Münchens wilde 70er

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Bayern im Buch-Rezension
Bildband über das München der 70er Jahre aus journalistischer Sicht.
Vor 50 Jahren war München eine andere Stadt, selbstverliebt und wild auf alles, was sich frei und gerne auch ein wenig schrill präsentieren wollte und auch ungehindert durfte. Das galt für Mode wie Kunst, für Theater, Film und Sport und natürlich für die Disco-, Promi- und Partyszene, die angeblich sogar New York Konkurrenz gemacht hat. Nicht zu vergessen: Die Nackerten im Englischen Garten, die Schwabinger Gammler-Szene und die Olympiade, die als "Heitere Spiele" damals die Welt überraschten. Trotz des Schwarzen-September-Attentats waren es goldene Zeiten für die Medien in Deutschlands heimlicher Hauptstadt, besonders für die Fotografen. Einer von ihnen, ein Newcomer beim neu gegründeten Boulevardblatt tz, war der junge Heinz Gebhardt, dessen Archiv die Basis für dieses großartig gelungene Buch ist. Alles für die Zeitung in Schwarzweiß eingefangen, weit über 200 Bilder mit einem genialen Blick für Situationen und Details. Die Besonderheit: Als gelernter Journalist hat Gebhardt seine Bilder alle selbst kommentiert, quasi als eine Kombination von Klatschreporter Baby Schimmerlos und von dessen Fotografen Herbie, beides unvergessliche Figuren aus Helmut Dietls Fernsehserie "Kir Royal". Deren Atmosphäre schimmert bei manchen der Bilder schon recht deutlich durch. Heinz Gebhardt hat sein Archiv dem Münchner Stadtarchiv vermacht, wofür sich Elisabeth Angermair in einem klugen und ausgiebigen Beitrag zu Recht bedankt. Als München-Immigrant von 1972 kann ich das gut verstehen.
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Artikelbeschreibung

Münchens 70er Jahre waren laut, schrill und verrucht. Es war ein Jahrzehnt, das Traditionen und Konventionen sprengte und grenzenlose Freiheit versprach. In der Mode fielen alle Schranken: Alles war erlaubt, jeder konnte tragen, was er wollte. Legendär war Münchens Musik- und Disco-Szene und die "Klatschtanten" der Münchner Zeitungen hatten alle Hände voll zu tun, um die Bevölkerung mit täglichen Berichten über die ausschweifenden Partys der "Schickeria" zu versorgen.Ein Großereignis stellte das Leben der Münchnerinnen und Münchner dann völlig auf den Kopf: 1972 blickte die ganze Welt begeistert auf die farbenfrohen Olympischen Spiele, die mit dem Attentat des "Schwarzen September" ein düsteres Ende nahmen. Daran zeigte sich schon: Die 70er Jahre sollten nicht nur als heiteres und buntes Jahrzehnt in die Geschichte eingehen.Als intimer Kenner der Münchner Gesellschaft war der Fotograf Heinz Gebhardt immer dicht dran am Geschehen. Mit seinen Aufnahmen dokumentierte er das Lebensgefühl jener Zeit, aber auch den Alltag der Münchner Bevölkerung. Kritische Distanz und von Humor getragene Nähe zu seiner Heimatstadt zeichnen seine brillanten Schwarz-Weiß-Fotografien aus.

Produktsicherheit

Hersteller: Volk München
Anschrift: Neumarkter Str. 23
DE-81673 München
Kontakt: info@volkverlag.de

Personeninformation

Heinz Gebhardt, geboren 1947 in München, ist Fotograf, Fotohistoriker und München-Chronist. Als freier Bildjournalist arbeitet er ebenso für die Münchner Tageszeitungen tz, Abendzeitung, Münchner Merkur wie für die überregionale Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Spiegel und Stern. Seine Arbeit wurde mit diversen Preisen honoriert, darunter der "Forschungspreis für Photographiegeschichte . Er hat mehrere Bildbände rund um das Thema Bayern veröffentlicht.

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