Nebel im August

Band 30475
Die Lebensgeschichte des Ernst Lossa
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Buchprofile - Rezension
Die Vernichtung des jungen Nichtsesshaften Ernst Lossa durch das Naziregime.
Ernst Lossa ist 1929 im Wagen seiner jenischen Eltern geboren, mit denen er in den ersten Jahren seines Lebens durch Süddeutschland zieht. Da aber hier Nichtsesshafte nicht gern gesehen werden, suchen sich die Eltern eine Wohnung in Augsburg, wo sie wenigstens die Wintermonate verbringen. Doch schon mit drei Jahren wird Ernst von der Fürsorge in ein Kinderheim gesteckt, wodurch der ausweglose Kreislauf für ihn beginnt. Er erlebt die harte Erziehungsideologie der Nazizeit und hat, als Kind von fahrenden Eltern schon von Anfang an als unerziehbar abgestempelt, im Grund keine Chance, in der Achtung seiner Erzieherinnen und Erzieher zu bestehen. Er wird von einem Heim ins nächste abgeschoben, bis er schließlich im Krankenhaus von Kaufbeuren landet, das behinderte Menschen versorgt. Ernst ist keineswegs behindert, wird aber als lebensunfähig eingestuft. Die Ausmerzung von Leben, das die Nazis als minderwertig ansehen, hat schon begonnen. Für die meisten Heiminsassen gibt es keinen Ausweg, auch nicht für Ernst Lossa. - Eine sehr belastende Lektüre, in Form des historischen Romans über eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, beruhend auf Recherchen in den Heimen und Anstalten, die Ernst Lossa durchlief. Vor allem als Schullektüre geeignet.
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Artikelbeschreibung

Wer misst den Wert von Leben?

"Wenn ich ihn nicht euthanasiert hätte, dann wäre er halt in eine andere Anstalt gekommen."
>Deutschland, 1933: Ernst Lossa stammt aus einer Familie von "Jenischen", Zigeuner, wie man damals sagte. Er gilt als schwieriges Kind, wird von Heim zu Heim geschoben, bis er schließlich - obgleich geistig völlig gesund - in die psychiatrische Anstalt in Kaufbeuren eingewiesen wird. Hier nimmt sein Leben die letzte, schreckliche Wendung: In der Nacht zum 9. August 1944 bekommt er die Todesspritze verabreicht. Ernst Lossa wird mit dem Stempel "asozialer Psychopath" als unwertes Leben aus dem Weg geräumt.
>. Eine wahre Geschichte
>

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Pressestimmen

"Domes' Buch schildert geradlinig und oft berührend Ernst Lossas Leiden, aber auch die Freuden und Eskapaden im kurzen Leben des Jungen." Der Spiegel
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