Die beiden Pfarrkirchen St. Peter und Paul in Grünwald

Geschichte - Bauwerke - Ausstattung - Künstler
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Bayern im Buch-Rezension
Gut bebilderter "Führer" durch "Geschichte, Bauwerke und Ausstattung" der beiden Grünwalder Kirchen.
Diese Monografie präsentiert - soweit möglich - ausführlich die (Bau-)Geschichte der erstmals 1315 (als Filiale der Pfarrei Oberhaching) genannten, aber sicherlich jüngeren "Alten Pfarrkirche" (heute "Gedächtnisstätte für die Opfer der beiden Weltkriege") sowie der 1939 geweihten jetzigen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Grünwald bei München und analysiert deren Architektur, Funktion und Ausstattung. Text und Anmerkungen zeugen von der Akribie und dem Fleiß, die der Autor bei seinen jahrelangen Recherchen aufgewendet hat. Freilich hätte eine gewisse textliche Straffung dem Buch gutgetan; auch finden sich hie und da theologisch oder kunsthistorisch etwas schiefe Ausdrücke/Bemerkungen. Dennoch ist zweifellos ein "nachhaltiges" Standardwerk entstanden, das vor allem für Grünwald und Umgebung von Interesse ist, doch wegen Anhang 4 auch darüber hinaus. Hier sind nämlich - bezüglich der Neuen Pfarrkirche - "berufliche Ausbildung" und "Werke" des Münchner Baumeisters Michael Steinbrecher und der (nicht nur ortsansässigen) Ausstattungskünstler Wilhelm Braun, Ludmilla Fischer-Pongratz, Max Olofs und Martin Kneidl aufgeführt.
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Artikelbeschreibung

Die Alte Pfarrkirche von St. Peter und Paul in Grünwald bei München steht nicht nur im Schatten der benachbarten und weithin über den Ort hinaus bekannten mittelalterlichen Burg, sondern auch der sie beherrschenden neuen Kirche gleichen Patroziniums aus den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Sie wird auch von Ortsansässigen wenig beachtet, obwohl ihre Geschichte eng mit der des Schlosses und des Ortes verknüpft ist. Die Ursprünge der Alten Pfarrkirche reichen wohl in das Hohe Mittelalter zurück, als der Grundherr an seinem Herrensitz für das Gedenken an seine "Vorvorderen und zum Seelenheil für seine Nachkommen" eine "Eigenkirche" mit einem festangestellten Kleriker errichtete. Mit der Neuordnung der Kirchenorganisation durch den hl. Bonifatius 737/38 wurden die Eigenkirchen an den Diözesanbischof übertragen und in die kirchliche Organisationsstruktur eingegliedert. St. Peter und Paul diente fortan als Filialkirche von St. Stephan in Oberhaching, bis sie endlich 1922 zur selbständigen Pfarrkirche "erhoben" wurde. Der erhaltene Kirchenbau ist wohl vor 1250 entstanden. Mit der spätestens 1272 erfolgten Übernahme der Burg durch die wittelsbachischen Herzöge und der Stiftung eines Schlossbenefiziums 1405 bestimmten die Herzöge die Ortsgeschichte. Nach Abbruch der eigentlichen Schlosskapelle in der Burg um 1680 übernahm die Dorfkirche auch die Funktion der Schlosskapelle und der Schlosskaplan zunehmend die Aufgaben des Dorfseelsorgers, 1803 sogar die des Dorflehrers. Nach dem Neubau der Neuen Pfarrkirche St. Peter und Paul 1938/39 diente die alte Kirche fortan als "Gedächtnisstätte für die Opfer der beiden Weltkriege". Heute wird sie wieder zunehmend für gottesdienstliche Veranstaltungen genutzt.

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