Bauernhäuser vom Main zur Donau

Band 104
Bilderreise in eine verschwundene Welt von Konrad Bedal
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Bayern im Buch-Rezension
Rund 450 Bauernhäuser, zwischen Spessart und Nördlinger Ries, zwischen Rhön und Bayerischem Wald.
Vor fünfzig Jahren wurde in Bad Windsheim das Fränkische Freilandmuseum gegründet, das heute als Institution der Bau- und Kulturgeschichte weit über Bayern hinaus einen besonderen Ruf genießt. Gründungsdirektor war bis zum Jahr 2010 Konrad Bedal, Bauhistoriker und Hausforscher von Rang. Seine neueste Publikation nennt er im Untertitel „Bilderreise in eine verschwundene Welt“, und diese Welt der alten Bauernhäuser zeigt er uns in rund 450 faszinierenden Farbbildern, alle selbst als Fotograf entdeckt und aufgenommen in den Jahren zwischen 1954 und 2002. Leider immer wieder mit dem Textvermerk versehen: „Längst verschwunden“ oder „Bereits abgebrochen.“ Doch alle seine Bilder faszinieren auf eine besondere Art, scheinen sie doch auf zauberhafte Weise die Vergangenheit aufzuheben. Bedal war wohl nicht nur als Wissenschaftler seines Faches prominent, er war sichtbar auch mit dem besonderen Blick des Fotografen für Details beschenkt worden. Manchmal bietet er auch stimmungsvolle Hintergrundszenen und seine kurzen Bildtexte sind informativ und überfordern den Laien nicht. In Bad Windsheim stehen zwar mit 100 Gebäuden auf 45 Hektar 700 Jahre fränkische Siedlungsgeschichte zur Besichtigung offen, das letzte Buch des Museumsgründers (er starb 2025) zeigt immerhin rund 450 Bauernhäuser, die zwischen Spessart und Nördlinger Ries, zwischen Rhön und Bayerischem Wald eine nie vermutete Vielfalt präsentieren. Wenn der Homo Faber baut, ist neben dem Nutzen auch manch anderes mit im Spiel. Bleibt zu hoffen, dass jene, die beim Anblick historischer Bauernhäuser eher an „altes Glump“ denken, beim Durchblättern dieser Bilder sagen: „Eigentlich schade drum.“
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Artikelbeschreibung

Dieses Buch ist als eine fiktive Bilderreise durch die Dörfer Bayerns nördlich der Donau, von Aschaffenburg bis Passau, im Zeitraum von 1950 bis 2000 gedacht - eine Zusammenstellung schöner und ausdrucksvoller Farbfotografien von historischen Gebäuden, die man landläufig als "Bauernhäuser'' versteht, ungeachtet aller Ungenauigkeit dieser Bezeichnung.Der konkrete Auslöser dafür war die Bereitstellung von rund 3.600 Farbdias im Mittelformat 6 x 6 cm für das staatliche Internetportal "bavarikon". Sie sind alle im Zeitraum zwischen 1970 und 2000 entstanden, also im vordigitalen Zeitalter der Fotografie. Ergänzend wurden eigene Kleinbild-Farbdias der Zeit vor 1970 sowie vom Vater das Autors, Karl Bedal (1914-1999) aus der Zeit zwischen 1954 und 1960 einbezogen.Die allermeisten Fotos betreffen inzwischen verschwundene, abgebrochene Bauernhäuser und ihre Nebengebäude, die eine ländlich-dörfliche Welt zeigen, die noch nicht völlig geprägt ist von motorisierter Mobilität und von glatt gebügelter, abgezirkelter Umgebung. Dass sich in den Fotos aus der Zeit vor der Jahrtausendwende aber keine heile Welt spiegelt, sondern eine im Umbruch oder sogar in Zerstörung, wird an den vielen heruntergekommenen, oft leer stehenden, verfallenden Häusern deutlich, die nur im Bild malerisch erscheinen.

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