Der Pate von Neuruppin

Vom Imbisswagen zum Drogenimperium | »Früher Dealer, heute Dichter« BILD.de
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Buchprofile - Rezension
Wie einige Jugendfreunde den Fall der Mauer als Einstieg in die Großkriminalität nutzen.
Der erste Artikel ist fett gedruckt überschrieben mit dem Datum 18. August 2004 und dem Namen Olaf Kamrath. Er erzählt darin, wie er wegen Kokainhandel, illegalem Glücksspiel, Erpressung, Betreiben eines Bordells und Gründung einer kriminellen Vereinigung festgenommen wurde. Diese Szene ist recht menschlich beschrieben und verzichtet darauf reißerisch herüberzukommen. Im ganzen Buch wird jeder Artikel mit einem fettgedruckten Namen begonnen, weil man so immer sofort weiß, wer hier erzählt. Zu Beginn werden die handelnden Personen, die später als XY-Bande kriminell in Erscheinung treten, in kurzen Erzählungen vorgestellt. Dabei erzählen sie in der Ich-Form von ihren Lebensabschnitten. Sie alle vereint, dass sie vom großen Geld träumen. Dies sollen am Anfang Geschäfte, wie das Betreiben eines Imbisswagens, dann einer Disco, eines Fitnessstudios und die Aufstellung von Spielautomaten ermöglichen. Nach und nach geht es in Richtung kriminelle Handlungen wie Rauschgift, Glücksspiel, Erpressung. Dazu kommt in immer größerem Stil der Handel mit Kokain. Das Buch wurde möglich, weil der Autor es schaffte, ein Vertrauensverhältnis zu den handelnden Personen aufzubauen, so dass sie ihm bereitwillig aus ihrem Leben und von ihren kriminellen Handlungen erzählten. Dabei ist es vor allem die Beziehung zum "Chef" Olaf Kamrath, die hier die meisten Informationen liefert. Das Buch ist recht flüssig zu lesen und man wird als Leser das eine oder andere Mal zum Kopfschütteln verführt. Geschichtlich am Rande erfährt man die wechselvollen "Geschäfte" zwischen Ost und West.
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Artikelbeschreibung

Breaking Bad in Brandenburg - der größte Kriminalfall des Ostens

1990 eröffnen ein paar Jugendfreunde eine Imbissbude. 14 Jahre später werden sie wegen Kokainhandel, illegalem Glücksspiel, Erpressung, Betreiben eines Bordells und Gründung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Dazu kommt ein ungeklärter Mordfall. Zum ersten Mal erzählen die Mitglieder der sogenannten »XY-Bande« die unglaubliche, aber wahre Geschichte ihres Erfolgs und ihrer Verfolgung. Ein spektakulärer Fall, der die Verbrüderung von Kapitalismus und Verbrechen offenbart. Und ein authentisches Porträt des wilden Ostens in den Neunzigerjahren.

Als Olaf Kamrath im August 2004 bei einer groß angelegten Polizeirazzia festgenommen wird, ist er nicht mehr der kleine Junge des örtlichen Kneipenbesitzers, sondern der Kopf einer gut geölten Geldmaschine: Die »XY-Bande« versorgt alle zwischen Rostock und Berlin mit erstklassigem Stoff aus Amsterdam. Olaf, Kalle, Joschi und Franky sind vier Jugendfreunde, die mit dem Fall der Mauer die Chance zum großen Erfolg wittern und es wagen, sie zu ergreifen.
Die ersten tausend Mark verdient Olaf mit den Würstchen aus seiner Imbissbude. Dann kommen Spielautomaten, ein Fitnesscenter und ein Puff dazu. Doch spätestens mit der Eröffnung der eigenen Großraumdisco beginnt für die Freunde eine neue Ära, denn jetzt steigen sie auch in das Drogengeschäft ein.
Frank Willmann hat in langen Gesprächen das Vertrauen aller Beteiligten gewonnen. Erstmals wird hier die ganze Geschichte erzählt. Unglaublich, aber wahr.

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Personeninformation

Frank Willmann, geboren 1963 in Weimar, 1984 Ausreise nach Westberlin. Mit Anne Hahn veröffentlichte er mehrere Sachbücher, die sich der Aufarbeitung von subkulturellen Strömungen in der DDR widmen, unter anderem: Stadionpartisanen. Fans und Hooligans in der DDR (2007) und negativ-dekadent: Punk in der DDR (2022). Er schreibt für diverse Zeitungen und Magazine, ist Mitglied der Akademie für Fußballkultur und ist Kolumnist im Neuen Deutschland. Sein letztes Buch Der Pate von Neuruppin (2023) war ein Besteller und wurde von der Kritik gefeiert.

Pressestimmen

»Es ist tatsächlich ein wahnsinnig spannendes Buch und ich habe es pageturnermäßig einfach so durchgesuchtet. [...] Eine großartige Lektüre.« Katrin Schumacher, MDR Kultur, 17. Mai 2023 Katrin Schumacher mdr Kultur 20230517
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