Leben heißt, das Verlierbare lieben

Eine Geschichte von Verwandlung und Abschied
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Buchprofile - Rezension
Mirjam ist elf, als ihr Vater eine Hirnverletzung erleidet, die alles verändert. Eine Erzählung über das Leben, die Liebe und einen langen Abschied.
Mirjam Rabe ist elf, als ihr Vater zusammenbricht und eine Hirnverletzung erleidet. Von einem Moment zum anderen ist er nicht mehr der alte, und auch das Leben seiner Tochter verändert sich. Von nun an bewegt es sich zwischen dem langsamen Begreifen der Veränderung, der Sorge um den Vater und dem vorsichtigen Umgehen mit Ängsten und kleinen Hoffnungen bis zum Akzeptieren. In ihrer autobiografischen Erzählung verarbeitet Mirjam Rabe die Erinnerungen an diese Zeit des langen Abschieds. Die Leser:innen können an ihrer Geschichte teilhaben, in der das Leben innezuhalten scheint und damit eine besondere Intensität schafft. Scheinbare Kleinigkeiten werden aufmerksam und intensiv wahrgenommen und hinterfragt. Nicht nur der Vater ist ein anderer geworden, auch die Tochter entwickelt sich bis in die Zeiten des Erwachsenwerdens hinein. Mit ihrer eindrücklichen Ich-Erzählung wendet sich die Autorin stets an den Vater. Sie stellt Fragen und erzählt von ihren Eindrücken. Die Schilderung ihrer Wahrnehmungen, Ängste, Gedanken und ihrer Liebe zu ihm ist eine Einladung an die Leser:innen, sich hineinzuversetzen, mitzufühlen und nicht zuletzt auch zu verstehen.
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Artikelbeschreibung

Mirjam Rabe hat Erinnerungen an das Weiterleben ihres Vaters nach einem Zusammenbruch literarisch verarbeitet. In einer ganz eigenen Sprache und Sprachbildern ohne Klischees schildert sie eine von Verwandlung und Abschied geprägte Zeit ihrer Jugend. Sie nimmt die Leser:innen ganz in das Beziehungsgeschehen hinein und zeigt damit nicht nur ihr eigenes Ringen mit der geistig veränderten Persönlichkeit ihres Vaters, sondern auch, dass Erfahrungen mit Behinderung nicht nur als Mangel, sondern auch als Bereicherung erlebt werden können. Mit ihrer Geschichte berührt die Autorin Fragen, die uns alle angehen: Was bleibt, wenn die Fähigkeiten und Eigenschaften, mit denen man sich selbst oder einen anderen Menschen identifizierte, verloren gehen? Wie verändert sich die Haltung zum Leben, wenn die Einsicht in die Verletzlichkeit und Verlierbarkeit all dessen, was einem wichtig ist, akzeptiert und umarmt wird?

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Personeninformation

Mirjam Rabe hat in der Philosophie zu Grundfragen der Inklusion promoviert und als Übersetzerin und Herausgeberin gearbeitet. Für ihr hier vorliegendes erstes biografisch-literarisches Werk erhielt sie eine Förderung der Kulturstiftung Thüringen. Mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Jena und arbeitet dort als evangelische Gemeindepädagogin.
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