Die ersten Suchmaschinen

Adressbüros, Fragämter, Intelligenz-Comptoirs
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Buchprofile - Rezension
Die Geschichte der Adressbüros in Europa vom 17. bis zum Anfang des 19. Jh., die eine Fülle von Vermittlungs- und Kommunikationsdiensten erledigten.
Das Buch geht auf die Habilitationsarbeit des österreichischen Historikers A. Tantner zurück, der sie für diese Veröffentlichung überarbeitet und gekürzt hat. Im Zentrum stehen keine Maschinen, wie es der Titel suggeriert, sondern Adressbüros, die auch Fragämter oder Intelligenz-Comptoirs genannt werden. Erste Vorschläge zu solchen Auskunfts- und Vermittlungsbüros gibt es von dem französischen Philosophen Michel der Montaigne aus dem Jahr 1595. 1630 eröffnete dann in Frankreich Théophraste Renaudot das "Bureau d'adresse", damit in erster Linie Arme Adressen für ihre Bedürfnisse fänden. Weitere Adressbüros gab es dann erst in der zweiten Hälfte des 17. Jh. In England gab es ähnliche Einrichtungen ab 1611, so das "Publicke Register for generall Commerce" des Dichters und Übersetzers Sir Arthur Gorges. Aus dem deutschsprachigen Bereich sind das Wiener "Fragstuben"-Projekt des Johannes Angelus de Sumaran und Wilhelm von Schröders "Intelligentz-Werck" als erste zu erwähnen. Die Angebote der Adressbüros waren dabei durchaus unterschiedlich, es ging aber meist um die Vermittlung von Arbeit, Immobilien, Hausmädchen und Gegenständen vielfältigster Art. So kann man sagen, dass dies die Anfänge der modernen Informations- und Kommunikationstechnik per Computer sind. - Größeren Büchereien für einen historisch interessierten Leserkreis empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Was heute Dating- Apps, Tauschbörsen, Finanzmakler, Jobcenter und Carsharing- Anbieter übernehmen, leistete früher eine einzige Institution: das Adressbüro. Wer im 17. Jahrhundert etwas kaufen oder verkaufen wollte, Arbeit, Wohnung, ein Hausmädchen oder einen Arzt suchte oder zu vermitteln hatte, konnte dort sein Anliegen gegen Gebühr in ein Register eintragen lassen oder Auszüge ausdiesem Register erhalten. Solche Adressbüros gab es in vielen europäischen Städten, etwa in London die registry oder das intelligence office, in der Habsburgermonarchie die Frag- und Kundschaftsämter und in anderen deutschsprachigen Städten Adresscomptoirs und Berichthäuser.Anton Tantner schreibt eine Ideengeschichte des Sammelns, Organisierens und Weitergebens von Informationen und Wissen - aus der Perspektive unserer Gegenwart, in der wir ohne google kaum mehr leben können, social media scheinbar alles und - andererseits - Datenschutz ein zentrales Thema ist. Dass man aber die richtige Form für das Vermitteln von Information kaum unterschätzenkann, beweist Tantners eigener, bisweilen vergnügt erzählender Stil.

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Personeninformation

Anton Tantner, geboren 1970, studierte Geschichte und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien, wo er heute als Historiker lehrt. Vor den Adressbüros beschäftigte er sich intensiv mit der Geschichte der Volkszählung und der Hausnummern.

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