Das Burgschloss von Haag in Oberbayern

Band 30
Baugeschichte als Spiegel der Landesgeschichte
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Bayern im Buch-Rezension
Wissenschaftliche Darstellung des Haager Burgschlosses und seiner Geschichte.
Mit Band 30 der Schriftenreihe des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege ist endlich das Ergebnis einer langjährigen Erforschung von Haags einst stattlicher Burg und späterem Wittelsbacher-Schloss erschienen. Als Landmarke grüßt der 43m hohe Turm auch heute noch Reisende. Privatdozent Dr. Christian Kayser hat dazu mehr als 15 Jahre lang geforscht. Das Ergebnis ist eine fundierte Zusammenstellung von Fakten, wie es sie bisher noch nicht gegeben hat. Mit vielen Bildern, Skizzen, Plänen und Fotos wird die Entwicklung der Anlage vergegenwärtigt. Auf einen Überblick zur Baugeschichte, in den auch allgemeine Haager und bayerische Geschichte verflochten sind, folgt eine umfangreiche Darstellung der Oberburg. Breiten Raum nimmt sodann die Beschreibung der Unterburg und ihrer Umformung zu einer Schlossanlage ein. Auch das Vorfeld mit dem heutigen Zehentstadel, den die Gemeinde zurzeit zu einem Veranstaltungsort umgestaltet, erfährt die gebührende Beachtung. Erstaunlich ist, wie aus Bodenfunden, historischen Bildern, Aufzeichnungen eines Baumeisters, Inventarlisten und diversen Nachrichten eine plausible Vorstellung davon entwickelt werden kann, wie die Verteidigungs- und Wohnanlage zu verschiedenen Zeiten ausgesehen hat oder zumindest ausgesehen haben könnte. Insgesamt eine gewaltige Fülle an Fakten und Detailinformationen! In dieser nüchternen, gewissenhaften Darbietung von Details ist nur zu ahnen, mit welcher Freude und Hingabe der Forscher Christian Kayser zu Werke gegangen ist; die erlebt man, wenn man Christian Kayser bei einem Vortrag zuhört. Für alle, die erst einmal einen ersten Zugang zu diesem Gebäudekomplex suchen, sei das Heft "Die Burg Haag" von Rudolf Münch empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Einst Sitz der Fraunberger-Grafen, später Nebenresidenz der Wittelsbacher, heute Ruine und Wahrzeichen der Marktgemeinde: Die Baugeschichte des Burgschlosses von Haag i.OB. spiegelt die Wechselfälle bayerischer Landesgeschichte wider. Bis zum Ende des alten Reiches war Haag formal eine reichsfreie Grafschaft, deren Zentrum die bis in das hohe Mittelalter zurückgehende Burganlage bildet. Nach dem Übergang der Herrschaft an die Wittelsbacher wurde die mächtige, spätgotisch ausgebaute Feste zu einer barocken Schlossanlage umgestaltet. Im frühen 19. Jahrhundert kam es nach der Mediatisierung der Grafschaft zu Teilabbrüchen und Umbauten. Die heutige Burganlage ist ein komplexes bauliches Palimpsest, das einen dichten Bestand an bauhistorisch relevanten Befunden überliefert. Zwischen 2005 und 2020 konnte die Anlage intensiv erforscht und denkmalgerecht instandgesetzt werden. Die Maßnahmen ermöglichten dabei faszinierende Einblicke in die Geschichte einer bedeutenden Burganlage.

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Personeninformation

PD Dr.-Ing. habil. Christian Kayser studierte Architekur in München und Bath. Seit 2019 ist er Mitinhaber des Büros Kayser + Böttges, Barthel + Maus - Ingenieure und Architekten und erfüllt Lehraufträge an der TU München, der LMU München und der Propstei Johannesberg (Fulda / Hessen). Seit 2023 lehrt er an der TUM School of Engineering and Design - Lehrstuhl für Baugeschichte.
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