
Artikelbeschreibung
Ein wortgewaltiger Roman über ein von bizarren Selbstinszenierungen geprägtes Frauenleben zwischen Psychodrama, mystischem Wahn und Groteske.Eine der geschlechtlichen Nötigung eines Patienten beschuldigte ehemalige Nervenärztin findet ein altes Foto: Es zeigt sie als junge Frau gemeinsam mit ihrer Schwester an einem Hotelpool in Luxor. Überwältigt von den Erinnerungsbildern beschließt die Frau, ihrem während jener Reise verschwundenen Geliebten die verheimlichte Wahrheit schriftlich nachzutragen. Ihre Briefe geraten zu einer Art Lebensbeichte. Hinter der Fassade des früh gealterten Mädchens aus angeblich gutem Haus tun sich Abgründe auf: Aus Loyalität zur Mutter und zur freudlosen Schwester sabotiert sie das Glück, scheitert systematisch in Freundschafts- und Liebesdingen - und macht sich am Ende sogar im Namen der Liebe schuldig.Im Vermächtnis der inzwischen Verschollenen finden sich neben den Briefen etliche Notizen, Beobachtungsprotokolle, Traumnotate und Gedächtnisstützen. Sie ergänzen das Bild einer von Heuchlern und Neidern um ihr Gesicht Gebrachten, die getrieben ist vom Wunsch, erkannt zu werden.Letztlich scheitert sie an ihrer vergeblichen Hoffnung auf Gnade und Vergebung, fälscht ihre Online-Profile, belügt ihre Astrologin - und füllt ihren Kühlschrank mit sündteuren Delikatessen, um der Nachwelt ein Leben vorzugaukeln, das sie nie geführt hat.
Produktsicherheit
| Hersteller: | Wallstein Verlag GmbH |
| Anschrift: |
Geiststr. 11 DE-37073 Göttingen |
| Kontakt: | info@wallstein-verlag.de |
Personeninformation
Anna Baar wurde in Zagreb (ehem. Jugoslawien) geboren und lebt in Klagenfurt und Wien. Ihre Romane, Kurzgeschichten, Erzählungen und Essays wurden vielfach ausgezeichnet. Ihr Debütroman »Die Farbe des Granatapfels« stand drei Monate auf der ORF-Bestenliste, ihr Roman »Nil« auf der Shortlist des Österreichischen Buchpreises 2021. 2022 erhielt sie den Großen Österreichischen Staatspreis und 2023 den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau.
Pressestimmen
»ein andeutungsreiches, hochpoetisches Selbstgespräch« (Sophie Weilandt, ORF ZIB, 23.08.2026) »Die Preziose eines außergewöhnlichen Buchherbsts.« (Heinz Sichrovsky und Susanne Zobel, NEWS, 27.08.2026) »(Ein) poetisches Selbstgespräch voll existenzieller Wucht.« (Karin Waldner-Petutschnig, Kleine Zeitung, 29.08.2026) »Keine Sekunde mag man sich diesem mäandernden Strom entziehen, man fiebert mit, ärgert sich, staunt, jubiliert und flucht über diese unter Anmaßungen, Obszönitäten und Zärtlichkeiten aufgefächerte Melange aus Selbstbezichtigung, Trotz und Gebet. (...) Amseln ist ein zutiefst beeindruckender Roman.« (Lothar Struck, Glanz&Elend, 08.08.2026) »Mit diesem Buch von Anna Baar (liegt) tatsächlich umwerfende Literatur vor, die das Leben provokant, höhnisch, unerbittlich scharf in den Blick nimmt. Und so überzeugend wirkt, weil sie sich als Literatur zu erkennen gibt. Als Spiel mit Formen und Motiven, Tradition und Phantasie. Sie verschiebt Moralvorstellungen, geht unter die Haut und entgrenzt eingefahrene - auch feministische - Sichtweisen mittels Baars feinst gearbeiteter Sprachkomposition.« (Carsten Hueck, Deutschlandfunk Büchermarkt, 18.09.2026)
Mehr zum Thema
Bewertungen
Die Bewertungen werden vor ihrer Veröffentlichung nicht auf ihre Echtheit überprüft. Sie können daher auch von Verbrauchern stammen, die die bewerteten Produkte tatsächlich gar nicht erworben/genutzt haben.