Liesl Karlstadt

Gesichter einer Frau und Künstlerin
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Bayern im Buch-Rezension
Eine ebenso kenntnisreiche wie mit großer Sympathie geschriebene Hommage an dieses Münchner Original.
Nach dem frühen Tod der Mutter wurde die gelegentlich als Soubrette und Coupletsängerin in Münchner Vorstadtwirtschaften auftretende Textilverkäuferin Elisabeth Wellano von Karl Valentin entdeckt. In Verehrung für den beliebten Komiker Karl Maxstadt verpasste er dem Fräulein Wellano nicht nur den Namen Liesl Karlstadt, sondern er schrieb seiner Partnerin über vier Jahrzehnte hinweg auch die Rollen auf den Leib: Der stets pfiffige Lausbub war sie ebenso wie der kauzige Kapellmeister, den kecken Firmling mimte sie, den melancholischen Musikclown, den frechen Lehrling und viele andere Hosenrollen mehr. Dazu verkörperte sie in den übrigen Sketchen, Stücken und Filmen Karl Valentins die burschikose Verkäuferin, respektive Apothekerin oder Sekretärin und verkörperte damit auch das Frauenideal der 1920er Jahre. Aber auch die problematische persönliche Beziehung des Valentin/Karlstadt-Duos (inklusive eines Selbstmordversuches und eines finanziellen Desasters der Valentin-Partnerin) wird in dieser Biografie ebenso wenig ausgeklammert wie Liesl Karlstadts zweite Karriere nach dem 2. Weltkrieg bis zu ihrem Tod im Jahre 1960 als patente Frau und fürsorgliche Mutter in den Hörfunkserien "Brummlg'schichten und "Familie Brandl" sowie als Theaterstar in den Münchner Kammerspielen. Zwar bietet diese Neuerscheinung nicht viel mehr als das bisher Bekannte über Leben und Werk dieser "Verwandlungskünstlerin", aber Michaela Karl hat diese Biografie nicht nur aus engagierter feministischer Sicht geschrieben, sondern auch Dokumente der Frauenbewegung sowie der sozialen und gesellschaftlichen Situation am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jh. als Info-Kästen in den Text eingestreut., die breit einsetzbar ist.
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Artikelbeschreibung

Sie gilt als echtes Münchener Kindl, ist uns als Luke von der Au und Frau Magistratsfunktionär Huber in Erinnerung. Sie war die Frau Vogl in ¿Sturm im Wasserglas¿ und die Mutter Brandl in der beliebten Rundfunkserie Familie Brandl. Als Partnerin Karl Valentins war Liesl Karlstadt Teil eines unsterblichen Komikerduos. Sie war tragische Liebende und verhinderte Selbstmörderin, schwer depressive Schauspielerin und der einzige weibliche Mulitreiber der bayerischen Gebirgsjäger.Vor allem aber war sie eine große Künstlerin, die in einer Zeit, in der es für Frauen nahezu unmöglich war sich selbst zu verwirklichen, selbstbewusst und mutig einen eigenen Weg beschritt, ungeachtet aller für sie oftmals tragischen Konsequenzen

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