Traumland

Der Westen, der Osten und ich
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Buchprofile - Rezension
Ein Lebensweg als ein Pendeln zwischen Europas Osten und Westen seit Mitte der 1970er Jahre.
Der langjährige Leiter der Ressorts Feuilleton und Literatur bei der Wochenzeitung "DIE ZEIT" resümiert seinen Lebensweg als ein Pendeln zwischen Europas Osten und Westen. Seine Eltern emigrierten mit dem damals Fünfjährigen Mitte der 1970er Jahre aus Polen in die Bundesrepublik, Die Verbindungen in die alte Heimat wurden gepflegt und so kann der Autor sein Erleben der letzten 45 Jahre aus beiden Weltsichten schildern. Besonders eindringlich, weil an das Traumland der Kindheit und Jugend erinnernd, sind Alltagsszenen. Seien es Werbeclips, Popmusikalisches, Jugendcodes der Achtziger, Familiäres oder Üblichkeiten im Bürgertum der Nach-Wendezeit. Der Autor trifft einen Ton aus Wehmut, Belustigung und nüchterner Dokumentation, der gerade Leser seiner Altersklasse ansprechen dürfte. Stilistisch überaus gefällig, am Ton journalistischer Essays ausgerichtet, sind die 17 chronologisch aufeinander aufbauenden Kapitel leicht verdaubar portioniert. Die immer mal wieder eingeflochtenen Wertungen der Zeitgeschichte liegen auf der als bekannt vorausgesetzten redaktionellen Linie der ZEIT. Gleiches gilt für die gelegentliche Verbeugungen vor dem Zeitgeist unserer Tage. Um der alten Zeiten willen: Lesenswert.
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Artikelbeschreibung

Ein persönlicher Blick auf eine Epoche der Freiheit im Osten wie im Westen Europas. Glänzend erzählt.
Mit spielerischem Scharfsinn hilft uns Adam Soboczynski uns selbst ebenso zu verstehen wie diesen seltsamen Osten Europas. Er erzählt von seiner Jugend in der Bonner und dem Erwachsensein in der Berliner Republik, von der großen Freiheit zwischen den Jahren 1989 und 2022, und wie sie verloren zu gehen droht - in beiden Teilen Europas. Im Osten wird sie von außen bedroht, im Westen durch innere Kämpfe.
Adam Soboczynski zieht als Sechsjähriger aus Polen in die westdeutsche Provinz. Er verlässt mit seinen Eltern die Arbeitersiedlung einer polnischen Chemiefabrik und gelangt in ein fremdes Traumland voller Wunderwerke wie den Ford Capri, die große Trommel Chio Chips und Freiheit. Dass er in seiner neuen Heimat ganz angekommen ist, merkt er Jahre später, als er Deutschland genauso vermieft und unerträglich findet, wie es sich für einen echten Deutschen gehört. Sein Blick wandert immer wieder in den Osten Europas, der nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zur Blüte gelangt und bald schon wieder bedroht wird. Und wer hätte gedacht, dass sich auch die Freiheit im Westen in Gefahr befindet? Durch Trump und die AfD, aber auch durch die allgegenwärtige Empfindlichkeit der Aufklärungs- und Liberalismuskritiker. Ein heiteres, ein melancholisches, ein kluges und gegenwärtiges Buch.

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Personeninformation

Adam Soboczynski, geboren 1975 im polnischen Torun, lebt in Berlin und Hamburg und leitet das Ressort Literatur im Feuilleton der ZEIT. Er schrieb mehrere erzählerische Sachbücher, darunter »Die schonende Abwehr verliebter Frauen«. Seine Werke wurden ins Spanische, Französische, Polnische, Italienische und Niederländische übersetzt. 2015 erschien sein Roman »Fabelhafte Eigenschaften« bei Klett-Cotta.

Pressestimmen

»'Traumland. Der Westen, der Osten und ich' ist witzig und melancholisch, persönlich und analytisch.« Denis Scheck, SWR Lesenswert, 14.01.2024 Denis Scheck SWR 20231208
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