Sie werden in den Tränen ihrer Mütter ertrinken

Roman
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Buchprofile - Rezension
Roman über das Leben einer in Schweden lebenden Belgierin, die zur Muslimin wird und mit Islamisten ein Attentat begeht.
Schon als das junge Mädchen mit ihren terroristischen Begleitern den Buchladen stürmt, in dem die Lesung eines muslimkritischen Karikaturisten stattfindet, erkennt sie, dass das, was sie tun soll, nicht richtig ist. Schließlich erschießt sie ihren Geliebten Amin, einen der Terroristen, wodurch der Anschlag fehlschlägt. Das Mädchen kommt in die Psychiatrie und wird zwei Jahre später von einem muslimischen Schriftsteller besucht, den sie bittet, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. In langen Gesprächen lernt der Autor das Leben des Mädchens kennen, das mit 14 zum Islam konvertiert und ihr Elternhaus verlässt. Sie gerät unter Terrorismusverdacht und wird vom belgischen Geheimdienst in ein berüchtigtes jordanisches Gefängnis gebracht, wo sie psychisch und physisch gefoltert wird. Ihre Eltern schaffen es, sie nach Belgien zurückzuholen, doch sie muss in therapeutische Behandlung. Später gerät sie an den jungen Islamisten Amin und seinen Freund Hamad, die sie radikalisieren. Im Laufe seiner langen Gespräche mit dem Mädchen kommt auch der Autor, der ihre Geschichte schreiben soll, zum Nachdenken über den Islam, die Intoleranz in Schweden gegenüber den Muslimen und die Mechanismen der Gewaltspirale, die auf beiden Seiten funktioniert und das Leben in dieser westlichen Kultur unmöglich zu machen scheint. - Anyuru gelingt es, ohne Schwarzweißmalerei und Schuldzuweisung das Dilemma der Muslime in einer für sie fremden Gesellschaft und die interkulturellen Schwierigkeiten aufzuzeigen und nachdenklich zu machen. Eine direkte Lösung des Problems gibt er nicht vor, doch diese erscheint indirekt im Buch: Menschlichkeit und Toleranz und das Bemühen, andere Kulturen und Religionen zu verstehen.
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Artikelbeschreibung

Eine Winternacht in Göteborg. Ein Anschlag auf einen Comicshop. Unter den Attentätern: ein junges Mädchen, die das Ganze filmen und später ins Internet stellen soll. Mitten im Angriff kommen ihr Zweifel. Auf einmal ist sie sich sicher, dass falsch ist, was sie tut. Zwei Jahre später, inzwischen untergebracht in der Psychiatrie, bittet sie um ein Treffen mit einem Schriftsteller, dessen Bücher sie gelesen hat. Ihm überreicht sie ein Manuskript, in dem sie eine düstere Zukunftsvision zeichnet. Was aber will sie ihm sagen? Was ist wirklich passiert? Der Schriftsteller macht sich auf die Suche nach Antworten, spricht mit Zeugen und Opfern des Attentats. Es ist die Suche nach Wahrheit, aber auch die Suche nach einer Antwort auf die Frage, ob man als Muslim noch in Schweden leben kann.

Dieses Buch hallt lange nach, weil es ein Beitrag zum Verständnis unserer Gegenwart ist, der sich jeglicher Vereinfachung entzieht, der simplen Parolen die Komplexität des Menschen gegenüberstellt. Ein wichtiges Buch. Eindringlich und poetisch. Hochaktuell und originell. Traurig und tröstlich zugleich.

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Hersteller: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH
Anschrift: Neumarkter Straße 28
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Kontakt: produktsicherheit@penguinrandomhouse.de

Personeninformation

Johannes Anyuru, geboren 1979, gilt als einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Schwedens. Er debütierte 2003 mit einer viel beachteten und hoch gerühmten Gedichtsammlung (Det är bara gudarna som är nya/Nur die Götter sind neu). Für seinen Debütroman "Ein Sturm wehte vom Paradiese her", eine autobiografisch geprägte Annäherung an das Schicksal seines Vaters, bekam er zahlreiche Preise, er wurde für den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Augustpreis, nominiert sowie für den Preis des Nordischen Rates. Ausgezeichnet wurde er mit den Literaturpreisen von Svenska Dagbladet und Aftonbladet, er stand auf Platz 1 der Kritikerliste von Dagens Nyheter und wurde in sieben Sprachen übersetzt. Für seinen zweiten Roman "Sie werden in den Tränen ihrer Mütter ertrinken" bekam er schließlich den Augustpreis sowie den Per-Olov-Enquist-Preis verliehen, das Buch wird in vierzehn Ländern erscheinen. Es stand monatelang auf der schwedischen Bestsellerliste, die Filmrechte sind verkauft. Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

Pressestimmen

»Der neue Roman von Johannes Anyuru kehrt die Sicht der Welt so um, wie es nur große Literatur vermag.« Tobias Sedlmaier / NZZ am Sonntag
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