Neuhausen

Zeitreise ins alte München
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Bayern im Buch-Rezension
Vom bescheidenen Bauerndorf zum lebenswerten Großstadtviertel.
Dieser Band aus der Reihe "Zeitreisen ins alte München" zeichnet die Entwicklung Neuhausens von seinen dörflichen Anfängen bis zu seinem Status als modernes, angesagtes Stadtviertel nach. Neben der anschaulich und aufschlussreich dargelegten Historie, die auch die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte miteinbezieht, geben zahlreiche informative Fotos einen interessanten Überblick über das alte Neuhausen, während auf Spaziergängen durch die einzelnen Ortsteile anhand aussagekräftiger Abbildungen die städtebauliche Entwicklung deutlich wird. Obwohl das Gebiet bereits 1163/1170 in einer Urkunde des Klosters Schäftlarn erwähnt wird, entwickelt sich Neuhausen als Ort erst nach der Gründung Münchens, da Schäftlarn am Salztransport beteiligt war. An diese Frühzeit erinnert v.a. der Name "Winthir", der sich zwar als Ortspatron u.a. in einer Kirche samt Friedhof, in einer Schule und Straße sowie in einer Säule verewigt hat, über dessen Leben und Wirken jedoch keinerlei schriftliche Quellen existieren. Auch über das kleine Bauerndorf gibt es keine Belege, nur einzelne Schriftstücke geben Auskunft über die jeweiligen Herrschaftsverhältnisse. Erst Kurfürst Karl Theodor (1777-1799) ermöglicht der durch kleine Bauernhöfe und Handwerker geprägten Siedlung einen gewissen Wohlstand, indem er den 29 Gemeindemitgliedern "Grund und Boden zur Urbarmachung" überlässt. Doch die weitere Entwicklung nimmt einen anderen Verlauf. Denn die Nähe zur Residenzstadt München lockt viele als Arbeiter in Brauereien, in den Eisenbahn- und Wohnungsbau etc. in die Stadt, was letztlich 1890 zur Eingemeindung führt. Ehe ein ausführlicher Bildteil zum einen Neuhausen als Ganzes betrachtet, werden wichtige Details aus den einzelnen Ortsteilen (u.a. Bauwerke, Siedlungsprojekte, kirchliche, soziale und militärische Einrichtungen, Gemeindeleben) vorgestellt, die - trotz politischer Katastrophen, Krieg und Verwüstung - dem Leser zeigen, wie sich das bescheidene Bauerndorf zum begehrten Stadtviertel mauserte. Hochinteressant! Für Bewohner Neuhausens ein Muss!
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Artikelbeschreibung

Neuhausen, nordwestlich von Münchens Altstadt gelegen, kann auf eine mehr als 850 Jahre alte Geschichte zurückblicken.Vom kleinen, unbedeutenden Bauerndorf entwickelte es sich zu einer Vorstadt mit überwiegend proletarischer Bevölkerung und wurde 1899 nach München eingemeindet. Der neue Stadtteil war von Industrie, Militär, Post und Eisenbahn geprägt. Der Zuzug von meist ungelernten Arbeitskräften führte dazu, dass zahlreiche, meist elende Wohnquartiere auf den bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen errichtet wurden. Die Bauernhöfe im alten Ortskern rund um die Winthirkirche mussten großstädtischen Gebäuden weichen. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entstand schließlich ein moderner, lebenswerter Stadtteil.Zahlreiche, zum Teil bislang unveröffentlichte historische Bilder belegen diesen Wandel und erzählen von einer unbekannten, heute nicht mehr vorhandenen Welt. Neuhausen präsentiert sich den Lesern in einem gänzlich neuen Licht.

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