
Artikelbeschreibung
Bisher findet eine Auseinandersetzung mit Subjektivität und Reflexivität in qualitativer Forschung primär in methodischen Publikationen und solchen, in denen Forschende ihre Selbstreflexionsprozesse offenlegen, statt. Um einen umfassenderen und vergleichenden Blick auf dieses Themenfeld zu werfen, analysiert der Autor die Rolle der Beziehung Forschender zu ihrem Forschungsthema und dessen Bedeutung für die Umsetzung des Forschungsvorhabens. Anhand eines konstruktivistischen Grounded Theory-Forschungsdesigns untersucht er Identifikationserfahrungen in qualitativen Forschungsprozessen Promovierender und wirft einen erkenntnistheoretischen Blick auf die subjektive Wahrnehmung sowie die relationale Aushandlung von Forschungsbeziehungen. Diese Studie zielt darauf ab, anhand des Begriffs der Forschungsbeziehungen die komplexe Involviertheit Forschender in den qualitativen Forschungsprozess offenzulegen. Das zentrale Ergebnis lautet, dass Identifikationen in qualitativen Forschungsprozessen neben einer Identifikation über den Forschungsgegenstand auch über das Erkenntnisinteresse und die wissenschaftliche Tätigkeit und über den Beruf und die Qualifikation vollzogen werden können. Die Standortgebundenheit der Forschenden, welche sich durch die Entstehung und die Bezugspunkte des Forschungsthemas abbilden lässt, bieten dabei einen Weg, die Identifikationserfahrungen herzuleiten.
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Personeninformation
Inga Schröer arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Qualitative Sozial- und Bildungsforschung an der Freien Universität Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in methodologischen Fragen qualitativer Forschung, insbesondere in der Untersuchung der Rolle von Subjektivität und Reflexivität in der wissenschaftlichen Erkenntnisgenerierung.