Afrikanische Europäer

Eine unerzählte Geschichte
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Buchprofile - Rezension
Beiträge afrikanischer Menschen zum europäischen Leben und ihre Situation.
Der Titel wie auch der Untertitel "Eine unerzählte Geschichte" macht neugierig. Die Autorin stammt aus Kamerun; sie lehrt an der Universität Bristol Geschichte der Sklaverei. In sieben Kapiteln breitet sie die Geschichte der Begegnung von Europäern mit Menschen dunkler Hautfarbe aus. Sie spricht z.B. von "Afrorömern" in der Antike, wenn Einheimische beim römischen Militär in Ägypten Dienst taten. Vor allem an Einzelschicksalen untersucht sie die Sklaverei während der Renaissance-Zeit und im transatlantischen Sklavenhandel. Sie interessiert sich auch für Mischlinge, für die sie den Begriff "dual heritage" verwendet, was der Übersetzer Yasemin Dincer mit "doppelte Herkunft" wiedergibt. Breiteren Raum nimmt die Untersuchung der Geschlechterrollen ein. Die Feministin Otele ärgert sich darüber, dass französische Feministinnen kein Interesse für die Situation dunkelhäutiger Französinnen aufbringen. Sie beklagt auch die geringe Aussicht auf soziale Mobilität bei Menschen afrikanischer Abstammung in Europa bis heute. Ihr Buch versteht sie als Beitrag zur "intergenerationellen und interkulturellen Zusammenarbeit", um die "Gender-, kulturelle(n) und gar politische(n), ökonomische(n) und gesellschaftliche(n) Grenzen" zu überwinden. Dabei werden die verwendeten Begriffe wie "race", Rassismus, Rassialismus, Rassifizierung, Kommunitarismus oder "othering" leider als bekannt vorausgesetzt und nicht im Kontext verdeutlicht. Anmerkungen und ein Register helfen, die behandelten Themen weiter zu erschließen. Insgesamt ein interessanter Blick auf einen Aspekt europäischer Geschichte und Gegenwart, der nicht im Fokus allgemeinen Interesses steht.
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Artikelbeschreibung

Die Bewegung Black Lives Matter hat die Lebenswelten Schwarzer Menschen auch in Europa in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Doch was die Geschichte anbelangt, bleibt die Schwarze Präsenz auf dem Kontinent weiterhin ausgespart. Mit ihrer fulminanten historischen Gesamtdarstellung, die von Schweden über Deutschland bis nach Griechenland führt, füllt Olivette Otele endlich diesen allzu weißen Fleck in der Geschichtsschreibung Europas.Otele erzählt von Personenschicksalen und Schauplätzen der Begegnung, vom engen Austausch zwischen Afrika und Europa, der mit den römischen Expansionsbewegungen begann und im historischen Verlauf heute oftmals vergessene Schwarze Heilige, Herrscher und Intellektuelle hervorbrachte. Auf diese Weise macht sie die Konjunkturen der mitnichten immer gleichbleibenden Unterdrückung Schwarzer Menschen fassbar: den Terror der Sklaverei, Schwarze Körperlichkeit und ihre Exotisierung, ebenso aber auch die Schwarzen Widerstandsbewegungen und Bruderschaften, die für die Freiheit kämpften und die Vorgeschichte der Proteste unserer Tage darstellen.Mit politischer Verve, aber mit Blick für die Ambivalenzen zeichnet Otele das revolutionäre Bild eines immer schon 'afrikanischen' Europas, das nötig ist, um die Auseinandersetzungen der Gegenwart und der Zukunft zu verstehen.

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Pressestimmen

»Ein großartiges Buch, erhellend und gelehrt. Mit einer beeindruckenden Bandbreite, mit Begeisterung und großer Sachkenntnis erzählt Olivette Otele von der vernachlässigten Rolle der Afrikaner in der europäischen Geschichte seit der Antike.« Simon Sebag Montefiore
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