Chimäre

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Buchprofile - Rezension
Sinnlicher Roman über ein Paar in einer dystopischen Zukunft, das seine Beziehung und jeweils eigenen Identitäten erforscht.
Gregor und Alice leben und arbeiten in einem Kolleg auf einer Flussinsel. Abgeschottet erforschen und bewahren sie dort mit den Lehrern und anderen Studenten die Tier- und Pflanzenwelt. Das Herzstück ist eine Samenbank, mit der in der Zukunft die schwindende Artenvielfalt der Welt wieder aufgebaut werden kann. Alice, die sich dort als Alois ausgibt, verlässt die Insel eines Tages, um ihre Mutter zu suchen, die in der Stadt lebt. Sie will mehr über ihre Herkunft erfahren und darüber, warum ihre Mutter sie weggegeben hat. Gregor kämpft mit seinem eigenen Trauma und will die Insel nicht verlassen, obwohl er dort schon als Kind von Lehrkräften missbraucht wurde. Er kämpft mit seinen Gefühlen zu Alois/Alice und kann nach deren Weggang nur schwer Vertrauen zu einer anderen Frau finden. – Sprachlich äußerst kunstvoll lässt die Autorin die Lesenden an der sinnlichen Erforschung der Identitäten ihrer Charaktere im Wechselspiel mit ihrer dystopischen Umwelt teilhaben. Ein feiner Zauber, aber auch eine große Traurigkeit liegen über der Erzählung und dennoch scheint ein Hoffnungsschimmer am Ende des Buches aufzuglimmen. – Ein faszinierender Roman für ein besonderes Leseerlebnis.
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Artikelbeschreibung

Auf der ORF-Bestenliste von September bis November 2025Buchcover-Award 2025 (Shortlist)Eine Inselgemeinschaft aus Lehrern und Schülern kämpft um den Erhalt der Artenvielfalt. In hängenden Gärten und lebendigen Zeichnungen versuchen sie, das Leben zu retten und selbst nicht unterzugehen. Zu ihnen gehört Alice, die sich auf der Insel als Alois ausgibt. Eines Tages verlässt sie die Insel und zieht durch die menschenleere Weite auf dem Festland. Nach Jahren der Unterdrückung will sie wahrnehmen, wo sie selbst anfängt und aufhört, was sie begehrt und wen sie lieben kann. Gregor indes, der Freund und Vertraute, bleibt auf der Insel. Harte Erfahrungen fordern ihren Tribut, er trägt ein Trauma mit sich, das er zeichnend zu bannen versucht. Eine Fremde, die in den Gärten auftaucht, findet langsam Zugang zu ihm. Während Alice durch trockengelegte Auen und versehrte Wälder irrt, gerät Gregors Welt ins Wanken. "Chimäre" erzählt mit großer poetischer Kraft von den drängenden Themen unserer Zeit, von der Verflochtenheit allen Lebens und Sterbens. Das berührt bis ins Innerste und hallt lange nach.

Produktsicherheit

Hersteller: Otto Müller Verlag GmbH
Anschrift: Ernest-Thun-Straße 11
Salzburg
AT
Kontakt: info@omvs.at

Pressestimmen

"Endlich wagt eine Autorin einmal wieder etwas. 'Chimäre', der neue Roman von Sarah Kuratle, ist ein Mischwesen im besten Sinn. In schillernder Sprache schafft er eine eigene Welt. (...) Sarah Kuratle erfindet das Nature writing neu." - Martina Läubli, NZZ am Sonntag "Sarah Kuratles Roman ist ein grosses Geflecht aus einer schlichten Kunstsprache mit wunderbaren Satzperlen." - Tim Felchlin, SRF Kultur "Die Welt kann auch schön zugrunde gehen. Sarah Kuratles neuer Roman 'Chimäre' ist ein Dschungel, in dem man sich gern verirrt."- Erwin Uhrmann, Die Presse "'Chimäre', der zweite Roman der Autorin Sarah Kuratle, ist nicht weniger als der überaus geglückte Versuch, unser Leben in lauter Sprachmetamorphosen zu übersetzen." - Ronald Pohl, Der Standard "Kuratle erzählt von vertriebenen Menschen, die wegen zunehmender Naturzerstörung ihren Heimatraum verlieren. Ein dystopisches Setting, das gleichzeitig erschreckend nahe am Jetzt ist. Märchenhaft und mit sprachlicher Nähe zur Lyrik zeigt 'Chimäre', wie untrennbar der Mensch mit der Natur verbunden ist." - Allegra Mercedes Pirker, ORF "Zeit im Bild" "'Chimäre' ist als Buch selbst ein Mischwesen. Beziehungen von Mensch zu Mensch und zwischen Natur und Kultur sind Thema, nichts davon ist eindeutig oder abgeschlossen. Es ist ein Buch mit vielen Durchlässigkeiten, das Achtsamkeit für alles Lebende zelebriert." - Eva Bachmann, St. Galler Tagblatt "'Chimäre' ist keine Klima-Dystopie, die sich mit leichtem Gruseln und konkreten Vorstellungen die Zukunft ausmalt, sondern ein Mischwesen aus Angst und Hoffnung. Alles ist im Fluss, und deshalb muss sich auch der Mensch ändern, lautet die These - in seiner Haltung zur Natur, aber auch im Umgang miteinander. Symbiose statt Ausbeutung. Wohin die Reise geht, ist ungewiss. Auch Sarah Kuratle weiß darüber nicht viel mehr. Aber sie geht schon mal voraus und hält Ausschau." - Wolfgang Huber-Lang, APA "Dieses Buch ist ein Zauberkunststück. (...) Wenn man sich auf dieses Buch einlässt, wird man mit Schönheit belohnt; Schönheit, die wehtut. Und wer auf echte Sprachkunst steht, der ist bei Sarah Kuratle genau richtig. 'Chimäre' ist sehr besonders und sicher das ungewöhnlichste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Sarah Kuratle ist erfinderisch, experimentell, ihr Schreiben ist außergewöhnlich - ein wirklich großes Talent." - Stephan Ozsváth, rbb-Bücherpodcast "Orte und Worte" "Ein sprachlich völlig abgefahrenes Buch; komplett abgefahren. Ich liebe es. (...) Was mich am meisten gefreut hat daran ist, dass heute noch solche Bücher erscheinen. Dass sich Verlage dafür finden, die solche Bücher machen, und dass diese Romane dann auch noch Aufmerksamkeit kriegen. Sarah Kuratles 'Chimäre' ist wirklich ein tolles Buch." - Florian Gasser, DIE ZEIT-Podcast "Servus. Grüezi, Hallo"

Bewertungen

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