Akte Luftballon

Zwei Mädchen, eine Mauer, eine wahre Geschichte
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Buchprofile - Rezension
Eine langjährige Brieffreundschaft zwischen einem Mädchen aus Süddeutschland und einem aus der östlichen DDR.
1977 lässt die kleine Stefanie bei einem Fest in der Nähe von Heidelberg einen gelben Luftballon mit einer Karte steigen. Wider Erwarten erhält sie einige Zeit später eine Antwort. Es schreibt ihr die ebenfalls sechsjährige Anke aus der Nähe der sächsischen Kleinstadt Lommatzsch. Trotz des geringen Alters bleiben die beiden Mädchen in Briefkontakt über viele Jahre und teilen sich so Kummer und Freuden von Kindheit und Jugend. Mit zunehmendem Alter setzen sich beide kritisch mit der DDR-Gesellschaft auseinander. Für Anke - so wissen sie rückblickend zuverlässig - ist der Briefkontakt ein massives Hindernis, einen Studienplatz zu erhalten. Erst kurz vor der Wende treffen sich die beiden Mädchen zum ersten Mal persönlich, als Stefanie an einer Klassenfahrt nach Berlin mit dem Besuch Ostberlins teilnimmt. Richtiggehend erschüttert sind sie, als Ankes Bruder Jahre später in seiner Stasi-Akte Notizen zu dieser Brieffreundschaft findet. - Die Autorin erzählt und belegt die Geschichte mit den erhaltenen Briefen. Sie betont von Anfang an, dass sie es aus der Perspektive des "Wessis" darstellen muss. Der Leser lernt gewissermaßen mit ihr, wie sich die Menschen gegenseitig wahrgenommen haben. Bei Wally weckt der Briefkontakt früh ein großes Interesse an Politik und Gesellschaft. Sehr konsequent hat sie auch in den erläuternden Teilen zwischen den Briefauszügen den altersgemäßen Entwicklungsstand berücksichtigt. Sehr hilfreich - nicht nur für junge Leser - sind die zahlreichen Anmerkungen, in denen sie v.a. nicht mehr gebräuchliche Begriffe und Abkürzungen erläutert. Speziell dürfte sich das Buch an junge Menschen wenden, die dadurch einen guten Zugang zur deutsch-deutschen Geschichte finden können.
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Artikelbeschreibung

Die wahre Geschichte einer wunderbaren Freundschaft zweier Mädchen aus der BRD und der DDR, die keine Mauer trennen konnte. Ein sechsjähriges Mädchen aus der BRD bittet 1977 seinen Vater, ihm einen gelben Luftballon zu kaufen. Am Band befestigen sie eine Karte mit der Adresse. Nach wenigen Tagen bekommt das Mädchen Post von einem gleichaltrigen Mädchen aus der DDR. Es beginnt eine Brieffreundschaft, die unschuldiger nicht sein könnte. Das ändert sich, als die beiden in die Pubertät kommen und ihrer Umgebung unbequeme Fragen zu stellen beginnen. Stefanie Wally schildert ihre eigene wahre Geschichte dieser tiefen und ungewöhnlichen Freundschaft. Dabei erzählt sie in einer mitreißenden Frische, was die Generation der in den 1970er-Jahren Geborenen umtrieb. Eine ebenso flott geschriebene wie nachdenklich machende Geschichte zweier Freundinnen in einem geteilten Deutschland. Eine Frauenfreundschaft, die Grenzen überwindet.

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Personeninformation

Wally, StefanieStefanie Wally, geboren 1971, ist nach ihrem Studium der Germanistik, Geschichte und Politologie als Gymnasiallehrerin und Fachreferentin für Wirtschaft, Berufs- und Studienorientierung in Karlsruhe tätig. Nach einer Ausbildung zur Körpersprache- und Kommunikationstrainerin bietet sie zudem praxisorientierte Trainings im Bereich Persönlichkeitsentwicklung an. Sie verfasst und inszeniert Theaterstücke und arbeitet als Theaterpädagogin. 2016 hat sie Akte Luftballon auf die Bühne gebracht.

Pressestimmen

»Mit Akte Luftballon hat sie ein großartiges Zeitdokument deutsch-deutscher Geschichte verfasst, das anrührt und zugleich in jedem, der mit der Geschichte in Berührung kommt, Kampfgeist wecken muss.« Doris Weber Rhein-Neckar-Zeitung 20161213
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