Die Kinder von Izieu

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Buchprofile - Rezension
Im April 1944 werden 44 jüdische Waisenkinder und 7 erwachsene Betreuer:innen eines Kinderheims in Izieu in Südostfrankreich deportiert und in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht.
In einem abgelegenen kleinen Dorf in Südostfrankreich, Izieu, unterhielt ein Ehepaar ein Waisenhaus, in dem überwiegend jüdische Waisenkinder aus ganz Europa Aufnahme und ein zu Hause gefunden hatten. Vermutlich aufgrund einer Denunziation wurde das Haus am 6. April 1944 durch Befehl des berüchtigten Lyoner Gestapochefs Klaus Barbie von deutschen Soldaten überfallmäßig geräumt. 44 Kinder und 7 erwachsene Betreuerinnen und Betreuer wurden deportiert und über Lyon in das Sammellager Drancy in Paris gebracht. Bereits eine Woche später wurden die allermeisten Kinder und Erwachsenen aus Izieu in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau transportiert und dort vergast. Eindrucksvoll und teils mit erschütternder Deutlichkeit rekonstruiert die Bilderzählung nicht nur in Text und Bild aus den unterschiedlichen Perspektiven der wenigen Überlebenden und in das Geschehen involvierten französischen Zeugen die damaligen Vorgänge, sondern schreibt auch die Geschichte nach 1945 fort. Insbesondere die Aussagen dieser Zeugen im Prozess gegen den fast 40 Jahre später in Südamerika verhafteten Klaus Barbie und die schließlich erfolgreichen Bemühungen, in Izieu einen Erinnerungsort für dieses von deutschen Nazis begangene Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu schaffen, spielen dabei eine Rolle. Gerade in Zeiten eines wachsenden Rechtspopulismus, der sich u.a. erdreistet, die Nazizeit als "Vogelschiss in der deutschen Geschichte" zu verharmlosen, sollten möglichst viele Bibliotheken ihrer Leserschaft die in unserem Nachbarland Frankreich sehr wach gehaltene Erinnerung an das grausame Schicksal der Kinder von Izieu nicht vorenthalten.
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Artikelbeschreibung

Anfang 1943 gründen Sabine und Miron Zlatin in der südfranzösischen Gemeinde Izieu im Departement Ain in der besetzten italienischen Zone ein Waisenhaus - das Maison d'Izieu -, um jüdische Kinder aufzunehmen und zu schützen. Nach der Kapitulation Italiens am 8. September 1943 marschiert die Wehrmacht in Südostfrankreich ein.Unmittelbar beginnt eine verschärfte Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, mit Verhaftungen in Chambéry und Umgebung und mit der Ablösung des Unterpräfekten von Belley, dem Beschützer des Waisenhauses. Am 6. April 1944 erreichen Wehrmachtsangehörige in Begleitung von drei Gestapo-Offizieren das Maison d'Izieu, die anwesenden 44 Kinder und sieben jüdischen Erwachsenen werden verhaftet und abgeführt. Nur Léon Reifman gelingt mit einem Sprung aus dem Fenster die Flucht. Die Perticoz, eine Bauernfamilie in der Nachbarschaft, verstecken ihn ... Sie verstehen nicht: Warum werden Kinder so brutal angegriffen? Wer hat Klaus Barbie und seine Handlanger auf dieses friedliche Waisenhaus aufmerksam gemacht? Gibt es vielleicht eine Denunziation? Die Kinder und ihre Betreuer werden nach Lyon und dann nach Drancy gebracht, bevor sie nach Auschwitz deportiert und ermordet werden.Mit einem Nachwort von Dominique Vidaud, dem Direktor der Gedenkstätte Izieu.

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