König Otto von Griechenland

Die bayerische Regentschaft in Nauplia 1833/34
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Bayern im Buch-Rezension
30 Jahre glückloser, aber nicht ganz erfolgloser bayerischer Aufbauarbeit in Griechenland.
Als Philhellene setzte König Ludwig I. bei den europäischen Großmächten durch, seinen zweitältesten Sohn Otto zum König von Griechenland zu küren, um das von osmanischer Herrschaft ausgebeutete Land zu Frieden und Wohlfahrt zu führen. Mit 17 Jahren, am 6. Dezember 1832, brach Otto mit rund 10.000 Beamten, Soldaten und „Entwicklungshelfern“ auf, um zwei Monte später mit seinem großen Gefolge in Nauplia zu landen. Was Otto vorfand, war das Chaos: Leere Staatskassen, wirtschaftliche Agonie und Menschen, die nach jahrhundertelanger Ausbeutung und Unterdrückung keine Zukunftshoffnung mehr hatten. Finanzhilfen der europäischen Mächte versickerten in dunklen Kanälen und die militärische Aufrüstung verschlang die Millionen, die für den Aufbau der Wirtschaft nötig gewesen wären. Mit großem Idealismus und Tatkraft wurde – neben der Förderung der Landwirtschaft und des Weinbaus – immerhin versucht, die Grundlagen für einen modernen Staat mit einer effizienten Verwaltung, einer unabhängigen Justiz und für ein fortschrittliches Bildungs- und Gesundheitswesen zu legen. Doch das Land blieb zerrissen, die einheimischen Politiker opponierten gegen den Monarchen aus dem fernen Bayern, bis das Militär gegen Otto putschte. Nach 30 Jahren Aufbauarbeit musste er das Land wieder verlassen, um im Bamberger Exil bis zu seinem Tod im Jahre 1867 in griechischer Volkstracht allabendlich zu speisen. Was blieb, war die positive Erinnerung in weiten Teilen der Bevölkerung an die „Bavaresen“. Der Autor hat hier, auch mit bis jetzt unbekannten griechischen Quellen, nicht nur die ersten, an Widersprüchen und Fehleinschätzungen reichen Regierungsjahre Ottos in Nauplia kritisch gewürdigt, sondern auch die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten in den 1830er Jahren in Griechenland ausführlich geschildert. Historisch interessierten Lesern sehr zu empfehlen.
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Artikelbeschreibung

Blutjung ist der Wittelsbacher Prinz Otto, als er 1832 mit 16 Jahren zum König von Griechenland ernannt wird. Ein knappes Jahr später ist es so weit: Feierlich geht der junge König in Nauplia an Land, begleitet von einem Regentschaftsrat, der bis zu seiner Volljährigkeit die Regierungsgeschäfte führen soll. Es ist ein Zeitraum voller Hoffnung und Zuversicht für die Griechen, deren Land nach jahrhundertelanger Herrschaft der Türken heruntergewirtschaftet ist. In den Jahren 1833/34 schafft die bayerische Regentschaft die Grundlagen für das heutige Griechenland. Unter Berücksichtigung griechischen Quellenmaterials untersucht Reinhold Friedrich diese ersten Jahre der neuen griechischen Monarchie. Die politische Geschichte und die gesellschaftlich-kulturellen Hintergründe werden beleuchtet, aber auch das alltägliche Leben und die Beziehung der Bayern und Griechen. Es ist das spannende Dokument einer Zeit, deren Spuren bis heute auffindbar sind.

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