Redt er Bairisch oder is er a Breiß?

Weiß-blaue Sprachverwandtschaften
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Bayern im Buch-Rezension
Unterhaltsam-humorvolle Darstellung der bairischen Sprachentwicklung.
Johann Rottmeir untersucht in seinem neuen Werk "weiß-blaue Sprachverwandschaften". Er gibt in seiner unterhaltsam-humorvollen bairischen Sprachgeschichte einen Überblick über die zahlreichen Einflüsse anderer Sprachen, beginnend bei den beiden Völkern, die schon vor den Bajuwaren das bayerische Gebiet besiedelten: die Kelten und die Römer. Während man von den Kelten wie später den (germanischen) Bajuwaren mangels schriftlicher Überlieferung wenig weiß (vermutet werden immerhin keltische Wurzeln bei manchen Orts-, Berg- und Flussnamen (Andechs, Lusen, Osser, Cham, Kallmünz, Ammer, Inn), ist es nicht allzu schwierig, bairische Wörter mit lateinischen Wurzeln auszumachen, z.B. àgràtt (accuratus), Buà (puer), Ràdi (radix). Einige interessante Parallelen findet Rottmeir zwischen Jiddisch und Bairisch (die Personalpronomina mià, es, enk; doppelte Verneinung; Wörter wie Kaff, Màssl, Schicks). Einzelne Wörter haben immerhin aus dem Tschechischen, Italienischen oder Griechischen Eingang in die bairische Sprache gefunden (Kren, Strieze, Zàmperl, Hallodri). Sehr viel größeren Einfluss hatte schließlich das Französische in Baiern: Bàgààsch, Kuwehr, lescher, mersse, Schandàrm... Im Weiteren wird das Profil des Bairischen gegenüber dem Preußischen bzw. dem Schriftdeutsch geschärft und einige "Bairische Sprachschmankerl" serviert. Allen Büchereien in Bayern sehr zu empfehlen!
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Artikelbeschreibung

Kelten, Römer, Franzosen, Amerikaner und die unvermeidlichen Preußen: Sie alle haben ihre Spuren in bayerischen Landen und im bairischen Dialekt hinterlassen. Manche Sprachverwandtschaften waren nur von kurzer Dauer, andere sind über Jahrhunderte erhalten geblieben. Welche Teile unseres heutigen Dialekts sind also "original" aus der Region und welche zeugen von der Vernetzung mit anderen Ländern und früheren Zeiten? Wo liegen die Wurzeln der Mundart?Garniert mit amüsanten Geschichten und Anekdoten, mit Sprüchen, Liedern, Gstanzln und Gedichten liefert Johann Rottmeir ein ebenso unterhaltsames wie fundiertes Werk zur bairischen Sprach- und Kulturgeschichte. Immer im Fokus: der internationale Austausch.

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Personeninformation

Johann Rottmeir, geboren 1947, war vor seiner Pensionierung leitender Beamter in verschiedenen bayerischen Ministerien und in der Bayerischen Staatskanzlei. Er diente drei bayerischen Ministerpräsidenten und kam dabei mit allen politischen und kulturellen Feldern in Kontakt. Auch die Bayerische Vertretung in Berlin gehörte zu seinem Arbeitsfeld, wo er erfahren durfte, dass der bairische Dialekt sogar in der Hauptstadt einen außergewöhnlichen Ruf besitzt.
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