betreibt. Ab Oktober 1949, nach der Machtübernahme der Kommunisten, wendet sich das Schicksal für die Famlie: Der Vater wird als 'Grundbesitzer' eingestuft und muss fliehen, die Mutter wird ins Gefängnis geworfen. Inzwischen siebzehnjährig, steht Sina als Kind von 'Klassenfeinden' allein in der Welt, sie ist geduldet, aber mehr oder weniger rechtlos.Wie durch ein Wunder wird sie zur Ausbildung als Lehrerin zugelassen und rettet sich vor dem Hungertod. Als sie 1957 zum Studium auf den berühmten Lushan-Berg kommt, ist sie eine umworbene junge Frau, deren Schicksal noch mehrmals von den politischen Verwerfungen ihres Landes auf das Heftigste gezeichnet wird, und doch gelingt ihr letztendlich ein geglücktes Leben ...Luo Lingyuan zeichnet in ihrem neuen Roman die Volksrepublik China in ihren aufgewühlten, oft sehr grausamen Anfangsjahren. Trotz der Armut und des harten Lebens bewahren die Kinder der roten Erde ihre Sanftheit und geben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft über ein ganzes Leben hinweg nie auf.

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