Das Pferd im Brunnen

'Eine wunderschöne, poetische Sprache ... ein Buch, das zu lesen sich lohnt.' Elke Heidenreich, WDR
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Buchprofile - Rezension
Russische Familiengeschichte über vier Generationen.
Eine junge Frau reist nach Kasan in Russland. Sie wohnt mit ihrer Mutter Lena in Deutschland und ist auf der Suche nach ihrem Vater, an den sie kaum Erinnerungen hat. Sie kommt bei ihrer Großmutter Nina unter, einer schroffen alten Frau. Mangelnde Kommunikation und die Unfähigkeit, Gefühle zu zeigen, ziehen sich seit Generationen durch die Familie. Die Urgroßmutter Tanja musste ihr Leben lang hart arbeiten und hatte wenig Zeit, sich um ihre Tochter Nina zu kümmern. Nina, als junges Mädchen ein lebenslustiger Mensch, die gerne Tänzerin werden wollte, verliert ihre Illusionen während der Arbeit auf einer psychiatrischen Männerstation. Ein Studium ist für sie und ihren Mann Jura nicht möglich und ein täglicher Kleinkrieg zermürbt die Ehe. So bleibt Nina mit ihren Kindern Lena und Mischa allein zurück. Als sie im Alter nicht mehr allein zurechtkommt, holt Lena sie nach Deutschland. – Vera Tscheplanowa erzählt in ihrem Debütroman mit autobiografischen Anklängen episodenhaft von vier Generationen von Frauen. In Russland und später Deutschland müssen sie sich behaupten, meist ohne Männer. Vom letzten Jahrhundert bis in die Gegenwart beschreibt die Autorin das Politische im Privaten, Mangelwirtschaft, Schlangestehen, aber auch dörflichen Zusammenhalt. Am Ende ihrer Vatersuche wird der jungen Frau bewusst, dass auch sie von der Vergangenheit geprägt ist. Sehr lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Alles beginnt in einer kleinen Wohnung mit Schaukelstuhl in einem russischen Kurort bei Kasan, in dem einst Stalin seine Sommer verbrachte. Hierhin kehrt Walja nach dem Tod ihrer Großmutter Nina zurück. Walja begibt sich auf Spurensuche, versucht zu verstehen, wo sie selbst herkommt. Sie erinnert sich an die Frauen, mit denen sie aufwuchs, grundverschieden, aber einig in ihrer Abscheu gegen jede Abhängigkeit: Da ist die Urgroßmutter Tanja, die Walja als Kind in einer gefährlichen Nacht-und-Nebel-Aktion taufen ließ. Und natürlich Nina mit dem zielstrebigen Gang und dem koketten Kirschmund, die notorisch log und alle um sie herum einen Kopf kleiner werden ließ. Doch sie hatte auch ganz andere Seiten. Und erst viel später erfährt Walja von Ninas hartem Schicksal, von dem sie nie sprach ... Walja, die zwischen den Welten lebt, zwischen einem norddeutschen Dorf an der B77 und der Wohnung ihrer Kindheit in Kasan, erkennt immer mehr, wie tief sie diese Leben geprägt haben.Valery Tscheplanowa ist eine starke neue Stimme. In ihrem autobiographisch inspirierten Roman findet sie ihre ganz eigene leuchtende, bildstarke Erzählweise, intensive Momentaufnahmen fügen sich zu einer großen Geschichte über vier starke Frauen im Russland des 20. und 21. Jahrhunderts.

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Pressestimmen

Valery Tscheplanowa ertastet [die Träume] unter dem Staub der Zeiten. Das macht dieses Buch so besonders: wie das eigentlich Triste, Banale zu leuchten beginnt. Man sehnt sich danach, mehr von ihr zu lesen. der Freitag
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