Lehrjahre

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Buchprofile - Rezension
Als Jugendlicher hatte der bekannte Comiczeichner drei Sommer lang einen Ferienjob zur Aushilfe in einer großen Papierfabrik in Québec.
Der in Kanada geborene und heute in Frankreich lebende Guy Delisle ist als Zeichner von Graphic Novels auch in Deutschland durch seine Reportagen über Auslandsaufenthalte (zuletzt: Aufzeichnungen aus Jerusalem, BP/mp 13/226) bekannt geworden. In seiner aktuellen Bilderzählung berichtet er von seiner Jugendzeit in Québec, während der er drei Sommer lang einen Ferienjob zur Aushilfe in einer großen Papierfabrik ausübte, um sich Geld für den Collegebesuch und das Studium an der Animationsschule zu verdienen. Mit seinen eher einfachen Zeichnungen gelingt es dem Autor, viel von den harten und gefährlichen Arbeitsbedingungen während den 12-Stunden-Schichten und von der rauen (Männer-) Arbeitswelt in der Fabrik mit ihren Eigengesetzlichkeiten zu vermitteln, in die sich Delisle einfügen musste. Immer wieder spielt auch das schwierige, von Sprachlosigkeit geprägte Verhältnis zu seinem Vater, der von seiner Familie getrennt lebt und ebenfalls in der Fabrik als Ingenieur arbeitet, eine Rolle. Insgesamt eine dichte autobiografische Graphic Novel, die ihren Platz schon in mittelgroßen Beständen finden sollte.
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Artikelbeschreibung

Shenzhen, Pjöngjang, Burma, Jerusalem und nun Québec... Guy Delisle nimmt uns mit auf eine Reise in seine Jugend. In seiner kanadischen Heimat arbeitete er als Student drei Sommer lang in einer Papierfabrik: Zwölf-Stunden-Schichten in einem heißen, lauten Gebäude voller obskurer Maschinen. Zwischen den gigantischen Papierwalzen konnte schnell ein Finger oder eine Hand verschwinden, und wenn man kurz nicht aufpasste, war das Papier für eine gesamte Auflage der NEW YORK TIMES vernichtet... Dass Guy Delisles Vater als technischer Zeichner in den Büros über dem Maschinenpark arbeitete, brachte dem Ferienjobber bei den "lebenslänglichen" Arbeitern nicht gerade Sympathien ein. Mit gewohnt humorvoller Genauigkeit zeichnet Guy Delisle ein scharfes Porträt einer rauen (Männer-)Arbeitswelt, in der ein zügelloser Sexismus herrscht, und hinterfragt die Beziehung zu seinem Vater, die vor allem von einem bestimmt ist: Sprachlosigkeit.

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