Die neuen Despoten

Wie Machthaber weltweit Demokratien zerstören
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Buchprofile - Rezension
Porträts von sechs mächtigen Männern, die in unterschiedlichem Maße die Weltpolitik bestimmen.
Der Historiker versucht anhand von reichlich Quellenmaterial und persönlichen Begegnungen das Agieren von Wladimir Putin, Victor Orbán, Kim Jong-un, Recep Tayyip Erdogan, Yi Jinping sowie des Königs von Thailand Rama X. begreiflich zu machen, wobei letzterer trotz aller Extravaganz und Verachtung von Frauen wohl eher als Marionette des Militärs einzustufen ist denn als wirklicher Machthaber. Trotz des Untertitels "Wie Machthaber weltweit Demokratien zerstören" gilt dies beim eigenen Land wohl nur für Erdogan und Orbán. Russland war wohl auf dem Weg zur Demokratie, was man für China und Nordkorea so nicht behaupten kann. Oder soll der Untertitel ein vorsichtiger Seitenhieb auf Donald Trump sein? Interessant sind die unwillkürlichen Parallelen, die man bei der Lektüre entdeckt. Bis auf Putin, der seine Kindheit bis zum Auftragsmord geheim hält, sind die anderen stolz auf ihre Herkunft. Besonders bei Erdogan und Orbán fällt auf, wie sie ihr Herkommen aus einfachen Schichten betonen. Man hat den Eindruck, sie sind von der Rechtmäßigkeit ihres Handelns überzeugt, weil sie wie der "kleine Mann" denken. Bei Putin und Kim, Herrscher über ein "kommunistisches Königreich" (Knopp) besonders ausgeprägt, spiegelt mitunter das Verhalten die Angst vor Entmachtung wider, den Verlust von Vertrauen in andere Personen als den engsten Familienkreis. Was wiederum erklären könnte, warum Nahestehende mit immer mehr Posten, Geld und Einfluss bedacht werden. Auf einen zusätzlichen Aspekt der Lektüre sei abschließend noch hingewiesen: die indirekte Aufforderung, sich mit den Werten, die man selbst mit Demokratie verbindet, intensiv auseinanderzusetzten.
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Artikelbeschreibung

Sie sind keine Erfindung unserer Zeit, aber es ist auffällig, wie sehr sie wieder in Mode sind: legitime Herrscher, die sich wie Despoten verhalten. Staatenlenker, die auf Gewalt setzen und willkürlich regieren. Sie sind zwar nicht durch Putsch oder Revolution an die Macht gekommen, sondern (weitestgehend) demokratisch in ihre Ämter gewählt worden, doch läuft ihr Regierungsstil letztlich auf Tyrannei hinaus.In seinem neuen Buch porträtiert Guido Knopp mit Viktor Orban und Recep Erdogan zwei der wichtigsten Vertreter dieser zerfallenden Demokratien. Er hinterfragt ihre Ziele, beleuchtet Machtstrukturen und zeigt, wie sie sich mit Autokraten verbünden: Wladimir Putin, Kim Jong-un und Chinas Führer Xi. Eindrücklich führt Knopp die Gefahr dieser neuen Bündnisse vor Augen.

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Personeninformation

Prof. Dr. Guido Knopp war jahrzehntelang der Chefhistoriker des ZDF. Er gilt als der wohl populärste Historiker Deutschlands. Er ist erfolgreicher Publizist und Fernsehmoderator. Vor allem durch seine Einschätzungen zu zeitgeschichtlichen Themen, wird er gerne als kompetenter Experte befragt.
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