Prinzregent Luitpold

Herrscher ohne Krone
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Bayern im Buch-Rezension
Gut lesbare kompakte Biografie des für Bayerns Entwicklung so wichtigen Herrschers.
Ein schönes Geschenk zum 200. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold (1821-1912), der im Bewusstsein der Bevölkerung bis heute "die gute alte Zeit" verkörpert und doch als Repräsentant einer der kulturell und wirtschaftlich fortschrittlichsten Epochen der bayerischen Geschichte gilt. Dabei war er keineswegs als Thronfolger vorgesehen. Doch nach dem bis heute immer noch nicht restlos aufgeklärten Tod König Ludwigs II. 1886 im Starnberger See musste er mit 65 Jahren als Ludwigs Neffe die Regierungsverantwortung über das Königreich Bayern übernehmen, da Ludwigs Bruder Otto als rechtmäßiger Nachfolger wegen geistiger Umnachtung die Herrschaft nicht antreten konnte. 26 Jahre regierte Luitpold, der den Königstitel ablehnte, als "Des Königreich Bayerns Verweser" in einer Zeit, die vom wirtschaftlichen und sozialen Umbruch nachhaltig geprägt war. Der Strukturwandel durch den Aufschwung von Handel und Industrie, gefördert durch den Ausbau des Eisenbahnnetzes, bewirkte eine gewaltige Zunahme der Bevölkerung in den Städten. Allein in München stieg die Einwohnerzahl während Luitpolds Regierungszeit von 262.000 auf 640.000 mit allen sozialen Folgen für die Arbeiter und Tagelöhner wie Wohnungsnot, fehlende Krankenversicherung und Arbeitsschutzgesetze, Kinder- und Frauenarbeit. Parallel dazu erlebte das Bürgertum durch den wirtschaftlichen Aufschwung eine Blütezeit. Luitpolds Leidenschaft gehörte nicht nur der Jagd, sondern auch der Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft, weshalb nicht nur die "Malerfürsten" wie Lenbach, Kaulbach und Franz von Stuck "München leuchten" ließen, wie Thomas Mann stolz bekundete, sondern das liberale Klima auch die Künstler-Avantgarde wie beispielsweise die "Blaue Reiter"-Gruppe sich entfalten ließ, das Prinzregententheater als zweites Opernhaus eröffnet wurde, Oskar von Miller das Deutsche Museum gründete und einer der zahlreichen von Luitpold ernannten "Königlich Bayerischen Hoflieferanten" die Prinzregententorte erfand. Am 12.12.1912 starb Luitpold im Alter von 91 Jahren, womit die alles in allem glanzvolle Epoche der Prinzregentenzeit zu Ende ging. Eine auf den neuesten Forschungsstand fußende und doch gut lesbare Biografie, die allen an Bayerns Geschichte Interessierten zur Verfügung gestellt werden sollte.
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Artikelbeschreibung

Als Stellvertreter zweier Monarchen lenkte Prinzregent Luitpold (1821¿1912) das Königreich Bayern über mehr als ein Vierteljahrhundert ¿ und damit länger als jeder andere. Dabei war dies so nicht vorgesehen: Erst nachdem der Prinz eine glänzende Militärkarriere absolviert hatte, kam er ¿ praktisch bereits im Rentenalter ¿ plötzlich, unerwartet und unter dramatischen Umständen in die Regierungsverantwortung. Entgegen aller Erwartung gelang ihm die Erneuerung der Monarchie. Die durch seine charismatische Persönlichkeit geprägte Epoche, die Prinzregentenzeit (1886¿1912), ist untrennbar mit seinem Namen verknüpft. Sinnbildlich stehen diese Jahre für die ¿gute alte Zeit¿ ¿ und gleichzeitig zeugen sie doch von einem rasanten Umbruch in die Moderne

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