Trio mit Tiger

Roman. Der erste Roman über Max und Mathilde Beckmann.
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Buchprofile - Rezension
Roman über das holländische Exil des Malers Max Beckmann und seiner Frau Mathilde.
Gleich nach der Ausstellung über entartete Kunst in München 1937 übersiedeln die Beckmanns nach Amsterdam. Beckmann malt weiter, auch nachdem Nazideutschland in Holland einmarschiert ist. Durch den gelegentlichen Verkauf einzelner Bilder und v. a. durch die Wertsachen von Mathilde Beckmann, einer Tochter des Malers Kaulbach, ist das Leben in Amsterdam zu bestreiten. Und dann kommt Erhard Göpel ins Spiel, ein Nazi, Sonderbeauftragter, der in Bormanns Auftrag Bilder für das geplante Führermuseum in Linz beschaffen soll. Der Kunsthistoriker Göpel ist ein glühender Verehrer Beckmanns. Er sorgt durch den gelegentlichen Verkauf von Bildern für zusätzliches Einkommen. Göpel darf aber seinen Auftrag, die Beschaffung von Meisterwerken für Hitler, nicht außer Acht lassen. Dabei kommt er einem hochrangigen Nazi in die Quere, der im Auftrag des raffgierigen Göring agiert. Als die Nazis anfangen, alle Juden in Holland zu sammeln und in den Osten zu verfrachten, kann er einige retten. Er warnt vor Razzien, bringt Sachverständige in einem eigens eingerichteten Restaurationsbetrieb unter. Göpel ist mit dem Ehepaar Beckmann mittlerweile regelrecht befreundet. Mathilde, eine Violinistin, die auf Betreiben ihres Mannes nicht mehr auftreten darf, verkauft nach und nach alles Silber und zuletzt auch schweren Herzens ihre Stradivari. – Grundlage für den Roman sind die bis dahin nicht veröffentlichen Tagebücher von Mathilde Beckmann. Es geht hier um die Zeit vom 10.12.1941 bis zum 29.8.1942. Trotz all der Beschwernisse im Exil, trotz immer wieder auftretender Herzbeschwerden: Diese Zeit wird als die produktivste Periode von Beckmann bezeichnet. Von den Protagonisten sind nur wenige fiktiv. All die Schicksale und Tragödien werden thematisiert und machen die Geschichte sehr eindrücklich und bewegend. Ein insgesamt durchaus unterhaltsamer, spannender Roman, einfühlsam, mit Gewinn zu lesen. – Für alle Bestände gut einsetzbar.
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Artikelbeschreibung

Das Künstlerpaar Beckmann im Amsterdamer Exil - Roman einer großen Liebe und einer schwierigen Freundschaft

»Marianne Ludes erzählt sehr, sehr spannend über Kunst und darüber, wie sich die Kunst mitunter am Leben selbst rächen kann.« _ Denis Scheck / WDR3

Amsterdam, 1942: Schon fünf Jahre, seit der Propagandaausstellung »Entartete Kunst« in München, leben Max Beckmann und seine Frau Mathilde, genannt Quappi, im Exil. Bei Treffen mit Freunden und Ausflügen ans Meer versucht das Paar zu vergessen, dass ihnen Holland seit dem Einmarsch der Deutschen kaum noch Ruhe und Auskommen bietet. Besonders Max setzen die ständige Unsicherheit und Beschneidung der persönlichen Freiheit zu, doch Quappis Zuversicht und Organisationstalent ermöglichen weiterhin sein Schaffen. Unterstützung erfährt Max auch durch die Bekanntschaft mit einem mysteriösen Deutschen, dem Kunsthistoriker Erhard Göpel, der für die »Sonderkommission Linz« tätig ist. Er soll Bilder für ein von Hitler geplantes Kunstmuseum zusammentragen. Göpel ist glühender Verehrer Beckmanns und zu jeder, selbst illegaler Hilfeleistung bereit. Kann das Ehepaar einem Nationalsozialisten trauen? Während sich Göpel immer häufiger mit den Machtinstrumenten der Nazidiktatur konfrontiert sieht, wächst die Bedrohung für die Beckmanns und ihre jüdischen Freunde.

Kundig, unterhaltsam und spannend erzählt Marianne Ludes aus dem Leben des berühmten Künstlerpaars: von inniger Liebe, Quellen schöpferischer Inspiration und einer eigenwilligen Freundschaft, die historisch verbürgt ist. Ludes hatte exklusiven Zugriff auf die bislang unveröffentlichten Tagebücher Mathilde Beckmanns und zeichnet das lebendige Porträt einer klugen, tatkräftigen Frau unserer Zeit.

  • »Beim Lesen dieses ganz besonderen Romans fragt man sich, was seine Seiten so pulsieren lässt. Ist es die historische Akkuratesse, die Schönheit der Sprache, seine Erzählkunst? Erst nach und nach versteht man: Es ist das Gefühl, echtem, ja gelebtem Leben beizuwohnen.« Daniel Schreiber
  • »Das Schicksal der Künstler, die vor Hitler fliehen mussten, erschüttert bis heute. Marianne Ludes erzählt auf bewegende Weise die Geschichte des großen Malers Max Beckmann, der auf der Flucht ausgerechnet einem Kunsträuber vertrauen musste, um seine Kunst zu retten.« Uwe Wittstock

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Personeninformation

Marianne Ludes hat nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften gemeinsam mit ihrem Mann ein großes Architekturbüro aufgebaut. 2023 gründeten sie die gemeinnützige Stiftung Ludes. Daneben engagiert sich Marianne Ludes ehrenamtlich im kulturellen Bereich, insbesondere für das Literatur Festival Potsdam und die Staatsoper Unter den Linden. Für die Recherchen zu ihrem ersten literarischen Roman »Trio mit Tiger« standen Ludes die unveröffentlichten Tagebücher von Quappi Beckmann zur Verfügung. Außerdem erschien von ihr bisher: »Ludwig Jacobs - oder das verschwundene Leben« (Hanser Verlag, 2021). Marianne Ludes lebt in Potsdam.

Pressestimmen

»Marianne Ludes erzählt sehr, sehr spannend über Kunst und darüber, wie sich die Kunst mitunter am Leben selbst rächen kann.« Denis Scheck / WDR3
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