Die Verwandlung der Dinge

Eine Zeitreise von 1950 bis morgen
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Buchprofile - Rezension
Über 50 Jahre Medien- und Alltagsgeschichte dargestellt am Wandel medialer Geräte.
Von der Schiefertafel zum Tablet, vom Kofferradio zum MP3-Player, von der LP zum Streaming, vom Fernsehschrank zum Flachbildschirm, von der Videokassette zum Streaming und vom Fernsprecher mit Wählscheibe zum Smartphone: die Älteren werden sich schmunzelnd oder gruselnd erinnern. Das Sachbuch erzählt, beschreibt und erläutert auf unterhaltsame Weise den Wandel, der unsere Gesellschaft seit über 50 Jahren erfasst hat und der sich - nicht nur gefühlt - immer noch beschleunigt. Amüsant und informativ zu lesen, lautet das letzte Kapitel "Zukunft 2.0. Es wird einmal gewesen sein". In größeren Büchereien ist ein Einsatz vorstellbar.
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Artikelbeschreibung

Fasziniert begibt sich Bruno Preisendörfer auf die Spur der Philosophie der Alltagsgegenstände - und dessen, was diese mit den Menschen, die sie bedienen, mach(t)en.

1963, als der Erstklässler Bruno Preisendörfer aufgeregt seinen ersten Schulweg antrat, da hing an seinem Schulranzen noch ein Wischläppchen für seine Schiefertafel, gerechnet wurde mit Stift und Rechenschieber, Musik hörte man im Radio oder auf LP. Nur 14 Prozent der bundesrepublikanischen Bevölkerung hatten ein Telefon - die Preisendörfers gehörten nicht dazu; einen Fernseher gab es bei ihnen daheim auch nicht und auch keine Schreibmaschine, mit der man z. B. das Manuskript zu diesem Buch hätte schreiben können.

Heute hat fast jedes über zwölfjährige Mitglied einer Durchschnittsfamilie ein eigenes Handy oder ein Tablet, mit dem man telefonieren, fotografieren, schreiben, googeln, chatten, streamen und mailen kann.

Mit einer Mischung aus Irritation, Faszination und verschmitztem Staunen lässt Preisendörfer die rasante Entwicklung Revue passieren, die seinem persönlichen Alltag im Laufe weniger Jahrzehnte widerfuhr. Manchmal mit ein wenig Nostalgie, manchmal fasziniert, immer aber mit Neugier und dem Bewusstsein, dass auch jede Zukunft nur allzu bald ihre Vergangenheit hat.

Preisendörfer wäre dabei nicht Preisendörfer, beleuchtete er nicht mit wachem Blick und stilistischer Raffinesse, was die jeweiligen Kulturtechniken mit ihren Benutzern machten und wie sie sich auf das jeweilige Sozialgefüge auswirken - wenn sich die gesamte Familie um einen Fernseher versammelt, lebt man anders, als wenn jeder ein Tablet hat; mit physischen LPs war Musikhören etwas anderes als mit Streamen; und wenn jeder ein Handy hat, entwickelt sich auch kein erbitterter Kampf um das einzige Telefon mehr.

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