An die, die wir nicht werden wollen

Eine Teenager-Symphonie. Ein sehr besonderes Jugendbuch. U. A. ausgezeichnet mit dem Josef-Guggenmos-Preis
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Buchprofile - Rezension
Kluge Texte über das Ende der Jugend.
"[…] guten Tag, mein Name ist Klimbimson Kreuzer." Ein eleganter Eröffnungssatz für ein erstes Gespräch. Hier zwischen einem einsamen Inselbewohner und ein paar Kokosnüssen, mit denen er sich anfreundet. Vor fünfzehn Jahren war dies auch der erste Arbeitstitel für Nils Mohls geplante Sammlung an Texten, Gedichten, Gedankenströmen. Im Laufe der Zeit hat er weitergeschrieben. Erstmal durch andere Werke geglänzt (u.a. Deutscher Jugendbuchpreis für "Es war einmal Indianerland"). Nun erscheint die Textsammlung zwar unter einem anderen Titel, "An die, die wir nicht werden wollen", aber Herr K. K. ist immer noch dabei. Besticht durch lakonische Lebensweisheit, die zwischendurch immer mal wieder einseitig prominent auf leuchtend roter Seite zitiert wird: "Realität ist reine Ansichtssache." ist beispielsweise so eine grandiose Erkenntnis von ihm. Es ist dieses Nebeneinander oder eben auch die Gleichzeitigkeit von Leichtigkeit und Tiefgang, von Gefühlen und Stimmungen, die Mohl in seinen Texten par excellence einfängt. Die "Teenager-Symphonie", so der Untertitel, beinhaltet Gedichte und Textcollagen unmittelbar vor seinem achtzehnten Geburtstag. Und später im zukünftigen Leben. Unsicher, warnend und wütend. Ein Countdown. Ein Überlegen über Absurditäten des Lebens und die Angst davor. "Wer schützt mich … vor dem, was ich will? … vor dem, was ich wollen soll?!" Hier wird (jugendliche) Bilanz errechnet, gezogen oder erfragt. Hier wird über Alltägliches nachgedacht, es hinterfragt und erträumt. Es werden Dialoge geführt, Kommentare gemacht, Wortkunst betrieben und gestalterisch gesetzt. Rhythmus und Sound der Texte sind ebenso präzise wie spielerisch. Leser/-innen wird etwas zugetraut. Wunderbar. Zusammen mit den rot/schwarzen Pinsel- und Bleistiftzeichnungen von Regina Kehn und dem Satz von Nele Steinborn liegt hier ein Gesamtkunstwerk vor. "Lebensmittelvorrat" (S. 158) für alle, die jung, alt oder dazwischen sind. Für alle Bestände.
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Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Buch des Monats empfiehlt:

Eine Text-Collage lädt uns ein, sich mit einer nicht benannten Person auseinanderzusetzen. Chat-Passagen, kurze Prosatexte oder Lyrik wechseln sich ebenso schnell ab wie die Themen. Kleinere und größere Illustrationen gestalten die Textseiten und trotz der anfänglichen Sperrigkeit ist Mohl ein beeindruckendes Buch gelungen, das das Aufwachsen in den unterschiedlichen Facetten erfasst.

Artikelbeschreibung

10, 9, 8 ... die Zeit tickt, verrinnt, verrieselt: die letzten Tage und Stunden vor dem 18. Geburtstag, die letzten vor der vielbemühten "Volljährigkeit", dem "Erwachsen-Sein", die Jugend am Ende der Jugend. Eine Zeit des Noch-Nicht, aber Schon-Bald und des Bald-nicht-Mehr - voller Ängste und Unsicherheiten, aber auch voller gespannter Vorfreude und diffusen Sehnsüchten. Verortet zwischen dem Jugendzimmer einer trostlosen Betonsiedlung, der Pflichtübung namens Schule und dem anonymen Treiben einer Großstadt. In seinem neuesten Buch lädt der bekannte deutsche Schriftsteller Nils Mohl ("Es war einmal Indianerland") dazu ein, sich in die Hirnwindungen eines Jugendlichen einzunisten, im besten Fall Popcorn mitzunehmen und alles, was hier zusammenkommt, einfach einmal auf sich wirken zu lassen. Es ist eine eindrucksvolle und oftmals höchst humorvolle Reise ins Innere, ein Stream aus den Hirnregionen, in denen die Informationen und Eindrücke aus der Wirklichkeit verarbeitet werden. Was Nils Mohl hier einfängt, ist ganz einfach: das Leben. Einmal mehr gelingt ihm dabei der Spagat, anspruchsvoll literarisch zu erzählen und trotzdem ganz nah bei seinen jugendlichen Leser:innen zu sein. Die mehrfach ausgezeichnete Illustratorin Regina Kehn lässt sich ein auf diesen "Roadtrip" in ein jugendliches Gehirn und findet in ihren Schriften und Bildern einen kongenialen visuellen Ausdruck. Tipps:völlig neuartige Buchgattungfragile Phase des Erwachsen-WerdensAuszeichnungen:"Josef Guggenmos-Preis" für Kinderlyrik am 01 Juli 2022 (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur, Volkach u.a.)"Österr. Kinder- und Jugendbuchpreis 2022" Preisbuch!"Jugendbuch des Monats" Jänner 2022 (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur)"Besten 7 für junge Leser" September 21 (Deutschlandfunk)https://www.deutschlandfunk.de/buecher-fuer-junge-leser.1201.de.html

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Kontakt: buchverlag@tyrolia.at

Personeninformation

NILS MOHL, geb. 1971 in Hamburg, lebt als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in seiner Geburtsstadt. Sein Roman "Es war einmal Indianerland" wurde 2017 verfilmt. Für sein Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, der Lola in Bronze beim Deutschen Filmpreis, dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis, einem Stipendium am Deutschen Studienzentrum in Venedig und dem James Krüss Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur 2024. www.nilsmohl.de REGINA KEHN, geb. 1962 in Hamburg, studierte an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg Illustration. Seit 1988 ist sie freiberufliche Illustratorin und arbeitet für verschiedene Verlage und Zeitschriften. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. illustration.reginakehn.de

Pressestimmen

"Eine Text-Sinfonie, die rockt." Heidi Lexe, STUBE "Ein beeindruckendes Buch". Jugendbuch des Monats, Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur "Eine poetische Teenager-Symphonie, die das Gefühlschaos dieses Alters als Herausforderung zu Papier bringt." Holger Moos, Süddeutsche Zeitung "Fernab vom Mainstream." Sandra Butte, ekz.bibliotheksservice "Ein wahrer Geniestreich von Nils Mohl." Henrike Meurer, @Frau Bücherfee "Interessant für alle Bücherliebhaber/innen dieser besonderen Altersgruppe und die, die zwar schon älter sind, sich jedoch erneut in die Gedanken der späten Jugend hineinversetzen wollen." Rosalie Lea Bock, Buchkultur "Ein - auch grafisch-typografisch - außergewöhnlicher Hirnstrom" Börsenblatt, Leselotse des Monats
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