Putins Netz. Wie sich der KGB Russland zurückholte und dann den Westen ins Auge fasste

Der SPIEGEL-Bestseller | »Ein augenöffnendes Buch über das System Putin.« Süddeutsche Zeitung
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Buchprofile - Rezension
Analyse des Netzerks um den russischen Präsidenten Putin und dessen Bestreben, die russische Weltgeltung mit konspirativen Methoden wiederherzustellen.
Die englische Journalistin Catherine Belton beschreibt auf Grundlage umfangreicher Recherchen den Werdegang des russischen Präsidenten Putin. Dazu analysiert sie das Beziehungsgeflecht aus ehemaligen KGB-Leuten, Oligarchen und Angehörigen der russischen Mafia, die zu Putins engstem Zirkel gehören. Von Anfang an hätten Putin und seine Leute die Absicht gehabt, so Belton, das russische Ansehen in der Welt und den russischen Einflussbereich in Europa wiederherzustellen. Das geschehe allerdings nicht konstruktiv, sondern dadurch, dass Putin z.B. versuche, den Westen zu spalten, dazu gezielt Politiker korrumpiere, Desinformation betreibe und dadurch Zwietracht säe und Verwirrung stifte. Das sog. System Putin setze darauf, die westlichen Demokratien durch den massiven, verdeckten Einsatz von Kapital zu untergraben. Zum System Putin gehört auch, zeigt Belton, dass sich Putins Umfeld ebenfalls schamlos bereichere. Offen bleibt, ob Putin der Vordenker dieses Systems ist oder lediglich sein Aushängeschild, während andere im Hintergrund die Strippen ziehen. Da das Buch bereits 2020 in Großbritannien erschienen ist, thematisiert es den Ukraine-Krieg nicht. Doch machen Beltons Ausführungen deutlich, dass der Krieg die schreckliche Konsequenz aus Putins Großmachtstreben ist - und dass dieser überzeugt ist, sich nur zu nehmen, was ihm bzw. Russland ohnehin zustehe. Verschärft wird das durch den innenpolitischen und wirtschaftlichen Druck in Russland, weil die Wirtschaft stagniert, wie Belton in einem Interview im Deutschlandfunk sagte. - Belton war Russland-Korrespondentin für die Financial Times und arbeitet inzwischen für die Nachrichtenagentur Reuters. Für ihr Buch hat sie mehrere Jahre recherchiert und ihre Recherchen mit einem umfangreichen Anmerkungsapparat dokumentiert. Etliche ihrer Gesprächspartner bleiben allerdings anonym. Eine umfangreiche, lesenswerte und aktuelle Studie - ab mittleren Beständen sehr empfohlen.
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Artikelbeschreibung

Als Ende der 1980er-Jahre die Sowjetunion zusammenbrach, ahnte niemand, dass ein ehemaliger KGB-Agent sich über Jahrzehnte als russischer Präsident behaupten würde. Doch ein Alleinherrscher ist Wladimir Putin nicht. Seine Macht stützt sich auf ein Netzwerk ehemaliger sowjetischer KGB-Agenten, dessen Einfluss weit über Russland hinausreicht.Catherine Belton, ehemalige Moskau-Korrespondentin der Financial Times, hat mit zahlreichen ehemaligen Kreml-Insidern gesprochen. Etwas, das bisher einmalig sein dürfte. Es sind Männer, deren Macht Putin zu groß wurde und die nun selbst vom Kreml 'gejagt' werden.Belton beleuchtet ein mafiöses Geflecht aus Kontrolle, Korruption und Machtbesessenheit, und das gefällt nicht allen Protagonisten. Vier Oligarchen haben sie deswegen wegen Verleumdung verklagt.Ihr Buch liest sich in all seiner Komplexität so spannend wie ein Agententhriller, doch vor allem enthüllt es, wie das System Putin uns alle mehr betrifft, als uns lieb ist.

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Pressestimmen

»'Putins Netz' ist der bislang fundierteste Bericht über das Innenleben des Kremls.« Jochen Wegner Die Zeit 20220721
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