Kinder von fern

Ergreifendes Kinderbuch ab 8 über Flucht und das Glück in einem sicheren Land anzukommen
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Buchprofile - Rezension
Wie fühlt sich flüchten eigentlich für Kinder an?
Es ist zur Normalität geworden, dass in deutschen Schulklassen geflüchtete Kinder sitzen. Doch was haben sie auf ihrer Flucht erlebt? Genau davon erzählt dieses Buch. Samuel, Fatima, Azad und Tamar müssen aus ihrer Heimat flüchten, denn dort herrscht Krieg und das Leben ist für sie nicht mehr sicher. Die Kinder erzählen von ihrem Leben vor der Flucht und von ihren Träumen und Wünschen. Die Kinder schildern den Tag, an dem ihr Leben sich verändert hat und sie fliehen müssen. Sie berichten von der beschwerlichen, teils sehr langen und gefährlichen Reise ins sichere Europa und davon, wie sie in Zeltstädten oder Flüchtlingsunterkünften gewartet haben, dass ihr Asylantrag genehmigt wird. Am Ende treffen alle vier Kinder in einer niederländischen Willkommensklasse mit vielen anderen geflohenen Kindern zusammen. – Dieses tiefgründige Buch berührt und bewegt! Es zeigt auf, wie Kinder eine Flucht aus einem Kriegsgebiet erleben. Doch es gibt auch Hoffnung, es fördert Verständnis und kann dabei helfen, empathisch auf Kinder mit Fluchterfahrungen zuzugehen. Die bunten Bilder ergänzen den Text sehr passend und lassen die Gefühle der Protagonisten erkennen. Der Autorin gelingt es in diesem Buch auf eine ganz besondere Art und Weise, ein schwieriges Thema kindgerecht und sensibel zu erzählen, ohne die Grausamkeit von Krieg und Flucht auszusparen. Ein Buch für alle, die verstehen wollen, was geflüchtete Kinder erlebt haben.
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Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur Fit für die Zukunft empfiehlt:

Vier Kinder, die aus unterschiedlichen Gründen ihr Zuhause verlassen und sich mit ihren Familien zu Fuß, durch die Kanalisation oder in Schlauchbooten auf den Weg nach Europa machen. Der Krieg nimmt ihnen fast alles und gerade diese Kontrastierung ist wichtig, um Verständnis und Empathie zu fördern und Vorurteilen individuelle Erlebnisse entgegenzusetzen. Erst nach Monaten oder Jahren kommen sie in den Niederlanden an, besuchen eine Schule und träumen von einer besseren Zukunft. Wie in Kinder mit Stern wendet sich Letterie in ihrem aktuellen Kinderbuch unterschiedlichen Schicksalen von Kindern zu, die Flucht und den Verlust von Heimat und Sprache erleben, und trotzdem ihre Träume behalten. Letterie gibt den Kindern, die viel zu wenig gehört werden, eine Stimme.

Artikelbeschreibung

Darf man Kindern von Flucht und Vertreibung erzählen?

Ja, das sollte man sogar - wenn es so kindgerecht und empathisch gemacht wird wie in diesem Buch!

Geflüchtete Kinder haben dieselben Träume und Wünsche wie alle anderen Kinder auch.

Samuel will genauso ein toller Fußballer werden wie sein Opa und Fatima liebt es zu zeichnen, vor allem die schönen Rosen auf dem Hijab ihrer Oma. Doch plötzlich ist Krieg und die beiden müssen aus ihrer Heimat fliehen. Genau wie Azad und Tamar, deren Eltern von den neuen Machthabern verfolgt werden. Und so machen sich die Kinder zusammen mit ihren Familien auf den Weg in eine bessere Zukunft: zu Fuß, durch die Kanalisation und in Schlauchbooten. Werden sie bei uns ein neues Zuhause finden? Die Flüchtlingsklasse, in der sie sich treffen, ist auf jeden Fall ein guter Anfang.


Ein beeindruckendes Buch, das Verständnis fördert und Hoffnung macht.

"Diese wichtigen und beeindruckenden Geschichten über geflüchtete Kinder beruhen auf wahren Erlebnissen._ KIDDO, Fachzeitschrift für PädagogInnen

Produktsicherheit

Hersteller: Carlsen Verlag GmbH
Anschrift: Völckersstraße 14-20
DE-22765 Hamburg
Kontakt: produktsicherheit@carlsen.de

Personeninformation

Martine Letterie, geboren 1958 in Amsterdam, hat Niederlandistik studiert und als Lehrerin und Dozentin gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie hat sowohl Bücher für Kinder und Jugendliche, als auch für Erwachsene geschrieben, viele davon über den zweiten Weltkrieg und in enger Zusammenarbeit mit dem Erinnerungszentrum Westerbork in den Niederlanden.

Andrea Kluitmann lebt und arbeitet in Amsterdam. Seit 1992 übersetzt sie Literatur, Graphic Novels, Drehbücher und Theaterstücke aus dem Niederländischen. Sie gibt auch Workshops und hält Vorträge. Anna Woltz und Martine Letterie gehören zu ihren Lieblingsautorinnen.

Elena Cavion ist in Vicenza, Italien, geboren und lebt seit zehn Jahren in Deutschland. Sie hat Fremdsprachen und Literatur studiert und sich schon immer für Comics und Geschichten begeistert. Seit sie sich erinnern kann, zeichnet sie und illustriert seit einigen Jahren Kinder- und Bilderbücher. Sie lebt mit ihrer Familie in München.

Pressestimmen

"Die unterschiedlichen Geschichten sind wunderbar [...] geeignet, um Gespräche zu führen und Empathie zu schaffen." Dorothea Lebrecht Haller Tagblatt 20260613
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Bewertungen

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Wichtig
Von etlichen politischen Richtungen heißt es: „Fluchtursachen bekämpfen“ und „Migration beenden“. Letzteres wird stringenter betrieben als alles andere. Aus der Ferne betrachtet wirken die Probleme in Afghanistan und Syrien auch weniger bedrohlich. Für die Geflüchteten geht es nicht weniger als ihr Leben, was sie auf dem Weg nach Europa mehrfach aufs Spiel setzen.
Martine Letterie versetzt sich und uns Leser in ihrem Buch in die Perspektive von 4 Kindern, Mädchen und Jungen aus dem nahen Osten. Sie schildert dabei eindrücklich die Gefühle wie Angst vor der Bedrohung, aber auch dem Neuen das sie Erwartet. Genauso aber auch die Trauer, geliebte Menschen und ihr Zuhause zurück zu lassen.
Die Autorin zeigt auch Berührungspunkte mit Schleppern, Wege über Land, die weite Wege zu Fuß mit sich bringen oder gefährliche Überfahrten in überfüllten Schlauchbooten auf. Die Menschen sind auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
Die Bilder von Elena Cavion halten sich sehr genau an den Text und veranschaulichen die Beschreibungen der Verfasserin nochmals.
Sicher kein einfaches Thema für Kinder, aber umso wichtiger. Gäbe es das Buch noch nicht, müsste man es meines Erachtens erfinden. Anspruchsvoll, aber wichtig.