Bayerwaldblues

Die Geschichte eines Gefühls
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Bayern im Buch-Rezension
Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend in einem kleinen Dorf im Hinteren Bayerischen Wald.
Alexander (geb. 1974) wächst in Spiegelhütte, einem kleinen Dorf im Hinteren Bayerischen Wald auf. Seine Eltern betreiben dort zunächst eine Pension, dann ein Wirtshaus, sein Vater arbeitet darüber hinaus in der örtlichen Glashütte. Mitte der 80er Jahre kommt der Bub ins Gymnasium nach Zwiesel. - In diesem zeitlichen Rahmen bewegen sich die Erinnerungen des Autors (inzwischen Politikwissenschaftler in Regensburg). Auf 280 Seiten lernt man im „Bayerwaldblues“ eine Kindheit kennen, die sich scheinbar in einer längst vergangenen Zeit abgespielt hat, aber tatsächlich nur vier Jahrzehnte zurückliegt. Das Aufwachsen als Wirtshauskind hat seine eigene Gesetzmäßigkeiten, manche schöne Momente und eine Unzahl oft absurder Erlebnisse mit den „Fremden“, aber auch viele Schattenseiten, etwa einem doch sehr eingeschränkten Familienleben. Natürlich reihen sich in diesem Buch die originellen Anekdoten und lustigen Geschichten, viele davon sind – auch in ihrer „incorrectness“ – heute nicht mehr vorstellbar. Über manche unsensible Reaktionen und Grobheiten werden sich jüngere Leser:innen sicher wundern, bei vielen „einheimischen“ älteren Lesern werden dagegen vielleicht Erinnerungen wach. – Der „Bayerwaldblues“ ist eine manchmal sogar sentimentale Liebeserklärung „an den Woid“ und daher auch in den Büchereien der Region sehr gut einsetzbar.
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Artikelbeschreibung

Ein Wirtshaus, das nie wirklich schläft, und ein Bub, der früher glaubte, die Welt hinter ihm löse sich in Luft auf - Bayerwald-Blues ist die überraschend zärtliche, manchmal irrwitzige und oft herzzerreißend ehrliche Biografie eines Kindes aus dem hintersten Winkel des Bayerischen Waldes. Alexander Straßner erzählt von einer Kindheit, die gleichzeitig paradiesisch und völlig absurd war: zwischen Feriengästen, die sich benahmen, als wären sie aus einem sehr seltsamen Heimatfilm gefallen, Waidlern von unverhandelbarer Originalität und Eltern, die aus dem Nichts eine Pension samt halbem Dorf zusammenhielten. Hier wird nichts beschönigt: Es gibt Kühe, die auf frisch verlegte Pflastersteine scheißen, Blitze, die durchs Haus wandern, und Bärwurz, der den Charakter härtet. Und trotzdem entsteht ein feiner, leiser Faden von Melancholie zwischen all dem Lachen, Stolpern und Staunen: eine Liebeserklärung an jene Region, in der das Leben oft härter war als der Wirtshausboden - aber auch wärmer als jede Zentralheizung. Ein Buch über Herkunft, Humor und den ganz speziellen Menschenschlag zwischen Arber, Falkenstein und einer Welt, die immer ein bisschen schräg stand. Die Geschichte eines Gefühls. Das Buch über den Bayerischen Wald.

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Personeninformation

Alexander Straßner verbrachte seine Kindheit in Spiegelhütte im Bayerischen Wald. Nach dem Abitur (1994) studierte er Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte und Germanistik in Passau. Im Anschluss an die Promotion ging er als Assistent an die Universität Regensburg und hatte langjährige Lehraufträge in München, Wien und Zürich. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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