Trommler und Pfeifer

Die Geschichte der bayerischen Spielkarten
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Bayern im Buch-Rezension
Eine Geschichte des "Bayerischen Blatts" vom 15. Jh. bis heute.
Spielkarten sind nicht gleich Spielkarten - selbst wer selbst nicht Schaf(f)kopf spielt, kennt zumindest die Unterschiede zwischen dem französischen, deutschen, bayerischen Blatt, vielleicht sogar auch noch die spanische oder fränkische Variante. Doch wie haben sich diese Kartenbilder entwickelt? Manfred Hausler nimmt uns in dem hervorragend aufgemachten und bebilderten Band mit auf eine Reise durch über 500 Jahre Kulturgeschichte des Kartenspiels in Süddeutschland. Beginnend mit ersten Nachweisen des Kartenspiels ab 1378 und den ältesten erhaltenen Gebrauchsspielkarten, die 2000 zufällig in Schongau entdeckt und auf ca. 1450 datiert wurden, über die Entwicklungslinien des "bayerischen" Kartenbilds, das sich über die Jahrhunderte von Augsburg über München immer weiter ausgebreitet hat. Anschaulich werden die Entwicklungen des Kartenbilds in Manufakturen und Druckereien von Salzburg bis zur Ostsee, von Nürnberg und Altenburg bis hin nach Polen und Russland beschrieben. Das "bayerische" Blatt erweist sich so über Jahrhunderte hinweg als ein Spiegelbild örtlicher Traditionen und des Zeitgeschmacks. Zurecht weist der Autor am Ende darauf hin, dass die heute noch vorhanden vier Varianten - Böhmisches, Salzburger, Fränkisches und Bayerisches Blatt ein wichtiges, aber auch gefährdetes Kulturgut sind, die zu schützen, zu erforschen, aber auch zu bespielen sich lohnt. Manfred Hauslers Buch (erstmals 2010: s. BiB 10/2) ist Kulturgeschichte, Alltagsgeschichte und Kartengeschichte zugleich, die Lektüre lohnt sich nicht nur für Spielkartenenthusiasten. Größeren Büchereien wärmstens ans Herz gelegt.
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Artikelbeschreibung

Seit 1378 wissen wir von Spielkarten in Bayern - bis heute gehört das Kartenspiel zur festen Tradition und erfreut sich weiter Verbreitung in Altbayern, Franken und Schwaben: von privaten Spielrunden über die Wirtshauskartler bis zum Vereinswesen und den offiziellen Meisterschaften. Begriffe aus der Welt des Kartenspiels und Sprüche der Spieler drangen bis in die Alltagssprache ein.Was ist typisch bayerisch an den Spielkarten? Wie entstanden die Blattfarben? Woher kommt die "Sau", der "Eisenbahner" und der "Belli"? Manfred Hausler spürt der historischen Entwicklung des Bayerischen Kartenbildes in seinen Motiven, Formaten und Verbreitungsgebieten nach: beginnend bei den Augsburger Wurzeln, den "Nebenlinien" in Regensburg, Franken, Böhmen, Tirol sowie im Salzburger Land bis hin zu allen heute noch verwendeten Versionen in Zentraleuropa.Über 800 Kartenabbildungen aus den letzten sechs Jahrhunderten verdeutlichen den Ideenreichtum und die Gestaltungsliebe der Kartenmacher.

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