Der Berg, das Gewehr, der See

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Buchprofile - Rezension
Eine idealisierte Liebeserklärung an einen gewalttätigen Vater.
Der Icherzähler Lars-Einar blickt auf das Leben seines Vaters und die wenigen gemeinsamen, dafür intensiven Begegnungen zurück. Eigentlich wuchs er bei der Mutter und deren wechselnden Männern auf. Immer gespannt und voller Sehnsucht nach dem Vater, der sich als Seemann auf den Meeren der Welt aufhielt. Für den Sohn nicht präsent war. Und als Erstgeborener von seiner Herkunftsfamilie, alteingesessene norwegische Grundstücksbesitzer, ob seiner auch durch Drogen und Alkohol bedingten Gewalttätigkeiten, verstoßen. Als Lars-Einar neun Jahre alt ist, verbringt er mit dem Vater einen Sommer auf dem Gut der Familie, beide ordnen sich ein in die bäuerlichen Aufgaben, sind Teil der Gemeinschaft. Der Vater blüht auf, hofft auf sein Erbe und will dem Sohn alles mitgeben, was auch er als potenzieller Familiennachfahre einmal brauchen kann. Zu der entsprechenden Hinführung zählt eine rituelle Bergbesteigung, die jeder Erstgeborenen mit seinem Ältesten möglichst früh absolviert. Der Initiationsritus (mit zahlreichen alttestamentlichen Bezügen) beinhaltet Distanz und Nähe, Hass und Liebe. Der Vater will „versuchen, dich zu retten, deine Seele“ (42). Vieles, was in diesem Sommer grundgelegt wird, verspielt der Vater in den Augen des Sohnes in den nachfolgenden Jahren wieder. Es bleibt diesem die Sehnsucht nach einem vorbildhaften Vater. – Ein offensichtlich autofiktionale Sohn-Vater-Geschichte mit archaischen Zügen, die um den Wert einer gelungenen Kind-Eltern-Beziehung kreist, ausdrucksstark und spannend. Und: ein handwerklich aufwendig in Lettland hergestelltes Buch. – Für größere Bestände.
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Artikelbeschreibung

Sommer 1983: Zum ersten Mal verbringt der neunjährige Lars die Ferien mit seinem Vater - einem Mann, der seit dem Weggang aus der Familie ein selbstzerstörerisches Leben führt. Sie reisen gemeinsam auf den Hof an der Westküste, auf dem der Vater aufgewachsen ist - den er verlor, als er enterbt wurde.
Eines Morgens beschließt der Vater, mit Lars auf den Berg hinter dem Anwesen aufzubrechen. Er sagt nicht, wohin sie gehen, er sagt nicht, warum. Sie nehmen kaum Proviant mit, kein Wasser - doch jeder trägt ein Gewehr. Immer wieder verschwindet der Vater, nur um unvermittelt wieder aufzutauchen. Zurück bleibt ein verängstigter, erschöpfter Junge, der nicht begreift, was geschieht. Ist dies eine Prüfung? Eine Lektion? Oder etwas ganz anderes?
Mit großer Zartheit und psychologischer Präzision erzählt Lars Ramslie von einem Vater, der in seiner Rolle verloren ist, und von einem Sohn, der erst begreifen muss, wer er sein kann. In einer klaren, eindringlichen Sprache entfaltet sich eine soghafte Geschichte über Liebe, Bindung und die Zerbrechlichkeit familiärer Nähe.

»Lars Ramslie hat ein Werk geschaffen, das in der norwegischen Literatur seines gleichen sucht.«
Jurybegründung Oktober Preis

Produktsicherheit

Hersteller: Karl Rauch Verlag GmbH & Co KG
Anschrift: Grafenberger Allee 82
DE-40237 Düsseldorf
Kontakt: kunter@karl-rauch-verlag.de

Personeninformation

Lars Ramslie ist eine der markantesten Stimmen der zeitgenössischen skandinavischen Literatur und zählt zu den besten Schriftstellern Norwegens. Für "Der Berg, das Gewehr, der See" erhielt er 2023 den Oktober Preis, die renommierteste literarische Auszeichnung des Landes. Andreas Donat, geboren 1983 in Wien, studierte Skandinavistik und klassisches Klavier in Wien, Berlin und Oslo und arbeitet als freier Übersetzer und Pianist. 2025 wurde er mit dem Straelener Übersetzerpreis ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Das schonungslose Porträt eines Mannes, der keine Ahnung hat, wie man ein Vater ist, geschrieben von einem Autor mit einer ganz besonderen Begabung für Sprache.«
Aftenposten, Das beste Buch des Jahres

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