aufgetischt & abserviert

Eine Anthologie der Münchner Turmschreiber
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Bayern im Buch-Rezension
Eine uneinheitliche, manchmal vergnügliche Reise in kulinarische Gefilde.
Die altehrwürdige Vereinigung der Münchner Turmschreiber - 1959 gegründet - legt wieder ein buntes Sammelsurium von Texten und Illustrationen vor, diesmal rund um das Thema "Essen". Kurzgeschichten, Gedichte, Karikaturen, kleine literaturwissenschaftliche Abhandlungen… kaum ein kurzes Genre, das hier nicht vertreten ist, sei es auf Hochdeutsch oder Bairisch. Beim Lesen der verschiedenen Texte vermisst man deswegen, abgesehen vom vagen gemeinsamen Inhalt, so etwas wie einen roten Faden. Die Mitglieder der Turmschreiber - nicht alle haben etwas beigetragen - und ihre "Gäste" hatten ganz offensichtlich viel Freiheit, die manche nutzten, aber die meisten wohl veranlasst haben, nur routiniert etwas abzuliefern. Entsprechend sind zwar alle Beiträge auf einem recht hohen Niveau, aber ein "Muss" ist wohl keiner von ihnen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sich durch die meisten Beiträge etwas zu viel Sentimentalität in Bezug auf die "gute alte Zeit" zieht. Wenn etwa Franz Eder die Karikatur eines "Asiaten mit Knödel" beisteuert, die vor allem die Reproduktion rassistischer Klischees zu sein scheint, dann kann man darin nur ein "fishing for compliments" sehen im Sinne: schaut, was wir uns trauen, ohne uns etwas zu trauen! Auch Georg Eggers "Neoliberales Märchenbuch" ist mehr Ärgernis als Literatur. Zum Glück, und darin liegt ja die Stärke jedweder Anthologie, kann man solche Beiträge aber auch einfach überblättern. Am meisten Freude bereiten die Beiträge von routinierten Kabarettisten wie Josef Brustmann oder Wissenschaftlerinnen wie Martha Schad. So geht es dieser Anthologie wie der Speisekarte in einem traditionellen Gasthaus: man kann die meisten Speisen zwar durchaus probieren, aber am besten bleibt man bei den Köchen (bzw. Autoren), von denen man weiß, dass sie kochen können. Und möglicherweise geht man besser zur Konkurrenz, die es schmackhafter macht.
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Artikelbeschreibung

Das Leben ist manchmal wie ein Restaurantbesuch. Da werden exquisite Köstlichkeiten angepriesen und aufgetischt. Doch nicht immer entspricht das Genossene dem, was die vollmundige Ankündigung des Kellners erwarten ließ. Und abgerechnet wird sowieso erst zum Schluss.Unter dem Titel »aufgetischt & abserviert« nehmen sich die Münchner Turmschreiber nicht nur der Nahrungsaufnahme und -zubereitung an, sondern auch des Lebens als Menü aus süßen und sauren Momenten. In dieser Anthologie servieren die Mitglieder der süddeutschen Autorenvereinigung Geschichten von Liebe und Enttäuschung, von Völlerei und Abstinenz, von Gänsebraten und Laktoseintoleranz. Es darf mit Bier, Champagner oder Eierlikör auf die Höhen und Tiefen deseigenen Daseins angestoßen werden und das ein oder andere poetische Sahnehäubchen wird zum Nachtisch kredenzt. Und weil man sich zum Essen gerne Gäste einlädt, haben das auch die Münchner Turmschreiber getan. Deshalb wurde diese Anthologie auch mit Texten befreundeter Autorinnen und Autoren gewürzt.Sprachen: Deutsch, Deutsch

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