Totalbeton

Roman
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Buchprofile - Rezension
Düstere philosophische Betrachtung einer postapokalyptischen Gesellschaft, in der den Menschen jeder Lebensinhalt genommen wurde.
Der namenlose Ich-Erzähler wächst in der 5969. Etage des GEBÄUDES auf, das die Bewohner mit seinen undurchdringlichen Mauern aus Totalbeton vor den grauenhaften Szenen bewahren soll, die sich vor seinen Toren abspielen. Die Kleinfamilien leben darin auf engstem Raum, isoliert von ihren Nachbarn, und verrichten monotonste Jobs zur Erhaltung des GEBÄUDES. Geistigen oder körperlichen Freiraum für persönliche Entfaltung gibt es nicht, die abgestumpften Menschen werden auf ihre bloße Existenz reduziert. Jahrelang zieht sich der Erzähler vor den Depressionen der Mutter und den Misshandlungen des Vaters in sich zurück, bis eines Tages die Frage nach dem "Weshalb?" in sein Bewusstsein tritt und sein Leben radikal erschüttert. - "Totalbeton" thematisiert eine der wohl grundlegendsten Fragen, den Sinn der menschlichen Existenz. Während der Roman sprachlich sehr überzeugt und eine überraschende Enthüllung aufweist, ist die Lektüre keine leichte Kost. Für philosophisch interessierte und anspruchsvolle Leserinnen und Leser zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

In einem Hochhaus lebt ein Kind mit seinen Eltern - auf engstem Raum in der 5969. Etage. Wir wissen nicht, ob es ein Junge oder Mädchen ist, nicht, wie alt es ist, nicht, in welcher Zeit die Geschichte spielt, die das Kind in direktem, fast unbeteiligtem Ton erzählt. Es ist die Geschichte aller Menschen, die in dieser Zukunft leben. Nur dass dieses Kind neugieriger als alle anderen ist und ergründen will, was sich hinter dem oder eigentlich in diesem Beton verbirgt. Langsam dringen wir mit dem Kind in das GEBÄUDE ein, in seine Poren, seine Nervenbahnen, seine Adern.
Schemenhaft verstehen wir allmählich, wie sein Organismus lebt und welcher unerhörte Stoffwechsel ihn befeuert. Da gibt es ein Außen, wo Ausgestoßene leben, die alles geben, um wieder hineinzukommen. Wie sie sich dabei gegenseitig massakrieren, wird als disziplinierende Dauersendung auf einen großen Bildschirm in jede Wohnung übertragen. Wer sich dort nicht fügt, wird abgeholt und ausgestoßen. In wessen Auftrag? Man weiß es nicht, nicht einmal, ob es diese unsichtbare Macht überhaupt gibt.
Karoline Georges verbindet Science-Fiction, Naturwissenschaften und Existenzphilosophie zu einer verstörenden Dystopie, in der ein befremdliches Lebensgefühl spürbar wird und sich beim Lesen Maßstäbe verschieben. Das immer Ungeheuerlichere des zunehmend Entdeckten verliert sein Geheimnis nicht, es gewinnt eine eigene Wahrheit, und gerade dieses Paradox wirft uns zurück auf existenzielle Fragen. So konsequent hat uns noch kein Roman beunruhigt. Totalbeton kommt einer Erneuerung des Genres gleich.

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Personeninformation

Georges, Karoline
Karoline Georges, geboren 1970 in Montréal, studierte interdisziplinäre Kunst und Film in Québec, später in Montréal Kunstgeschichte. Als freischaffende Künstlerin interessiert sie sich vor allem für Erscheinungsformen des Virtuellen, für die Möglichkeiten der Zukunft und das besondere Verhältnis von Bewusstsein und Technologie. Ihre Bücher sind mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet worden. Heibert, Frank
Karoline Georges, geboren 1970 in Montréal, studierte interdisziplinäre Kunst und Film in Québec, später in Montréal Kunstgeschichte. Als freischaffende Künstlerin interessiert sie sich vor allem für Erscheinungsformen des Virtuellen, für die Möglichkeiten der Zukunft und das besondere Verhältnis von Bewusstsein und Technologie. Ihre Bücher sind mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet worden.
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