Buchenwald

Ausgrenzung und Gewalt 1937 bis 1945. Der Katalog zur neuen Dauerausstellung in der Gedenkstätte Buchenwald
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Buchprofile - Rezension
Das KZ Buchenwald - Unmenschlichkeit "mitten im deutschen Volke".
Wie in der Dauerausstellung "Buchenwald. Ausgrenzung und Gewalt 1937 - 1945" steht auch im gleichnamigen Begleitband die Frage im Mittelpunkt, "was an Geschichte und historischer Erfahrung für Gegenwart und Zukunft virulent und relevant bleibt". Zusätzlich für dieses Buch verfasste Beiträge, die sich zum einen mit der Entwicklung des modernen Rassismus und zum anderen mit der Haltung der deutschen Bevölkerung sowie der Sicht Überlebender auf die Situation im Lager auseinandersetzen, ermöglichen einen differenzierten Blick auf die meist widerstandslose Akzeptanz der NS-Herrschaft. Gleichzeitig sollen sie den Leser für die auch in der Gegenwart vorhandenen Gefährdungen und Umbrüche sensibilisieren. Authentische Text- und Bilddokumentationen belegen vom Bau des Konzentrationslagers 1937 an über die sich stets steigernde Zahl an Häftlingen (u.a. Juden, Sinti, Roma, Homosexuelle, Zeugen Jehovas) bis hin zur Befreiung am 11. April 1945 durch die amerikanische Armee die brutalen alltäglichen Schikanen, die menschenverachtenden medizinischen Versuche, die öffentlich inszenierten Schauexekutionen. Eingestreut in die einzelnen Kapitel sind die von Angst, Resignation, kaum von Solidarität und Widerstand geprägten Lebens- und Leidensgeschichten gezielt ermordeter, langsam zu Tode gequälter und einiger überlebender Häftlinge. Gerade Letztere zeigen, dass von Buchenwald auch starke Impulse für den Aufbau einer "gerechteren und mitmenschlicheren" Welt ausgingen und ausgehen. - Ein wichtiges Buch, das in größeren Büchereien nicht fehlen sollte, allen anderen wird es nachdrücklich empfohlen!
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Artikelbeschreibung

Der Katalog zur neuen Dauerausstellung in der Gedenkstätte Buchenwald.Das von der SS keine zehn Kilometer vom Stadtzentrum Weimars von 1937 bis 1945 betriebene KZ Buchenwald war eines der wichtigsten Instrumente des NS-Regimes für den rassistischen Umbau Deutschlands und später Europas. Die Inschrift im Haupttor - »JEDEM DAS SEINE« - hatten die Häftlinge täglich vor Augen. Die zynische Umwidmung der ursprünglichen Bedeutung des Spruches legitimierte Ausgrenzung und Gewalt gegenüber sogenannten Gemeinschaftsfremden.Die neue Dauerausstellung analysiert, was dies für die über 250.000 nach Buchenwald verschleppten Menschen bedeutete. Auf Grundlage des auf weltweiten Archivrecherchen basierenden aktuellen Forschungsstandes zeigt der Begleitband auch bislang unbekannte historische Dokumente und Fotos. In grundlegenden Essays namhafter Historiker wie Frank Bajohr oder Johannes Tuchel, sowie einem Beitrag des Schriftstellers und ehemaligen Buchenwald-Häftlings Ivan Ivanji werden die Kontexte der nationalsozialistischen Verbrechen in den Konzentrationslagern prägnant erörtert.

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Personeninformation

Volkhard Knigge, Prof. em., Dr. phil., geb. 1954, Historiker, Geschichtsdidaktiker, Psychoanalytiker. Von 1994 bis April 2020 Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, kuratierte und leitete zahlreiche Ausstellungen, 2002 Ernennung zum Honorarprofessor, 2008 bis 2020 Inhaber des Lehrstuhls für Geschichte in Medien und Öffentlichkeit am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena, zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Offizierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen (2005), der Carl-von-Ossietzky-Preis für Politik und Zeitgeschichte der Stadt Oldenburg (2006), das Bundesverdienstkreuz (2006) sowie der Heinz-Galinski-Preis der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (2007), 2013 ernannte ihn die Republik Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion. Michael Löffelsender, geb. 1978, ist Historiker und Kustos für die Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald an der Gedenkstätte Buchenwald.Veröffentlichungen u. a.: Témoignages strasbourgeois. Berichte französischer Überlebender der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora (Mitherausgeber, 2024). Rikola-Gunnar Lüttgenau, geb. 1966, ist Historiker und stellvertretender Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Er ist Kurator zahlreicher Ausstellungen zur Lagergeschichte im 20. Jahrhundert, darunter: »Schwarz auf Weiß«. Fotografien aus dem Konzentrationslager Buchenwald (2007). Harry Stein, Kustos für die Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald an der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Pressestimmen

»Die umfangreichen fotografischen Zeugnisse dieses hervorragend gestalteten und edierten Katalogs werden durch ausgezeichnete Kurzinformationen ergänzt.« (ekz.bibliotheksservice, 16.01.2017) »Ein wichtiges Buch« (Inge Hagen, Buchprofile/Medienprofile, Jg. 62/2017, Heft 1)

Bewertungen

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