Dichtung ist Revolution

Kurt Eisner, Gustav Landauer, Erich Mühsam, Ernst Toller. Bilder - Dokumente - Kommentare
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Bayern im Buch-Rezension
Die politisch-gesellschaftlichen Visionen von vier Dichtern, die sich für die Räterepublik engagierten.
Publikationen, Untersuchungen und Abhandlungen über Ursachen und Verlauf der Revolution von 1918/19 sind in letzter Zeit ja in großer Zahl erschienen. Doch die Autorin dieses Buches, die dazu auch eine sehenswerte Ausstellung in der Monacensia-Bibliothek der Münchner Stadtbibliothek (noch bis 30. Juni) arrangiert hat, spürt hier höchst kenntnisreich neben Kurt Eisners Ziel eines libertären Sozialismus, zu dem u.a. die Einführung des Frauenwahlrechts und des Acht-Stunden-Tages für Arbeiterinnen und Arbeiter zählte, auch den Visionen von drei weiteren Schriftstellern nach. Als Vordenker und als Mitglieder in den jeweiligen Revolutionsausschüssen forderten sie in ihren Romanen, Dramen, Gedichten und Essays die Abkehr vom Untertanenstaat und die Errichtung demokratischer Gemeinwesen mit sozialistischen und humanitären Grundprinzipien: Gustav Landauer (1870-1919), Erich Mühsam (1878-1934) und Ernst Toller (1893-1939). Vom Idealismus beseelt waren sie alle, doch als „jüdische Literaten“, „landfremde Elemente“, „politische Hochstapler“ und „bolschewistische Agitatoren“ wurden sie von vielen Zeitgenossen geschmäht und nach der gewaltsamen Beendigung der Revolution zu Zuchthausstrafen verurteilt oder grausam ermordet oder - wie Ernst Toller - ins Exil vertrieben, wo er aus Verzweiflung Selbstmord beging. Mit Auszügen aus den Werken der vier Dichter und Schriftsteller, ergänzt mit Briefen, Tagebuchnotizen und flammenden Aufrufen dieser literarischen Protagonisten der Revolution von 1918/19 ist diese Dokumentation prall gefüllt. Für historisch und literarisch Interessierte ist dieser Ausstellungskatalog eine erfreulich materialreiche Fundgrube zu einem der umstrittensten Kapitel der bayerischen und deutschen Geschichte zu Beginn des 20. Jh.
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Artikelbeschreibung

Als 1918 in München die Republik ausgerufen wird, sind unter den Revolutionären zahlreicheSchriftsteller, die für Demokratie und Menschlichkeit eintreten. Doch den Ideen und Utopien von Kurt Eisner, Gustav Landauer, Erich Mühsam und Ernst Toller begegnen politische Gegenspieler. Von der Gegenrevolution sind die vier Schriftsteller schnell auf einen Nenner gebracht: "jüdische Literaten", "landfremde Elemente", "politische Hochstapler" und "bolschewistische Agitatoren". Ihre jüdische Herkunft wird für antisemitische Hetze instrumentalisiert. Die vier Schriftsteller schaffen Visionen, wegen derer sie bald um ihr Leben bangen müssen: Eisner und Landauer werden ermordet, Mühsam und Toller zu langen Haftstrafen verurteilt. In persönlichen Briefen, Tagebuchnotizen und berührenden Werken lassen sich ihre Wege eindrücklich nachempfinden.

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