Der Bus von Rosa Parks

Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012, Kategorie Sachbuch
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Buchprofile - Rezension
Ben lernt von seinem Großvater die Bedeutung von Zivilcourage im Kampf für soziale Gerechtigkeit in Zusammenhang mit der Rassentrennung.
Der Großvater will seinem Enkel Ben etwas zeigen und nimmt das Kind nach Detroit ins Automuseum mit. Der Junge kann zuerst nicht verstehen, was er mit den alten Autos soll, die weder ihn noch den Alten interessieren. Doch dann steigen beide in einen Bus und setzen sich auf einen Platz, auf dem der Großvater am 1. Dezember 1955 gesessen hatte, als sich eine schwarze Frau weigerte, ihren Platz einem Weißen anzubieten und statt dessen einfach sitzen blieb. Rosa Parks war damals 42 Jahre alt und eine selbstbewusste Arbeiterin, die sich nicht einschüchtern ließ. Auf mehreren großformatigen Seiten ist die Szene in Bildern von M. Quarello festgehalten: eine unscheinbare Dame, die sich bewusst ist, was ihr Verhalten bewirken muss. Das war zur Zeit der Rassentrennung in den USA eine direkte Provokation, die auch gleich Folgen hatte: der Busfahrer forderte die Frau noch einmal schreiend auf, ihren Platz freizugeben und, als diese sich lächelnd weigerte, fuhr er an den Straßenrand und wartete auf die Polizei, die die Frau in Handschellen mitnahm. Daraufhin bestreikten die Schwarzen in Detroit die Busse und organisierten sich unabhängig, um den Weg von ihrer Arbeit zu ihren Arbeitsplätzen zurückzulegen. Es war auch die Zeit von Martin Luther King, der sich für die verhaftete Frau einsetzte. Und ein Jahr später wurden die Rassengesetze aufgehoben. Dennoch war der Weg für die Schwarzen noch lange nicht geebnet. Für Ben ist das eine wichtige Lektion über Zivilcourage und die Bedeutung des individuellen Engagements, für das wir alle Mut brauchen. Aber er liebt auch seinen Großvater, der damals mit der mutigen Frau im Bus saß, aber nicht den Mut aufbrachte, etwas zu unternehmen und seinen Platz dem ersten Weißen anbot, der ihn für sich beanspruchte. - Eine wertvolle Bestandsergänzung im Bereich neuester Geschichte für Kinder.
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Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Extrablatt empfiehlt:

Rosa Parks gehört zu jenen Menschen, die mutig für ihre Träume und Hoffnungen kämpften. Das Bilderbuch erzählt eine Episode aus ihrem Leben, die den Beginn von Veränderungen markieren wird. Ihr Nein, dass die Welt bewegen und verändern wird, gibt noch heute Vielen Mut, zu handeln und sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

Artikelbeschreibung

Ben ist enttäuscht, als sein Großvater ihm im Museum nur einen alten Bus zeigen will. Doch dann lauscht er gebannt der Geschichte von Rosa Parks: Im Jahr 1955 hat nämlich sein Großvater in genau diesem Bus neben Rosa Parks gesessen, als sie sich weigerte, ihren Platz für einen Weißen freizumachen. Und dieses mutige Nein sollte die ganze Welt bewegen! Eine sehr kindgerechte Lektion in Zivilcourage mit großartigen Bildern im Stil des amerikanischen Realismus. Ben findet seinen Großvater oft ein bisschen umständlich und denkt, er sei manchmal nicht mehr ganz bei Trost. Aber als er Ben in Detroit im Museum seine Geschichte und die von Rosa Parks erzählt, sieht Ben die Welt mit ganz anderen Augen. Rosa Parks' Verhaftung war der Auslöser für die Entstehung der von Martin Luther King angeführten schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA. Fabrizio Silei gelingt es, diese wichtige Episode in der Geschichte der schwarzen Bevölkerung Amerikas anschaulich und kindgerecht zu erzählen und ein Gefühl für das Unrecht zu vermitteln, das es bedeutet, wegen seiner Hautfarbe als Mensch zweiter Klasse behandelt zu werden. Und Maurizio Quarello lässt in seinen an Edward Hopper erinnernden großflächigen Bildern das Amerika der 50er Jahre wiederauferstehen.

Produktsicherheit

Hersteller: Herstelername: Verlagshaus Jacoby & Stuart GmbH
Anschrift: Esmarchstr. 25
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Kontakt: verlag@jacobystuart.de

Personeninformation

Fabrizio Silei, geb. 1967 in Florenz, studierte Politikwissenschaften. Er ist Autor von Essays, Romanen und Erzählungen für Erwachsene und Kinder. Sein Herzensthema sind die Kinder- und Menschenrechte. 2008 wurde er mit dem UNICEF-Literaturpreis ausgezeichnet. Maurizio A. C. Quarello, geb. 1974 in Turin, studierte Grafikdesign, Illustration und Architektur. Er hat bereits mehr als 30 Kinderbücher illustriert, die vielfach ausgezeichnet wurden, u.a. mit dem Prix des Incorruptibles und dem White Raven. Seine Bilder wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit gezeigt.
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